Intelligente...
Big Brother im Straßenverkehr
04.04.2009 | 10:13 Uhr 2009-04-04T10:13:00+0200
Essen. Ab 2013 sollen Neuwagen mit Kommunikationsboxen ausgestattet werden. Die können Informationen über Geschwindigkeit und Standort des Fahrzeugs übermitteln. Die EU will damit die Unfallzahlen senken und den Verkehrskollaps verhindern. Datenschützer warnen vor der totalen Überwachung.
Für großes Aufsehen sorgte es nicht, als im Dezember vergangenen Jahres in Berlin CVIS getestet wurde. Hätte es aber vielleicht sollen. Denn was da erstmals öffentlich vorgestellt wurde, könnte das Leben von Millionen Autofahrern von Grund auf verändern und – das befürchten jedenfalls Kritiker – der Kern einer europaweiten Überwachungsinfrastruktur bislang beispielosen Ausmaßes sein.
CVIS steht für kooperative Fahrzeug-Infrastruktur Systeme und wird von einem Konsortium namens Ertico entwickelt, an dem etliche europäische Automobilkonzerne, Telekommunikationsfirmen und Ministerien beteiligt sind. Das Projekt ist Teil einer Initiative der Europäischen Kommission zur Einführung sogenannter intelligenter Verkehrssysteme. Mit dieser Initiative will Brüssel den Verkehr auf europäischen Straßen sicherer machen und besser fließen lassen; erst in der vergangenen Woche gab der Verkehrsausschuss des EU-Parlaments grünes Licht für die Verabschiedung einer entsprechenden europaweit gültigen Rahmenrichtlinie.
Der Herzschlag des Autos
Das von Ertico entwickelte System soll 2013 marktreif sein. Die Idee: In Neuwagen werden serienmäßig Kommunikationsboxen eingebaut, die ständig Informationen über Fahrzeugklasse und -typ, Geschwindigkeit, Standort und Fahrtrichtung aussenden. Dieser „Herzschlag” des Autos kann von den Kommunikationsboxen anderer Fahrzeuge, aber auch von ähnlichen Einrichtungen an Ampeln und Autobahnbrücken empfangen werden. Durch Sammlung und Abgleich der Informationen sollen Staus vermindert und Unfälle vermieden werden. Soweit die Theorie.
Praktisch könnte mit einem solchen System ein Bewegungsprofil von Autofahrern erstellt werden. Der Standort eines Fahrzeugs kann mit der Technik bis auf einen Meter genau lokalisiert werden, schwärmt Ertico. Datenschützern ist diese Vorstellung ein Gräuel: „Ein System, das permanent Aufenthaltsdaten funkt, wäre ein komplettes Überwachungssystem. Das können wir nicht akzeptieren”, so ein Sprecher des Bielefelder Datenschutzvereins FoeBud.
"Unfehlbares Überwachungssystem"
Simon Davis, Direktor der britischen Datenschutzorgansiation Privacy International, warnte im „Guardian”, falls Daten aus einem solchen System mit Daten von Mobil-Telefonen abgeglichen würden, könne somit ein nahezu „unfehlbares Überwachungssystem” geschaffen werden.
Die Brisanz ist den EU-Parlamentariern durchaus bewusst. Allerdings findet sich im Entwurf für die europaweite Rahmenrichtlinie nur der schwammige Hinweis, dass personenbezogene Daten nur dann verarbeitet werden dürften, wenn dies für den Betrieb von intelligenten Verkehrssystem erforderlich sei.
Ein Milliardengeschäft
Klar ist jedenfalls: Für die beteiligten Firmen würde die europaweite Einführung des Systems eine Goldgrube. Jede an einer Ampel oder einer Autobahnbrücke installierte Kommunikationsbox würde mit 500 bis 700 Euro zu Buche schlagen, schätzt Peter Christ, Projektmanager bei Ertico: „Das wären Milliarden-Investitionen.” Die Autofahrer sollten laut Christ besser nicht gefragt werden, ob sie eine solche Box in ihrem Auto haben wollen. "Das sollte europaweit verpflichtend eingeführt werden."
Für die Datenübertragung ist bereits europaweit ein Frequenzband reserviert. Die bisherigen Projektarbeiten haben 41 Millionen Euro gekostet. Die Hälfte davon stammt aus Steuergeldern.

20:56
ich sage mal, wie es kommt:
1) zunaechst wird vehement bestritten, dass die daten irgendwie anders verwendet werden
2)drei jahre spater duerfen die daten zur terrorismusbekaempfung ausgewertet werden
3) danach fuer schwere verbrechen (den begriff gibt es juristisch nicht, nur bei den politikern) und kipo
4) noch spaeter auch um verkehrsdelikte und unfaelle aufzuklaeren
5) am ende dann zur automatischen knoelchenversendung
die albekannte salamitaktik. millionenfach bewaehrt.
