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„Visa-Streit” um Geldautomaten eskaliert

07.02.2009 | 11:31 Uhr
„Visa-Streit” um Geldautomaten eskaliert

Essen. Der „Visa-Streit” um die Nutzung von Sparkassen-Geldautomaten mit Kreditkarten von Direktbanken eskaliert weiter. Immer mehr Sparkassen sperren ihre Maschinen für Direktbank-Kunden.

Der „Visa-Streit” um die Nutzung von Sparkassen-Geldautomaten mit Kreditkarten von Direktbanken eskaliert weiter. Nachdem die Sparkasse Dinslaken-Voerde-Hünxe als bundesweit erste ihren Visa-Vertrag kündigte, will die Moerser Sparkasse am Niederrhein ihre Automaten bald zumindest für die Kunden von 6 Direktbanken sperren. „Wir haben Visa mitgeteilt, dass wir unsere Automaten zum 1. März für Visa-Karten von ING-Diba, Comdirect, Santander, CC-Bank, VW-Bank und DKB sperren werden”, sagte Sparkassen-Sprecher Jörg Zimmer.

Damit wird sich das Institut den bundesweit rund 50 von gut 440 Sparkassen und einigen Volksbanken anschließen, die ihre Automaten ebenfalls für diesen Kundenkreis gesperrt haben. Den Sparkassen sind Direktbanken ein Dorn im Auge, die auf eigene Filialen und Geldautomaten verzichten, der Konkurrenz aber mit kostenlosen Konten und dem Angebot, auch an Sparkassen-Automaten gratis Geld abzuheben, Kunden abjagen.

Der interne Preis ist deutlich niedriger

Einst waren Kreditkarten nur zum bargeldlosen Bezahlen gedacht - wer doch Geld abheben wollte, wurde mit Gebühren belastet, die weit über denen einer Abhebung mit EC-Karte lagen. Dabei liegt der interne Preis, den sich Banken untereinander für eine Visa-Abhebung berechnen, mit 1,74 € deutlich unter den durchschnittlich 4,50 € für eine EC-Abhebung. So statten Di-rektbanken ihre Kunden mittlerweile mit Visa-Karten aus, damit sich diese bundesweit mit Barem versorgen können, und übernehmen aus Marketinggründen die - im Vergleich zu EC günstigeren - Gebühren.

Diese Gebühren wollen die Sparkassen nun erhöhen. Würde man sich „auf 6 bis 7 €” einigen, wäre man bereit, die Automaten wieder zu öffnen, sagt Zimmer. Das könnte der Visa-Verwaltungsrat festlegen, in dem Sparkassen, Postbank, Volks- und Privatbanken vertreten sind. Doch das ist kaum wahrscheinlich. Laut Visa gehören schon die 1,74 € zu den höchsten Sätzen in Europa.

Verwirrung für Kunden wird immer größer

Für Direktbank-Kunden wird die Verwirrung nun immer größer, welcher Sparkassen-Automat seinen Bargeld-Schacht noch für sie öffnet. „Die Situation ist unangenehm”, sagt ING-Diba-Sprecher Ulrich Ott. Deshalb geht die Bank gegen Sparkassen vor, die ihre Automaten sperren. Doch die Gerichte entscheiden widersprüchlich: 3 Verfahren seien für die Direktbanken, eines für die Sparkasse ausgegangen. Überall geht es in Berufung, bis zu einer höchstrichterlichen Entscheidung kann es noch dauern.

Deshalb bringt das Direktbank-Lager neue juristische Geschütze in Stellung. Weil in den Kündigungsschreiben an Visa angeblich „immer die gleichen Rechtschreibfehler” auftauchten, gehe man von einem gezielten Boykott-Aufruf der Sparkassenverbände aus, hieß es. Nun hofft man auf Schützenhilfe vom Kartellamt.

Bei den Sparkassen gehen die Einschätzungen indes weit auseinander: Während kleinere Häuser wie Dinslaken den Visa-Vertrag kündigen und in Kauf nehmen, dass eigene Kunden nun eine andere Kreditkarte benötigen, wagen sich große Häuser nicht einmal auf das juristische Glatteis einer Automatensperre. Mit der Landesbank Berlin gehört zudem einer der bundesweit größten Kreditkarten-Ausgeber zum Sparkassenlager. (NRZ)

Thomas Rünker

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Kommentare
02.03.2009
13:49
„Visa-Streit” um Geldautomaten eskaliert
von Jan | #13

