Wittke gibt Gas
05.02.2009 | 21:45 Uhr 2009-02-05T21:45:29+0100Der Verkehrsminister vergisst seine Vorbildfunktion
Seit gestern gilt Oliver Wittke als der vermutlich schnellste Verkehrsminister der Republik. Doch hat der CDU-Politiker seinen frischen Ruhm weder der Beschleunigung von Schienenprojekten noch einem Anti-Stau-Programm für die NRW-Autobahnen zu verdanken, sondern seinem Bleifuß. Wittke ist nicht nur zu schnell gefahren, sondern mit 109 km/h durch eine geschlossene Ortschaft gerast.Sicher sind auch Politiker nur Menschen, und auf wen träfe das mehr zu als auf den mitunter zu flapsigen Gelsenkirchener. Aber man muss kein Moralist sein, um Wittke an seine Verantwortung und Vorbildfunktion als Fachminister zu erinnern. Denn was die Grünen gestern als "Blitz-Karriere" verspotteten, hat auch eine ernste Ebene. War es doch Wittke, der etwa bei der Verkehrsministerkonferenz vor zwei Jahren schärfere Kontrollen gegen Rowdies forderte. Und was sollen Autofahrer jetzt von all den ministeriellen Appellen für eine rücksichtsvolle Fahrweise halten?Wittke mag zwar einen Kavaliersstart hingelegt haben - um ein Kavaliersdelikt handelt es sich dabei sicher nicht.
t.schumacher@nrz.de
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