Bund hilft Ärzten, überflüssige Leistungen zu verkaufen
30.07.2012 | 17:56 Uhr 2012-07-30T17:56:00+0200
Berlin. Mediziner können in geförderten Seminaren lernen, wie sie sich am Markt behaupten können, indem sie Leistungen verkaufen, die Patienten nicht brauchen. Krankenkassen und Politiker fordern nun das Ende der vom Amt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle genehmigten Finanzspritze.
Darf es denn eine Bach-Blütentherapie sein? Eine spezielle Darmspülung vielleicht? Oder eine Eigenbluttherapie bei Sehnenreizung? Jedes Jahr kassieren Ärzte von ihren Patienten 1,5 Milliarden Euro, indem sie ihnen Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) verkaufen . Doch viele Untersuchungen haben sich als überflüssig erwiesen. Deshalb bezahlen die Krankenkassen diese Leistungen auch nicht.
Nun ist herausgekommen, dass ausgerechnet die Bundesregierung Marketingseminare fördert, in denen die Mediziner lernen, IGeL-Angebote zu verkaufen. Dies geschieht auf Basis von Richtlinien über die „Förderung unternehmerischen Know-hows für kleinere und mittlere Unternehmen sowie Freie Berufe“. Unterstützt werden dabei „Maßnahmen der Verkaufsoptimierung“, sofern das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) grünes Licht gibt. Auch Ärzte müssten sich am Markt behaupten, begründete eine Sprecherin aus dem Wirtschaftsministerium am Montag die Förderpraxis, die nun überprüft werden soll. Eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums verwies auf den Verhaltenskodex für Ärzte zum Umgang mit den Leistungen. Die Patienten müssten informiert werden und wissen, dass sie die Kosten selbst tragen.
Auch Fehldiagnosen möglich
Sowohl der Spitzenverband der Krankenkassen als auch Politiker von Koalition und Opposition forderten am Montag, die Marketinghilfen umgehend zu stoppen. Denn die Leistungen sind umstritten. Nur ein Beispiel: Der vaginale Ultraschall zur Früherkennung von Eierstockkrebs etwa gehört zu den häufig verkauften Leistungen. Das Portal IGeL-Monitor vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen bewertet den Ultraschall als „negativ“, weil er auch Fehldiagnosen liefern könne. Der Berufsverband der Frauenärzte kontert, nicht alle Veränderungen an der Gebärmutter seien ertastbar.
18:50
Diese ganze Sache IGEL wird in Igel- Monitor und den Krankenkassen als wenig
nützlich dargestellt,man soll (will)den Patienten das Geld aus die Tasche ziehen.
Ich finde es schrecklich,dass sich mein Doktor daran beteidigt .
Das Vertrauensverhältnis Arzt Patienten wird zerstört.Man fragt sich welche
Hirnrissige Politik dahinter steht.
12:17
Und wieder einmal ein tolles Beispiel für die FDP-Lobby-Politik!
Die armen Ärzte leben ja schon am Rande des Existenzminimums, da muß man Ihnen doch helfen Leistungen an den Mann / die Frau zu bringen, die keiner benötigt!
Einer Berufsgruppe zu helfen, den Menschen unsinniges zu verkaufen, ist schon Beihilfe zum Betrug!
00:40
Nur ein weiteres Beispiel - von vielen - dafür, dass die Berliner Politiker keine Ahnung haben, was sich hinter den Haushaltsposten, die sie per Etat Jahr für Jahr locker durchwinken, wirklich verbirgt.
Wen wunderts, da unsere Volksvertreter offenbar mehr Zeit in lukrative Nebentätigkeiten, Vorstandsposten, eigenwirtschaftliche freiberufliche Tätigkeiten, Beraterjobs, Parteipöstchen, Ausschussaktivitäten, Möchte-Gern-Schriftstellertum und -journalismus, Wahlkreis-Schein-Pflege (selbst dann, wenn sie "ihr" Wahlkreis nicht direkt gewählt hat und es nie tun würde) investieren, als in ihre Kernaufgabe, für die wir sie gewählt haben und für die wir sie bezahlen. Offenbar ziehen sie ihre privatwirtschaftlichen Interessen dem sorgfältigen Durcharbeiten der BT-Beschlussvorlagen vor. Siehe Abstimmung über den ESM und den Risikopakt.
In Krisenzeiten offenbaren sich die Schwächen unserer sog. "Volksvertreter" immer deutlicher und immer verachtenswerter.
23:53
Auch wenn hier viel über die Ärzte gelästert wird, möchte ich viele von
diesem Berufsstand aus eigener Erfahrung hier auch verteidigen. Natür-
lich will keiner davon "verhungern", was ja allzumensch-
lich ist, allerdings muß ich aus meinen häufigen Erfahrungen mit dieser
Berufsgruppe konstatieren, daß die meisten sich wirklich der
Probleme ihrer Patienten annehmen und zumindest versuchen ihnen
zu helfen, da auch manche gesundheitlichen Probleme zunächst auch
noch dubios sind und auch die Ärzte zunächst einmal versuchen, die
entsprechende Diagnose zu stellen, was ja auch nicht immer so ganz
einfach ist. Dies soll natürlich nicht die "Gewinnorientierung" mancher
"Weißkittel" entschuldigen, die natürlich durch die Einführung der "IGEL"
Leistungen noch gefördert wurde.
21:50
Das ist Spitzenleistung der FDP und ihrer Lobby. Es schreit zum Himmel wie
sie einige Gruppen in unserer Gesellschaft die Taschen voll stopfen und anderen
die Überlebenswichtige Medizin gestrichen wird. Da haben Rösler und Bahr
eine Tolle Leistung hingelegt.
21:30
Bei der Bezahlung bitte nur noch per Überweisung.
Das ist bei Handwerkern doch auch üblich.
18:19
Da braucht man gar nicht erst zu fragen welcher Partei dieser Wirtschaftsminister Rösler angehört..Oder....hier werden wieder und wie Immer die Lobbyisten der FDP bedient...man muß schließlich vor der nächsten Landtags- und Bundestagswahl seine Schäfchen ins trockene bekommen.
Und immer das Gleiche mit der FDP..immer kommen die Sponbsoren der FDP zuerst..der Normale Bürger in diesem Land wird nur zur Stimmabgabe benötigt, damit Rösler und Co. ihre Leute weiter belohnen dürfen....
Hoffentlich bleiben die bei 3 % damit die aus dem Bundestag verschwinden.....Es reicht langsam mit der Selbstbedienung.!!!!!!!
oder SDD....die Farbe und Richtung ist doch völlig egal! Irgendeine Lobby-Vertretungspartei wird uns schon abzocken!
13:19
Als normaler Kassenpatient wird man doch in vielen Praxen gar nicht mehr behandelt...wie sagte meine Orthopädin zu mir...ich kann nicht mehr für sie tuen..aber wir könnten eine Spitzentherapie machen...kosten 200€...da hat die Schulung wohl gewirkt, ich habe verzichtet!
Soll das wirklich "Spitzentherapie" und nicht "Spritzentherapie" heißen ?
Da muß man nämlich wirklich rätseln.
12:46
Von Überflüssigkeit verstehen unsere Politiker eben was...
07:44
Das ist eine Verschwendung von Steuergelder und eine Frechheit dem Steuerzahler gegenüber. Pfui ,Pfui pfui......