Natasha Gollan ist die Siegerin eines tollen Abends
30.01.2010 | 15:15 Uhr 2010-01-30T15:15:00+0100
Moers. Die Fechterin wird gleich zweimal geehrt – als Sportlerin und bei der Mannschaft des Jahres 2009. Eiskunstläufer Maxim Stiefel ist der Sportler des Jahres
Show, Akrobatik, Tanzdarbietungen, Ehrungen. Dazu gingen gestern Abend immer wieder viele der mehr als 600 Besucher in der Halle Adolfinum zur Musik der Peter-Weisheit-Band aufs Tanzparkett. Beim Moerser Sportlerball, dem traditionsreichen Fest der Grafschafter Sportfamilie, wurde getanzt und gestaunt. Ein abwechslungsreiches Programm mit tollen Showeinlagen und Akrobatik – wie von den erstklassigen „fliegenden Hombergern” – sorgte immer wieder für Beifallsstürme. Die Homberger luden zu einer spektakulären Reise durch verschiedene Länder. Ganz toll war dabei die kleine Annalena Siewior, die wunderschön sang, als ihre „Homberger” in Deutschland „angekommen” war.
Die Tänzerinnen und Tänzer der Showtanzformation Teenie-Calypso bildeten in ihren tollen Kostümen einen gelungenen Abschluss des Abends. Zuvor sorgten die unermüdlichen Rock'n'Roller des RRC Moers für Begeisterung und großen Beifall. Den Auftakt des tänzerischen Feuerwerks bildeten „Andy's Mädelz” von der Tanzschule Helfer, die die Gäste in Schwung brachten.
Die Lampen aus dem Palast der Republik
Gespannt waren die Besucher auf den frühreen RTL-Moderator und heutigen Sky-Kommentator Ulli Potofski, der für den beruflich verhinderten Werner Hansch erstmals durch das Programm führte. Er gab seinen Einstand mit einem kleinen Seitenhieb auf die Adolfinum-Halle: „Solche Lampen habe ich das letzte Mal bei Erich Honecker im Palast der Republik gesehen.” Die Gäste schauten schmunzelnd nach oben und mussten feststellen, Potofski hat Recht. Der humorige Moderator führte erfrischend durch ein kurzweiliges Programm, das Christoph Fleischhauer, Vorsitzender des ausrichtenden Stadtsportverbands Moers, mit seinen Vortstandskollegen glänzend vorbereitet hatte.
Besonders bei den Interviews mit den nominierten Sportlerinnen und Sportler zeigte Potofski seine fachliche Kompetenz – gerne auch mal gewürzt mit einer Pointe. Schwierig war es beim neuen Sportler des Jahres, dem Eiskunstläufer Maxim Stiefel. Der Gewinner war sichtlich ergriffen und schaffte es, auf jede Frage die kürzesten Antworten zu geben. „Das wird noch”, machte ihm Ulli Potofski Mut für die Zukunft und entlockte dem „Eisprinzen”, doch noch die eine oder andere Information. Etwa das er kein Hip-Hop mag. Allerdings mehr als ein „Nö” oder ein „Ja” war von dem 14-Jährigen kaum zu hören. Die Moerser hatten sich zahlreich an den Wahlen beteiligt und dabei ihr Herz für Stiefel entdeckt. Das zeigt, wie hoch der Stellenwert des Eissports in Moers ist und dürfte die Diskussion um den Erhalt der Eishalle erneut anheizen.
Insgesamt waren die fünf nominierten Sportler von den Prozentzahlen nicht weit auseinander. Auf den Plätzen folgten die Fechter Lucas Fenger und Aljoscha Gollan, Schwimmer Jan Konopka und Benjamin Weß. Der im vergangenen Jahr mit seinem Bruder Timo siegreiche Weltklasse-Hockeyspieler war gestern nicht anwesend, er bereitet sich mit der deutschen Nationalmannschaft auf die Europameisterschaft vor.
Wurde sonst erst die Sportlerin des Jahres vorgestellt, wurde in diesem Jahr mit den Teams gestartet. Titelverteidiger Moerser SC wurde entthront, die Adler wurden Dritte. Den Sieg trugen die A-Juniorinnen und A-Junioren des Fechtclubs Moers davon. Da war der Jubel bei den Florettakroabten riesengroß, als sie den Pokal überreicht bekamen. Und Sie gewannen mit großem Vorsprung vor den Handballern der HSG Vennikel-Rumeln-Kaldenhausen.
Auch Ulli Potofski bemerkte augenzwinkernd, dass das Schönste zum Schluss kommt, als er die Sportlerinnen auf die Bühne bat. Recht hatte er. Es war ein hübsches Bild, das die jungen Damen abgaben. Der berühmte Wimpernschlag, den es beim Sport gibt, entschied die Wahl. Und auch hier wurde die Titelverteidigerin entthront.
Fechterin Hannah Fenger, die zuletzt dreimal in Folge siegte, musste nun ihrer Teamgefährtin Natasha Gollan Platz eins überlassen. Sie wurde selbst Zweite vor Leichtathletin Anne Lubjuhn, die nur ganz knapp dahinter auf dem Bronzerang landete. Es waren nur ganz wenige Pronzentpunkte hinter dem Komma, die das Trio trennten. Tennisspielerin Ann-Kathrin Wind und Fußball-U-17-Europameisterin Gülhiye Cengiz belegten die weiteren Plätze.
Pokale für die beiden besten Nachwuchsmannschaften
So richtig voll wurde die Bühne, als die beiden besten Nachwuchsmannschaften mit einem Pokal belohnt wurden. Da war Leben drin, als die B-Jugend-Handballer der Moerser Adler HSG für ihren Aufstieg in die Oberliga und die Fußball-U-15-Mädchen des VfL Repelen für den Einzug ins Niederrheinpokalfinale geehrt wurden.
Begonnen hatte alles mit der Eröffnung durch Fleischhauer und Bürgermeister Norbert Ballhaus, der mit Hermann Bergs (TV Vennikel), Ulrike Hüfken (Moerser SC), Dr. Klaus Lenzmann (TV Kapellen) und Käthe Fischer (Freie Schwimmer Rheinkamp) vier verdienstvolle ehrenamtliche Mitarbeiter für ihr Engagment besonders auszeichnete.
Fachsimpeln im Foyer
Nach dem offiziellen Ende war aber noch lange nicht Schluss. Bis weit nach Mitternacht wurde getanzt. Und wer dazu weniger Lust hatte, tummelte sich im Foyer. Dort wurde gefachsimpelt, in vergangene Zeiten geschwelgt, aber auch über kommende Wettbewerbe und den nächsten Sportlerball diskutiert.
ERGEBNIS:
Damen
1. Natasha Gollan
2. Hannah Fenger
3. Anne Lubjuhn
4. Ann-Kathin Wind
5. Gülhiye Cengiz
Herren:
1. Maxim Stiefel
2. Lucas Fenger
3. Aljoscha Gollan
4. Jan Konopka
5. Benjamin Wess
Mannschaften
1. Fecht-A-Juniorinnen/Junioren, Fecht-Club Moers
2. Handballer, HSG Vennikel/Rumeln-Kaldenhausen
3. Volleyballer, Moerser SC
0mitdiskutieren