Bakterien überdauern Antibiotika durch Zufallsmechanismus
04.01.2013 | 05:45 Uhr 2013-01-04T05:45:00+0100
Washington. Bakterien können Antibiotika durch Zufall überstehen. Dies geht aus einem Ergebnis eines internationalen Forscherteams hervor. Demnach können manche Bakterien die Behandlung mit Antibiotika überleben. Die Entdeckung könnte dabei helfen, Arzneimittel gegen schwere Bakterienstränge zu entwickeln.
Bakterienkolonien können Antibiotika anders überstehen als gedacht. Ein zufälliges Muster ihrer Enzymaktivität lässt den eigentlich tödlichen Wirkstoff zeitweise ins Leere laufen. So finden stets einige Zellen Zeit, sich trotz Antibiotikums zu vermehren. Zu diesem Ergebnis kommt ein internationales Forscherteam im Wissenschaftsmagazin "Science" (doi: 10.1126/science.1229858).
Fast so alt wie die Entdeckung des Penicillin ist die bisher gängige Erklärung dafür, weshalb einige Bakterien die Behandlung mit Antibiotika überdauern: Bereits 1944 beobachteten Forscher, dass Antibiotika weniger wirksam sind gegen Bakterienzellen, die sich nicht mehr vermehren.
In jüngerer Zeit wurde durch Experimente nachgewiesen, dass manche Bakterien den Kontakt mit Antibiotika überleben - dank einer Population von sich nicht teilenden "Persister-Zellen", die bereits vor der Behandlung mit Antibiotika in der Population vorhanden sind.
"Dieses Konzept wurde trotz sehr begrenzter experimenteller Unterstützung als allgemeine Erklärung für die bakterielle Persistenz weitgehend akzeptiert", erläutert Yuichi Wakamoto von der Universität Tokio, einer der beiden Leitautoren. Bislang war es jedoch nicht möglich, das Wachstum der Bakterienzellen vor und nach dem Antibiotikakontakt unmittelbar zu beobachten.
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