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Prozess

Pizzabäcker war heiß auf "Geldwäsche"

02.12.2009 | 18:06 Uhr

Düsseldorf. „Mit dem Mann rede ich nicht!” Der Pizzabäcker (28) konnte seine Wut auf den Angeklagten kaum zügeln. Auf den Mann (40), der ihn und einen Freund mit einem lächerlichen Trick betrogen hat: Schwarzgefärbte Geldscheine wollte er „reinwaschen”. Dabei war das Schwarzgeld nur wertloses Papier

11 000 Euro verlor das Freundes-Duo, bei der Masche, die die Polizei als „Wash-Wash-Betrug” längst kennt. Der Pizzabäcker hatte noch nie davon gehört und glaubte dem Kunden, der von schwarzen Banknoten im Wert von 600 000 Euro aus Pakistan erzählte.

Sie seien eingefärbt, um sie über die Grenze schmuggeln zu können. Mit Chemikalien sei das rückgängig zu machen. Dazu brauche er aber Geld, er bat den 28-Jährigen um Hilfe. Zum Dank könne er Geld im Verhältnis 2:1 eintauschen.

Warten auf das Wasch-Wunder

Zur eigentlichen „Geldwäsche” traf man sich in einem Hotel in Unterrath. 7800 Euro brachte der Pizzabäcker mit, 3200 ein Freund. Im Hotelzimmer beträufelten der Angeklagte und ein Komplize das „Geldpaket” mit einer Flüssigkeit, dann hieß es angeblich warten.

Der Komplize machte sich mit dem Geld der Freunde auf, weitere Chemikalien zu besorgen. Kurz danach verschwand auch der Angeklagte unter einem Vorwand. Die Freunde warteten vergeblich auf den wunderbaren Geldwaschgang. Als ihnen der Betrug bewusst wurde, gingen sie zur Polizei. Erzählten aber, man habe sie für ein Geschäft mit CD-Playern ins Hotel gelockt.

Richter glaubt Zeugen

Als die Polizei die Täter fasste, gaben die den Schwarzgeld-Trick zu. Der Komplize ist bereits zu sieben Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Der Angeklagte behauptete im aktuellen Prozess, er sei nur als Dolmetscher dabei gewesen. Doch der Pizzabäcker erklärte, er sei der „Chef” gewesen, habe selbst gesprochen, das Geld angenommen.

„Ich glaube dem Zeugen”, so der Richter. Er verurteilte den Angeklagten zu sechs Monaten auf Bewährung. Zudem muss er dem 28-Jährigen seine 7800 Euro ersetzen.

Katharina Rüth

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