Nerven liegen blank bei Rot-Weiß Oberhausen
24.01.2010 | 20:06 Uhr 2010-01-24T20:06:00+0100
Oberhausen. RWO zeigte sich beim 0:3 gegen Augsburg völlig neben der Spur und unterlag verdient. Sören Pirson sah die Rote Karte, Esad Razic und Mike Tullberg fielen verletzt aus.
Ein Punkt aus den letzten acht Spielen, seit knapp 600 Minuten ohne Tor und jetzt auch das: Das 0:3 (0:3) gegen den FC Augsburg markierte den bisherigen Höhepunkt einer üblen Negativserie. RWO präsentierte sich gegen die ambitionierten Süddeutschen völlig von der Rolle und hatte das Spiel nach 40 Minuten verloren. Dazu kam: Mike Tullberg und Esad Razic waren zu diesem Zeitpunkt schon verletzt ausgeschieden und Torwart Sören Pirson mit „Rot” vom Platz geschickt worden.
Augsburgs Jens Hegeler meinte nach dem Spiel: „So einfach hatten wir uns das nicht vorgestellt.” Es war wirklich einfach. Obwohl RWO mit Mike Tullberg für Marcel Landers und Thomas Schlieter für Marinko Miletic personell was ausprobierte, blieb das Bild der letzten Spiele doch gleich: Eine überaus verunsicherte Mannschaft mühte sich um Linie, fand die aber nie. Alle Akteure hatten die Nerven in der Hand und produzierten Fehler auf Fehler. Und dann fallen zwangsläufig die Tore gegen RWO. Augsburg wusste darum und setzte die Hausherren von Beginn an mit aggressivem Spiel unter Druck. Der Tabellendritte strotzt derzeit vor Selbstvertrauen, konnte sich sogar leisten, einige der stärksten Spieler wie Andrew Sinkala und Ibrahima Traore aus disziplinarischen Gründen auf der Bank zu belassen.
Fehler über Fehler
Ein Michael Thurk reicht. Nach einer Fehlerkette über Esad Razic, Daniel Gordon und Dimi Pappas blieb Thomas Schlieter keine andere Wahl, als Thurk zwei Meter vor dem Strafraum durch ein Foul zu stoppen. Den fälligen Freistoß lupfte der beste Torjäger der Liga über die Mauer in den Giebel (7.). Schlieter durfte sich dabei freuen, dass es der unsichere Schiedsrichter Christian Schößling bei dieser Notbremse bei Gelb beließ. „Rot” zückte er 30 Minuten später, als Sören Pirson bei einer Rettungsaktion gegen Sandor Torghelle diesen kurz vor der Torlinie praktisch umstolperte. Torghelle stand zwar im Abseits, doch Schößing entschied: Foul, Rote Karte und Elfmeter. Pirson: „Was habe ich eigentlich getan?” RWO-Trainer Jürgen Luginger schickte Christoph Semmler ins Tor und nahm Ronny König dafür vom Platz. Thurk verwandelte den Strafstoß sicher (38.).
RWO war zu diesem Zeitpunkt schon längst angezählt, Tullberg und Razic mussten den Platz verletzt verlassen, die Abwehr schwamm und war in jeder Szene für ein Gegentor gut. Ein Treffer von Mike Terranova wurde wegen knapper Abseitsstellung nicht gegeben. Das 0:3 fiel nur zwei Minuten nach dem Strafstoß, als Semmler bei einer Rettungsaktion weit vor dem Strafraum umherirrte – Torghelle netzte überlegt ein.
Damit war der Fisch gegessen, im zweiten Durchgang sollte es nur noch um Schadensbegrenzung gehen. Augsburg kontrollierte das Spiel und RWO versuchte, dagegen zu halten. Was zwar einigermaßen klappte, aber nur selten für Gefahr vor dem FCA-Gehäuse sorgte. Immerhin: Mike Terranova hatte nach gutem Gordon-Zuspiel (72.) eine Chance, Stoppelkamp nach einem Kaya-Freistoß (75.) ebenso. P.V.
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