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Adler müssen in Bottrop punkten

02.02.2010 | 22:45 Uhr
Adler müssen in Bottrop punkten

Moers. Der Bundesliga-Sieg gegen die Netzhoppers soll heute Abend vergoldet werden. Das Spiel beginnt um 19.30 Uhr

Der Anfang ist gemacht: Gegen die Netzhoppers aus Königs Wusterhausen haben die Moerser Adler in der Volleyball-Bundesliga am vergangenen Wochenende den ersten Sieg seit dem 30. Oktober eingefahren. Und prompt steht der Moerser SC nicht mehr am Tabellenende. Die Rote Laterne haben jetzt die Titanen aus Wuppertal übernommen.

An jenem 30. Oktober 2009 hat der MSC die Volleys aus Bottrop mit 3:0 eindrucksvoll besiegt. 25:17, 25:22 und 25:14 hieß es nach 76 gespielten Minuten. Moers stand auf dem siebten Tabellenplatz, die Adler-Welt war noch vollkommen in Ordnung. Am 29. November kam erneut Bottrop in die Halle Adolfinum – im DVV-Pokal. Und erneut gab es einen 3:0-Sieg der Adler.

Doch die Welt war schon nicht mehr in Ordnung, die Adler hatten kräftig Federn gelassen, standen zu diesem Zeitpunkt bereits auf dem vorletzten Tabellenplatz. Auch wenn es zwischendurch eine beachtliche, weil nur knappe 2:3-Niederlage in Friedrichshafen gab, war der MSC nach insgesamt neun Pleiten schließlich Schlusslicht und Punktelieferant der Liga.

„Schlimmste Niederlage der Hinrunde war die in Moers”

Ein Tabellenplatz, der heute Abend erneut droht, wenn die Adler um 19.30 Uhr in der Dieter-Renz-Halle bei den Volleys aus Bottrop antreten – und das Feld als Verlierer verlassen würden.

Im Hinspiel feierten die Adler – hier mit Szablocs Nemeth im Angriff – einen klaren 3:0-Erfolg über die Volleys aus Bottrop. Foto: Markus Joosten

Der rührige Manager der RWE Volleys, Wolfgang Donat, gesteht: „Die schlimmste Niederlage in der Hinrunde war die in Moers. Das hat richtig weh getan.” Das macht deutlich, dass die Bottroper auf eine Revanche aus sind. Und die MSC-Spieler sind gut beraten, wenn sie sich auf ein anderes Volleys-Team einstellen. Denn Bottrop besitzt eine starke Mannschaft, die allerdings mit Abstimmungs- und Findungsproblemen gestartet war. Spitzenleute wie Joram Maan und Tim Elsner (beide Annahme/Außen), Alex Stein und Jan Romund (Mittelblock) sowie Diagonalspieler Nziemi hatten Anlaufschwierigkeiten. Doch mit dem neuen Zuspieler Jonathan Winder ist ein Akteur gekommen, der für den holländischen Volleys-Trainer Teun Buijs die Fäden auf dem Feld zusammenhält. Winder ist nicht nur souverän im Zuspiel, sondern mit seinen 2,03 Metern auch stark im Block, in der Feldabwehr und im Aufschlag.

MSC-Coach Coach Chang Cheng Liu weiß das ganz genau: „Die beiden 3:0-Siege waren schön, aber jetzt werden wir in Bottrop auf eine ganz andere Mannschaft treffen. Ich hoffe, dass ich das meinen Spielern klar machen kann.”

Liu versichert: „Die Mannschaft weiß, was die Stunde geschlagen hat. Die wollen gewinnen, ich brauche das nicht zu betonen. Wir müssen weiter für die Siege arbeiten, nur so haben wir eine Chance.”

In der Schlussphase dem Druck standhalten

Die Stimmung in der Mannschaft ist intakt, im Training arbeiten alle intensiv mit – der Sieg gegen die Netzhoppers war gut fürs Selbstvertrauen.

Teamkapitän Tobias Neumann: „Man braucht so etwas. Wir haben gezeigt, dass wir gewinnen können. Ganz wichtig war, dass wir mal in einer Schlussphase dem Druck standhalten konnten. Da hat es zuletzt gehapert.” Sonst droht der Tabellenkeller.

ABWEHR IST TRAININGSSCHWERPUNKT

Personelle Lage entspannt – aber ohne Bird

Trainingsschwerpunkt der „englischen Woche” – immerhin folgt nach dem Revierderby gegen Bottrop bereits am Sonntag das Auswärtsspiel in Unterhaching – ist wie schon in der vergangenen Woche „die Abwehr”. Liu: „Wir haben es in Bottrop mit einem sehr starken Angriff zu tun, weil Winder beim Zuspiel oft kaum auszurechnen ist – da muss unsere Abwehr hellwach sein, sonst bekommen wir zu wenig Breakchancen.”

Am Montag und Dienstag standen zudem „Angriffe gegen einen hohen Block” – Winder und Nziemi sind gefährlich – auf dem Programm. Heute Nachmittag werden die Adler das letzte Training in Bottrop in der Spielhalle absolvieren.

Positiv ist sicher, dass sich die personelle Situation ein wenig entspannt hat: Gabor Nacsa und Tim Broshog konnten beide durchspielen. Allerdings muss auf der Diagonalen doch weiterhin auf Victor Bird verzichtet werden – der natürlich dann auch für taktische Einwechslungen fehlen wird.

Die Frage nach der Nummer eins im Revier ist für MSC-Trainer Chang Cheng Liu glücklicherweise mehr als zweitrangig: „Wir wollen den Klassenerhalt – andere Titel interessieren mich nicht.”

Uwe Zak

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