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Ein Dodge für Europa - Der Fiat Freemont überzeugt mit seiner Großräumigkeit

25.05.2012 | 08:45 Uhr
Der Fiat Freemont kommt mit einem Einstiegspreis von 26.190 Euro auf den Markt.

Frankfurt.   Der Fiat Freemont überzeugt mit seinem leisen und kräftigen Dieselmotor. Mit einer Länge von 4,9 Metern bietet er Platz für bis zu sieben Personen. Ein Minuspunkt ist hingegen das hohe Gewicht des Wagens. Der Einstiegspreis liegt bei 26.190 Euro. Eltern sei das DVD-Video-Paket empfohlen.

Eine knapp 4,9 Meter langes Auto hat es bei Fiat seit den seligen Tagen des Fiat 130 in den frühen Siebzigern nicht mehr gegeben. Platz für sieben Passagiere konnte bis 2011 nur der Van 'Ulysse' generieren.

Der neue Fiat Freemont vereint die Tugenden von Limousine und Van: Platz für Sieben, Komfort für lange Strecken und einen flexiblen Innenraum, dem die Wandlung vom Familienbus zum Transporter erstaunlich gut gelingt. Und der auch vor der Lösung anspruchsvoller Transportaufgaben nicht verschreckt zusammenzuckt. Der Freemont ist wahlweise mit einem Zweiliter-Vierzylinder-Benziner und 103 kW/140 PS Leistung oder einem Zweiliter-Diesel mit 125 kW/170 PS zu haben. Für den Selbstzünder besteht zudem die Option für einen Allradantrieb. Der Einstiegspreis liegt bei 26 190 Euro.

In der Topausstattung 'Lounge' steht der Diesel-Freemont Allrad mit 34 790 Euro in der Preisliste. Das darf angesichts der Ausstattung mit Sechsgangautomatik, Navi, Teillederbezüge, Rückfahrkamera, Klimaautomatik, Soundsystem von Alpine oder 19-Zoll-Räder aus Leichtmetall als Schnäppchen gelten. Vor der ersten Begegnung mit dem Freemont erhebt sich im Hinterkopf jedoch ein mahnender Zeigefinger. Das Auto ist ja äußerlich ein alter, wenn auch kein guter Bekannter.

Luxeriöse Innenverkleidung im Gegensatz zum Dodge Journey

Chrysler hatte den Siebensitzer 2008 als Dodge Journey auf den Markt gebracht. Der war wirklich ein dröger Billigheimer, geradezu mit Vorsatz lieblos zusammengeschustert. Der Innenraum präsentierte sich als schwarze Wüstenlandschaft. Grob geschnitzt aus einer Art Kunststoffimitat in noch billigerer Qualität. Schon beim Öffnen der Fahrertüre des Freemonts verflüchtigen sich diese traurigen Erinnerungen.

Video
Als Fiat Freemont kommt der ehemalige Dodge Journey anfänglich mit zwei Common-Rail-Diesel-Motor Varianten mit etwa 103 und 125 kW auf den Markt. Ob der 203 kW Motor von Dodge auf dem europäischen Markt eingeführt wird, bleibt vorerst abzuwarten.

Der Blick fällt auf ein ansprechendes Interieur aus wertig anmutenden Materialien, deren Verarbeitung und Passungen auch bei einem Hersteller mit selbst erhobenem Premiumanspruch ein 'Gut' bei der Benotung erhalten würde. Hier hatten eindeutig die Designer und Ausstatter von Fiat das Sagen. Und das ist gut so. Die im Vergleich zu einer Limousine deutlich erhöhte Sitzposition spielt ihre Vorteile mit bequemer Platznahme und guter Übersichtlichkeit aus. Das Platzangebot in der zweiten Reihe fällt ordentlich aus. Für eine Reise von Hamburg nach Rimini sollte die dritte Reihe nicht zwingend für Erwachsene der Zweimeter-Klasse vorbehalten bleiben.

Technische Daten Fiat Freemont 'Lounge' Diesel-Allrad
  • Fünftürige Großraumlimousine, sieben Sitzplätze
  • Länge/Breite/Höhe/Radstand: 4,89/1,79/1,1,69/2,89 m.
  • Leergewicht: 1 949 kg
  • zulässiges Gesamtgewicht: 2 480 kg
  • Gepäckraum: 167 - 1 461 Liter
  • Tankinhalt: 80 Liter, Preis: 34 790 Euro
  • Vierzylinder-Reihenmotor aus Leichtmetall
  • Diesel-Direkteinspritzung
  • Tubolader
  • Hubraum: 1 956 ccm
  • Leistung: 125 kW/170 PS bei 4 000 U/min
  • max. Drehmoment: 350 Nm, ab 1 750 U/min, 0 - 100: 11 s
  • Höchstgeschwindigkeit: 197 km/h
  • Normverbrauch kombiniert: 7,3 l/100km
  • CO2-Ausstoß 194 g CO2/km, Euro 5. mid/tl