17:43
Schlechte Lösungen erfordern immmer mehr Nachbesserungen. Der Hauptfehler ist die falsche Entscheidung für den Autoverkehr gewesen, anstatt den Nahverkehr auszubauen. In den kommenden Jahrzehnten wird das noch deutlicher werden.
Aber Kinder haben schon immer gern mit Autos gespielt, auch wenn sie groß waren....
14:01
#24 @Rentner macht Euch weit,weit weg
Möchte Dir mit aller Gelassenheit sagen, dass wir, die 68er, unseren Beitrag zur Demokratie hier in Westdeutschland geleistet haben.
Ihr, die jungen seid dran etwas zu verändern.
Wir haben nach 45 Jahren Arbeit und korrekter Zahlung unserer Steuern unseren Ruhestand VERDIENT , dies im wahrsten Sinne des Wortes!!!
Dann, bitte, gestatte es uns Rentner doch, das Theater nicht ohne Interesse, aber mit Abstand betrachten zu können. Ohne Deine Häme!!!
Grüße NICO
11:22
Oh mann. Da bleibt nur zu hoffen, daß die Piratenpartei bald die 5%-Hürde schafft.
10:30
moment! WO bleibt das übliche wenn-man-nix-aufrisst-kann-es-einem-doch-egal-sein-Gefasel
das sonst zu lesen ist, wenn es um sicherheitstechnik und überwachung geht?
natürlich wollen DIE uns überwachen! aber nur wenns ums sch... auto gehtwehrt ihr euch? ihr habts verdient überwacht zu werden! @rentner: jau, macht euch endlich weit, weit weg!
09:44
Ich bin mit dem System einverstanden, wenn
- jedem Bürger die aktuellen Einkommensquellen aller EU-Parlamentarier zugänglich sind (natürlich centgenau)
- alle Tagesaufgaben, mit denen der EU-Parlamentarier gerade beschäftigt ist, als Kalender mit Uhrzeit von/ bis online von jedermann abgerufen werden können
- wann der Parlamentarier welche Gesetzesentwürfe eingereicht und welchen er zugestimmt oder welche er abgelehnt hat
Spätestens dann wäre klar, wer warum welche Entscheidungen in der sogenannten EU getroffen hat und der Wahnsinn hätte ein Ende.
Schöne Grüsse von George Orwell !!!
00:12
#17 Nico, ich gebe ihnen Recht. Werde auch bald 60. Geniessen wir noch ein wenig den Ruhestand und hoffen, daß die Eurokraten uns nicht die Rente noch mehr kürzen!
19:28
Wenn fadenscheinige Gründe für eine Sache genannt werden, hier Stauvermeidung, werde ich immer äußerst vorsichtig. Irgendwie denke ich immer an die Abzocktaktik, dass ich einen großen Gewinn gemacht hätte, aber zuerst mal die Kosten begleichen müsste.
Klappt die Sache mit RFID, dieser unsichtbaren Kennung in Kleidung oder im neuen Personalausweis nicht? Kann man da die Daten nicht flächendeckend auslesen?
Es gibt übrigens heute schon solche Kisten. Die werden meist in Lkws eingesetzt, damit der Logistiker der Firma laufend sieht, wo seine Lkws stecken. Bei teuren Pkws kann es zum Auffinden nach einem Diebstahl genutzt werden.
Hier sind die Geräte freiwillig eingebaut.
Sollen die Geräte, wobei Blackbox immer eine große Kiste suggeriert, in alle Autos eingebaut werden? Die geplanten Geräte werden sehr klein sein. Sie werden überall leicht zu verstecken sein. An ihren Sensoren wird man sie wahrscheinlich besser erkennen können, denn die aktuellen Daten müssen ja in die Kiste kommen,
Dann #19 merie können Sie kein Auto mehr kaufen. Aber der Vorschlag von #20 DDT ist doch sehr gut. Nach Möglichkeit schon kurz nach der Geburt. Dann gibt es keine Verwechselungen mehr, Entührungen werden sofort erkannt, sind das nicht alles positive Gründe, die dafür sprechen.
16:23
Und was ist mit all den Nichtautobesitzern, wird denen dann 2015 ein Chip eingepflanzt. Vieleicht mit der Begründung, zur Vermeidung von überfüllten Zügen, Bussen oder anderer öffentlicher Verkehrsmitteln.
15:39
Das Auto soll bewegungstechnisch gläsern werden. Das mag gewissen Bürger-unter-Zwangsverdacht-bürokraten in euphorische Begeisterunggefühle versetzen, ist aber ein Bürgergau.
Den Gau wird man vermeiden können, indem dann solche Zwangs-EU-Neurosenautos einfach nicht gekauft werden. Kein Kauf - keine Unterstützung der Zwangs-EU-Neurose. Einfach und effektiv. Jede(r) Käufer(in) ist in der Entscheidung frei.