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Eurovision Song Contest

Schauen wir nach Aserbaidschan!

24.05.2012 | 19:00 Uhr
Schauen wir nach Aserbaidschan!

Ein Boykott ist keine Lösung

Am Samstag blickt die Welt nach Aserbaidschan, wo das Finale des Eurovision Song Contest (ESC) stattfinden wird. Im Juni schaut Europa auf die Fußball-EM in der Ukraine, zwei Jahre später freut sich Weißrussland auf die Eishockey-Weltmeisterschaft und Russland auf die Olympischen Winterspiele. So schön die Ereignisse an sich auch sind, so umstritten sind die politischen Führer der Länder, in denen sie stattfinden. Seit Wochen schon prangern Menschenrechtler die Lage in Aserbaidschan an, kritisieren, dass das Recht auf Meinungsfreiheit eingeschränkt wird, dass Gefangene misshandelt und Minderheiten diskriminiert werden. Nie zuvor wurde so viel über Baku berichtet wie in jüngster Zeit. Gut, dass der ESC dort stattfindet. Sonst hätten wir wahrscheinlich nie erfahren, was in Aserbaidschan los ist.

Daher ist auch ein Boykott des ESC oder der Fußball-EM keine Lösung, so sehr die Rufe nachvollziehbar sind. Boykott heißt: nicht hingehen. Nicht hingehen bedeutet: nicht hinschauen. Wir aber müssen den Finger in die Wunde legen, immer wieder auf die Menschenrechtssituation blicken, sie anprangern, möglicherweise sanktionieren und vor allem versuchen, die herrschenden Autokraten zu überzeugen, die Menschen in ihrem Land respektvoll zu behandeln. Dazu bieten solche Ereignisse eine Chance.

Die Aserbaidschaner sind vielerorts glücklich darüber, dass der ESC in Baku über die Bühne geht. Sei es, um auf die Probleme des Landes aufmerksam zu machen, sei es, um ein schönes Lebensgefühl zu schaffen. Natürlich bleibt ein fader Beigeschmack. Khadija Ismayilova, eine der bekanntesten Journalistinnen in Baku, bringt es auf den Punkt: „Weil die ganze Welt uns zuhörte, ist zum ersten Mal – zumindest für eine kurze Zeit – auch die Regierung gezwungen, uns zuzuhören. Danach aber erwarten wir einen heißen Sommer. Die Regierung wird sich an denen rächen, die ihnen das Fest verdorben haben.“ Deshalb darf das ESC-Finale nicht das Ende des Hinsehens sein.

Denise Ludwig



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