Dass moderne Dieselmotoren seit jeher zur Kernkompetenz der Italiener gezählt werden dürfen, unterstreicht einmal mehr der Zweiliter-Motor mit Commonrail-Direkeinspritzung. Dank eines Drehmoments, das schon ab 1 750 U/min mit 350 Newtonmeter über die Antriebswelle herfällt, setzt sich die immerhin knapp zwei Tonnen schwere Freemont-Fuhre souverän in Trab und überwindet bereits nach elf Sekunden die Marke von 100 km/h. Angesichts der äußeren Dimensionen outet sich das Fahrzeug im Gewimmel der Innenstädte nicht wirklich als wendiger Stadtflitzer. Sobald sich der große Fiat jedoch auf die Autobahn einfädelt, verströmt er das volle Verwöhnaroma. Er schnurrt selbst bei höheren Dauergeschwindigkeiten sanft und ruhig über die Bahn.

Fünf Passagiere und noch 758 Liter Stauraum

Dank des stattlichen Radstands von 2,89 Metern fallen Geradeauslauf und Komfort mustergültig aus. Als Reiseauto mit fünf Passagieren stehen immer noch maximal 758 Liter Stauraum zur Verfügung. Eigentlich müssten den Verantwortlichen bei Chrysler die Augen tränen, wenn sie sehen, was Fiat aus ihrem durchaus vernünftigen, aber von Dodge indiskutabel umgesetzten Fahrzeugkonzept mit stimmigen Materialien, guter Verarbeitung und ansprechender Antriebstechnik geschaffen haben. 'Wir sind wirklich froh, dass wir den Freemont haben', stellt Fiats deutscher Pressenchef Klaus Witzek fest, 'er passt prima in die Rolle eines großen Fiats.' Und die Kunden sehen das offensichtlich auch so. Für Europa rechnet Fiat in diesem Jahr mit mehr als 40 000 neuen Freemonts.

PS.: Wenn Sie sich bei ihrem Nachwuchs erfolgreich für den Titel 'Beste Eltern der Welt' bewerben wollen, kreuzen Sie für 890 Euro in der Freemont-Preisliste das 'DVD-Video-Paket' an. Dafür gibt es einen DVD-Player, zwei Kopfhörer, Bildschirm im Dach, eine Fernbedienung und himmlische Ruhe im Fond.

Plus: Platzangebot, Ausstattung, Variabilität, leiser und kräftiger Dieselmotor.

Minus: Hohes Gewicht, Übersichtlichkeit nach hinten. (mid)

Detroit 2012



Kommentare
27.05.2012
15:17
Ein Dodge für Europa - Der Fiat Freemont überzeugt mit seiner Großräumigkeit
von Phoenix253 | #3

In Deutschland zählt dieses Gefährt versicherungstechnisch nicht als SUV, sondern als Van auch wenn er wie ein SUV aussieht. Ist aber eher ein sogenanntes Crossover. Der Motor ist eng verwandt mit denen bei Opel, zwar ein wenig rau, aber zumeist recht zuverlässige Kilometerfresser. Übertrieben oder untertrieben mit 2Liter Hubraum als Diesel ist er auch nicht und bewegen läßt er sich fast wie ein hochgelegter Kombi Marke A6 Allroad, VX70, Passat Alltrack oder ein Subaru Outback. Parkplatztechnisch (bis auf die Höhe) auch in der selben Klasse angesiedelt. Für Familienmenschen ab 2 Kinder aufwärts ne feine Sache und wenigstens einigermaßen bezahlbar und die Verarbeitung ist recht erfreulich für einen Fiat. Image brauch ich nicht, die Optik ist amerikanisch zeitlos genial und der Laderaum ist ähnlich meinem Vectra C Caravan angelegt. Den könnte ich mir bei uns in der Familie gut vorstellen.

25.05.2012
11:24
Ein Dodge für Europa - Der Fiat Freemont überzeugt mit seiner Großräumigkeit
von Oemes | #2

Spinnerei.....Müssten wesentlich höher besteuert werden,dann hört der Schwachsinn mit den SUVs auf.

25.05.2012
10:57
Ein Dodge für Europa - Der Fiat Freemont überzeugt mit seiner Großräumigkeit
von DrDr | #1

Wo soll man ein solches Monstrum parken?

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