Geld
Finanzmärkten droht neuer Schock
22.04.2009 | 18:38 Uhr 2009-04-22T18:38:00+0200Bei US-Kreditkartenfirmen wachsen die Ausfälle. Experten fürchten die nächste Blase. Warnung von Verbraucherschützern
Berlin. Wegen der Wirtschaftskrise können immer mehr Amerikaner ihre Kreditkartenschulden nicht mehr bezahlen. Kartenunternehmen in den USA berichten von monatlich steigenden Ausfallraten, so American Express: Derzeit kann „Amex” knapp 9% seiner ausstehenden Forderungen nicht eintreiben. Die Ratingagentur Moody's fürchtet, dass die Ausfallraten bis Ende des Jahres wegen der weiter steigenden Arbeitslosigkeit zweistellig werden.
Das Problem bleibt allerdings nicht auf die USA beschränkt. Finanzexperten warnen, dass ähnlich wie bei der „Subprime”-Krise amerikanische Kartenunternehmen ihre Kredite hübsch verpackt an Banken weiterverkauft haben und so eine weitere Schockwelle durch das globale Finanzsystem jagen. Je mehr Kreditkarteninhaber in den USA nicht zahlen können, desto mehr Minen könnten auch in den Bilanzen deutscher Banken hochgehen.
Wo derart toxische Papiere heute gelagert sind, kann zwar niemand sagen. Der Markt ist wie bei den Schrottkrediten vom Häusermarkt extrem intransparent. Doch nach Moody's-Schätzung wurden insgesamt 450 Mrd Dollar an Schulden verbrieft und ins globale Finanzsystem weitergereicht - eine gigantische Summe, die womöglich bald die nächste Rettungsaktion im Bankensektor erforderlich macht.
Die US-Regierung ist alarmiert. Für heute Abend haben Obamas Leute deshalb die Chefs der großen Kreditkartenfirmen und einige Banker nach Washington einbestellt, um mit diesen über die hohen Zinsen zu reden, die sie ihren Kunden, die als Steuerzahler zugleich die Institute stützen, abknöpfen. Denn die Zahlungsschwierigkeiten vieler US-Bürger werden noch größer, weil die Geldhäuser ihren Kunden bei Zahlungsproblemen teils schwindelerregend hohe Zinsen von bis zu knapp 50% abverlangen. Das setzt eine Spirale aus immer höheren Zahlungsausfällen in Gang.
„Finger weg davon!”
Während Millionen US-Bürger durch den exzessiven Gebrauch ihres Plastikgeldes längst in der Schuldenfalle stecken, wird das anglo-amerikanische Kartensystem mit echter Kreditfunktion auch hierzulande beliebter. Verbraucherschützer warnen vor Kreditkarten mit „Revolving Funktion”, die einen hemmungslosen Kauf auf Pump ermöglichen. Dabei werden - wie in den USA üblich - Zahlungen mit der Kreditkarte nicht am Ende des Monats beglichen (Charge Card), sondern in einen Abstotter-Kredit umgewandelt (Credit Card).
„Finger weg davon”, warnt Hartmut Strube, Finanzexperte bei der Verbraucherzentrale NRW. Denn die Banken lassen sich die Kreditkarte mit eingebautem Dispo teuer bezahlen. Strube hat schon Zinssätze registriert, die mit einer Restschuldversicherung 20% übersteigen. „Jeder Ratenkauf, jeder normale Dispokredit ist deshalb billiger als diese Kreditkarten”, warnt der Verbraucherschützer.
Noch aber ist die Kreditkartenwelt in Deutschland in Ordnung. Rund 18 Mio Karten sind laut Bundesbank im Umlauf, über sie wickeln die Deutschen Einkäufe von gut 40 Mrd € pro Jahr ab. American Express benennt zwar keine Kreditkarten-Ausfallraten für Deutschland, doch außerhalb der USA sind 2008 nur 0,24% der Kreditkartenforderungen ausgefallen. Die Verbraucherzentralen können ebenfalls noch nicht feststellen, dass Kreditkartenschulden bei den Schuldnerberatungen ein Problem wären. NRZ

15:42
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08:56
Ist doch jeder selbst schuld, wenn er so blöd ist! Nicht mehr kaufen, als man bezahlen kann, dann ist man sicher! Und wenn die Banken solche Kreditgeschäfte fördern (und daran verdienen), sollten sie auch die Zechen zahlen, wenn es platzt - und nicht wieder mit Steuergeldern subventionieren. Die Banken können auch mal pleite gehen und die MItarbeiter auf der Straße stehen, dann merken sie mal, was sie Anderen antun!