Wenn der Opa kommt, gibt's Spaß
31.03.2008 | 18:11 Uhr 2008-03-31T18:11:00+0200
WESEL. Wenn Dietrich Brandt von seinen Begegnungen mit Kindern erzählt, wandert ein glückliches und zufriedenes Lächeln auf sein Gesicht. Für den 81-Jährigen bedeutet es pures Glück, mit jungen Menschen zusammen zu sein, die für ihn „so wunderbar natürlich” sind. Weil es ihm so viel Spaß macht und weil er findet, ältere Menschen sollten jüngere Generationen an ihrem Wissen und ihrer Erfahrung teilhaben lassen, bastelt Dietrich Brandt regelmäßig zusammen mit Kindern mit Holz.Schon immer sei es neben seiner Arbeit als Diplom-Ingenieur in der Aluminium-Branche sein Hobby gewesen, vielerlei Dinge aus Holz herzustellen. Und schon immer habe er dabei Kinder um sich herum gehabt, erinnert sich der Rentner, der im Jahr 2000 aus Meinerzhagen nach Obrighoven gezogen ist. „In meiner alten Heimat versammelten sich oft alle Kinder der Nachbarschaft in meiner Garage, um mit mir zusammen zu werkeln.” Als er nach einer schweren Erkrankung an den Niederrhein zog, um in der Nähe seines Sohnes zu sein, der in Wesel lebt, packte Dietrich Brandt die Sehnsucht nach den Begegnungen mit Kindern. „Ich habe das richtig vermisst”, sagt der 81-Jährige. Also wandte er sich an das Mehrgenerationenhaus St. Josef und gibt dort seitdem Seminare in Laubsägearbeiten. Doch Dietrich Brandt engagiert sich auch noch in anderen Einrichtungen. Einmal in der Woche besucht er den Evangelischen Kindergarten an der Wackenbrucher Straße, um dort mit Kindern zu werkeln; an einem anderen Tag in der Woche ist er in Ginderich und sägt, bohrt und schraubt dort im Rahmen einer Caritas-Initiative ebenfalls mit Kindern. „Es macht einfach Spaß”, ist Brandts kurze, aber klare Antwort auf die Frage, wieso er so viel seiner Zeit in die Arbeit mit Kindern investiere. „Ich genieße es sehr, zu sehen, mit welchem Eifer und welcher Freude die Kleinen ans Werk gehen, welche Phantasie sie an den Tag legen und wie stolz sie sind, wenn sie etwas erreicht haben.” So, wie Dietrich Brandt den Mädchen und Jungen etwas beibringt, lerne auch er selbst viel von den Kleinen, sagt er. „Die Kinder von heute sind so unbekümmert und natürlich neugierig, das ist einfach toll”, schwärmt der sympathische ältere Herr. „Ich selbst bin in einer Diktatur aufgewachsen, in der es nur schwarz und weiß gab und in der vor allem keine Fragen erlaubt waren. Ich bewundere die Offenheit, mit der Kinder heute ans Leben herangehen.” Berührungsängste von Seiten der Kinder gebe es keine, beobachtet Brandt. „Zuerst sind sie manchmal etwas schüchtern, aber nach ein paar Minuten wissen sie: Wenn der Opa kommt, gibt's Spaß.” Das sei auch bei seinen elf Enkeln und vier Urenkeln so, mit denen der rüstige Rentner ebenfalls viel Zeit verbringt.