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Mubarak-Prozess

Frust in Ägypten

03.06.2012 | 17:48 Uhr

Zuerst jubelten die Menschen vor den Bildschirmen, als der Richter das Wort lebenslänglich aussprach. Dann kam schnell die Ernüchterung, als der Rest des Urteils folgte. Wie schon so oft im nach-revolutionären Ägypten, auch beim Schlussakt des Mubarak-Prozesses lagen wieder einmal Euphorie und Enttäuschung, Aufbruch und Rückschlag, frustrierend dicht beieinander. Dabei ist die lebenslange Haftstrafe für Ex-Pharao Hosni Mubarak ein Meilenstein in der Geschichte Ägyptens. Noch nie zuvor hat ein arabisches Volk seinen früheren Herrscher vor ein ordentliches Gericht gestellt und für seine Untaten zur Rechenschaft gezogen.

Gleichzeitig jedoch erweist sich der alte Machtapparat des Regimes ein weiteres Mal als undurchdringlich und uneinnehmbar. Die sechs mitangeklagten Polizeioffiziere wurden freigesprochen. Bei allen Ermittlungen im Innenministerium stießen die Staatsanwälte auf eine Mauer des Schweigens. Und die Bevölkerung muss ohnmächtig mit ansehen, wie der Polizeiapparat der Mubarak-Ära am Ende wohl weitgehend ungeschoren davonkommt. Denn nach diesem Urteil wird wohl niemand mehr für die tödlichen Schüsse auf Demonstranten und die Folterungen zur Rechenschaft gezogen werden. Kein gutes Omen für die demokratische Zukunft Ägyptens.

Martin Gehlen



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