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„Ihr Sechs spielt Fünf gegen Zwei!”

15.08.2009 | 01:57 Uhr

Düsseldorf. Was bei den Fortunen so alles getrunken und gegessen wird, verrieten die neuen Fragebögen. Die favorisierte Getränkepalette war unerwartet breit. Effenberg-Biografie-Liebhaber Sebastian Heidinger spült Ginger Ale gegen den Durst.

Sag' mir, was Du trinkst und isst! Und ich sage Dir, wer Du bist! Fragebögen verraten so manches über einen Menschen. Wenn man das gut strukturierte Papier denn ernsthaft mit Antworten bestückt. Auch die Fortuna-Crew war vor der Saison gefordert. Trainer und Kicker sorgten für bisweilen erstaunliche Antworten.

Die favorisierte Getränkepalette war unerwartet breit. Effenberg-Biografie-Liebhaber Sebastian Heidinger spült Ginger Ale gegen den Durst. Deniz Kadah braucht Red Bull, Axel Lawareé lieber Rotwein („Aber nur ein Glas”), Angriffskollege Ranisav Jovanovic eher Malzbier.

Malzwishkey, Grünter Tee oder Maracujasaft

Da ist hoffentlich keine Sprite drin! Kai Schwertfeger (rechts) bevorzugt abseits des Platzes die süße Brause. Foto: Helmut Müller

Claus Costa steht auf der Cola-Fanta-Mischung Spezi, Kai Schwertfeger auf Sprite, Oliver Hampel neben Bud Spencer und Terence Hill auf Maracujasaft. Für Yuki Kozo kommt eher Bananensaft, für Marco Christ Traubensaftschorle in Frage. Christian Weber entspannt sich bei Grünem Tee, Torwarttrainer Michael Stahl bevorzugt schottischen Malzwhiskey. Abends.

Beim Speiseplan geht es von bescheiden bis deftig. Also von Wolf Werners Kartoffelsuppe, Aleks Spenglers serbischem Bohneneintopf, Dirk Schauenbergs singhalesisches Linsengericht über die Palette italienischen Genusses und Fleisch in allen Variationen bis hin zu Pommes mit Currywurst – was Blondschopf Johannes „Jojo” van den Bergh hoffentlich nicht täglich tafelt. Bemerkenswert: Hobby-Fischer Oliver Fink lässt sich von Omas Küche überraschen, Axel Laware´e von der der Schwiegermutter.

Spengler liebt Roter Stern Belgrad

Die Lieblingsfußballvereine der Protagonisten? Nein, nein, es wird nicht nur Fortuna genannt. Betreuer Spengler steht auf Roter Stern Belgrad aus seiner Heimatstadt, Hamza Cakir auf Trabzonspor aus der Türkei, Stephan Sieger, alle Fortuna-Fans jetzt weglesen (!), auf Borussia Mönchengladbach.

Auch vor dem Fernseher sind die Geschmäcker verschieden. Wolf Werner sieht gern James Bond. Masseur Sven Michel Horrorfilme mit Vampiren, Co-Trainer Uwe Klein den Horst-Schlämmer-Erfinder Hape Kerkeling. Fabian Hergesell könnte im Team einen Dr.-House-Fanklub aufmachen. Auch Christoph Maria Herbsts Kultbürochef Stromberg würde ein TV-Wohnzimmer locker füllen. Kapitän Andreas Lambertz stählt die Nerven gern mal mit dem unappetitlichen Gemetzel Saw I bis IV.

Michael Ratajczak mag Spannung lieber in gedruckter Form. Henning Mankells Walander aus Ystad in Südschweden zum Beispiel. Jens Langeneke bildet sich mit Simon Becket und Dan Brown weiter. Betreuer Spengler denkt gern an Jugoslawiens ehemaligen Staatschef Tito. Michael Melka liest Tageszeitungen – was den bisweilen kritischen Torhüter durchaus sympathisch macht.

Patrick Zoundis Herzenswunsch wäre ein Treffen mit Südafrikas Volksheld Nelson Mandela. Ranisav Jovanovic verehrt Tennis-Legende Roger Federer. Marcel Gaus bewundert Englands Fußballerraubein Wayne Rooney. Die gleiche Stoppelfriseur hat der Fortune schon, wird deshalb auch gern „Locke” gerufen.

Wer brachte den besten Spruch? Die Entscheidung fällt schwer. „Fußball ist wie Schach, nur ohne Würfel”, meint Claus Costa. Olivier Caillas warnt vor dem Hund. Auf Latein: „Carpe diem!”

„Wir brauchen Rückrundenspieler!”

Vorn dabei ist auch Christian Weber: „Wer an die Quelle will, muss gegen den Strom schwimmen”. Bescheiden mag's der Spielmacher: „Christ sichert Fortuna den Klassenerhalt.” Keeper Michael Ratajczak steuert „Wir brauchen Rückrundenspieler” bei. Was sicher keine Eigenkreation ist.

Der Streifzug durch Fortunas Team soll mit dem vielleicht besten Fußballerspruch enden, der übrigens nicht vom einzigen ausgebildeten Doktor der Kicker-Crew (behauptet Dmitri Bulykin) stammt. Sondern aus dem Repertoir von Sebastian Heidinger: „Ihr Sechs spielt jetzt Fünf gegen Zwei”.

An dieser Stelle soll allerdings nicht versteckt behauptet werden, Cheftrainer, Fußball- und Familienmensch Norbert Meier sei diese kleine mathematische Ungleichheit beim Warmspielen rausgerutscht.

Michael Ryberg

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