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Toter am Breitscheider Kreuz

Doch kein Mordkomplott?

07.01.2010 | 18:42 Uhr

Düsseldorf. Überraschende Wende im Mord-Prozess um den Toten am Breitscheider Kreuz: Der Angeklagte widerrief jetzt vorm Düsseldorfer Landgericht seine Aussage, er sei von seiner Chefin zu dem Mord angestiftet worden.

Staatsanwalt Ralf Herrenbrück wirft den beiden Angeklagten ein Mordkomplott vor. Danach soll die Lebensgefährtin (40) des getöteten Wolfgang L. (49) den Mitarbeiter (50) der gemeinsamen Kurierfirma damit beauftragt haben, ihren Freund umzubringen. „Der Wolfgang muss weg!” soll sie gesagt haben.

"Die Tat war ein Unfall"

Eigentlich wollte das Landgericht am Donnerstag das Prozess-Ende einleiten. Doch bevor Staatsanwalt Herrenbrück sein Plädoyer beginnen konnte, hob der Angeklagte die Hand: „Ich möchte meine Aussage widerrufen.”

Der 50-Jährige hat zugegeben, Wolfgang L. im September 2008 nahe der Autobahn erschossen zu haben. Bereits öfter zuvor habe er das versucht, ihn dazu an einsame Orte gelockt, an denen sie vermeintlich Einbrüche begehen wollten. Schon zu Prozessbeginn hatte er erklärt, der tatsächlich tödliche Schuss habe sich aber versehentlich gelöst. Das sagte er auch jetzt: „Die Tat war ein Unfall.”

Beschuldigung aus Rache

Vor allem aber habe seine Chefin ihn nicht angestiftet. Das habe er nur gesagt, weil sie „mich hängenlassen wollte.” Weil sie der Polizei von den Einbrüchen erzählt hat, habe er sich rächen wollen. Und gehofft, geringer bestraft zu werden. Nun habe er Skrupel, sie zu beschuldigen.

Staatsanwalt Herrenbrück ließ mit kritischen Nachfragen seine Skepsis erkennen: Warum der Freund der Angeklagten die Auftragsgeschichte bestätigt habe?

Am Freitag gibt es Gelegenheit zu weiteren Fragen, dann möglicherweise Plädoyers.

Katharina Rüth

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