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Forscher finden Schlüsselregion für soziale Urteile im Gehirn

23.03.2013 | 08:30 Uhr
Forscher finden Schlüsselregion für soziale Urteile im Gehirn

Jülich.  Offenbar ist eine bestimmte Gehirnregion aktiv, wenn wir beurteilen, wie attraktiv oder vertrauenswürdig wir andere Menschen finden. Das haben jetzt Wissenschaftler des Forschungszentrums Jülich herausgefunden. Von ihren Ergebnissen erhoffen sie sich neue Erkenntnisse über psychische Krankheiten wie Autismus.

Im Gehirn gibt es offenbar eine Schlüsselregion für soziale Bewertungen. Wissenschaftler vom Forschungszentrum Jülich haben herausgefunden, dass bei der Wahrnehmung von Stimmen dasselbe Areal im zentralen Nervensystem reagiert wie bei der Beurteilung von visuellen Reizen.

"Bislang hat sich die Forschung vorwiegend damit beschäftigt, wie wir Gesichter einschätzen. Stimmen spielen aber eine ebenso bedeutende Rolle", sagt Lukas Hensel vom Institut für Neurowissenschaften.

Neue Erkenntnisse für psychische Erkrankungen

Bei einem Experiment seines Teams haben 44 gesunde Erwachsene beurteilt, wie attraktiv und vertrauenswürdig sie verschiedene Stimmen finden. Dabei lagen die Probanden in einem Magnetresonanztomographen (MRT) zur Messung der Gehirnaktivität. Immer wenn sie ein Urteil fällten, reagierte der sogenannte dorsomediale Präfrontalkortex. Dessen Aktivität hatten die Forscher auch festgestellt, als sie zuvor einen vergleichbaren Versuch mit der Wahrnehmung von Gesichtern durchgeführt hatten.

Von ihren Ergebnissen erhoffen sich die Wissenschaftler auch neue Erkenntnisse über psychische Krankheiten wie Autismus, Schizophrenie und Depression. Bei Menschen, die unter Autismus leiden, ist die Funktionsweise des Gehirns gestört. Sie können sich zum Teil nicht in andere Menschen hinein versetzen, weil der dorsomediale Präfrontalkortex gestört ist. (dapd)



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