Der Feldzug der Sparkassen ist im internationalen Vergleich ein erbärmlicher und lächerlicher Kampf gegen die Konkurrenz. Für mich war der Wechsel von Sparkasse zur DKB eine glasklare Sache. Ich verdiene gut und dafür, dass mein Geld der Bank monatlich zur Verfügung steht zahl ich auch noch drauf. Bei der Sparkasse waren das immerhin 5 Euro im Monat plus Gebühren für EC und diverse Extras. Am Anfang habe ich sogar fürs Onlinebanking gezahlt. Hallo?! Ich nehme denen Arbeit ab und bezahl das auch noch??? Bei meinem Giro brauch ich keine Beratung. Ich lass mir in der Apotheke doch auch nicht jedesmal erklären wie meine Kopfschmerztabletten wirken... Im Zeitalter des Onlinebanking für Standardleistungen passe...
Beruflich bin ich viel im Ausland und würde im Jahr Unsummen für Gebühren bei Barabhebungen zahlen... Die Leistungen und den Service würden Sparkassen auch hinbekommen. Dazu müsste man neue Geschäftsmodelle entwickeln um Kunden zu binden. Nach diesem ganzen Theater, werde ich im Traum nicht mehr auf die Idee kommen bei einer Sparkasse ein Giro zu führen. Selbst als Außenstehender geht doch jedem auf, dass hier der leidtragende der Kunde ist.
Das Wehklagen der Sparkassen und die Schmuddelkindbehandlung von Direktbankkunden sollte zum Umdenken bei den eigenen Geschäftsmodellen führen. Wie vorher schon jemand geschrieben hat. Die EU wirds regeln. Die Auseinandersetzung, die die Sparkassen und Volksbanken hier führen, ist ökonomisch schnell durchschaubar und deshalb so albern...

09.02.2009
13:32
„Visa-Streit” um Geldautomaten eskaliert
von Teo | #12

Das Problem löst der Markt. Es wird, nein es gibt bereits einen Ersatz für die Geldautomaten der Sparkassen (geben). Penny und REWE sind bereits im Geschäft. Zahlen Sie im Laden und nehmen noch gleich an der Kasse bares mit. www.penny.de Dann werden die Kunden auch die Automaten der Sparkasse nicht mehr oder viel zu wenig nutzen. Die Kosten steigen pro Tansaktion weiter - also nicht´s Gutes deutet sich da für den Kunden der Sparkasse an. Denn bisher haben alle Direktbankunden 1,74 € pro Transaktion an die Spk. gezahlt. Im Fazit bleibt festzuhalten, dass es kein Monopol in diesen Bereich geben wird. Sorry Sparkassen, lasst euch besser beraten, besinnt euch auf eure Stärken - sonst seht ihr nie wieder Kunden in eueren Geschäftsstellen und dann ist es sehr schwer Produkte an diese zu verkaufen....oder ihr seid dann auch eine Direktbank?

08.02.2009
02:37
„Visa-Streit” um Geldautomaten eskaliert
von dasKollektiv | #11

die Spasslos-Kassen verlieren letztendlich vor der EU sowieso......

07.02.2009
22:22
„Visa-Streit” um Geldautomaten eskaliert
von trauerspiele | #10

Dibadibadu,
fürs Geld die Schalter sind schon zu!
Nur Kunden mit den Visakarten,
müssen lang aufs Geldle warten.
Ich bin bei ner richtgen Bank!
Gott sei Dank!
Ich schau nicht in den leeren Schlitz,
bei mir kommts Geldle wie der Blitz
aus dem Schlitz!
Das ist kein Witz!

07.02.2009
22:02
„Visa-Streit” um Geldautomaten eskaliert
von blödelbarde | #9

@deutan: Weiß ich doch! Bin ja nicht gansblöd!
Aber ist doch guter Vorschlag! Jeder muss zum Dienstleistungspool etwas beisteuern. Ist doch keine Einbahnstraße ohne Wendemöglichkeit!
Also Dibadibadu,
nu man zu!
Kauf Automaten
für die Karten,
weil das Arbeitsplätze schafft!

07.02.2009
18:46
„Visa-Streit” um Geldautomaten eskaliert
von Inge | #8

Die Sparkassen bekommen doch pro Abbuchung Geld von den Direktbanken, wo ist das Problem?!
Die machen sich damit doch nur noch weiter unbeliebt, ich würde mir dort kein Konto mehr holen wollen! Sind viel zu teuer...

07.02.2009
18:18
„Visa-Streit” um Geldautomaten eskaliert
von Poulver | #7

Man Gründe eine Bank und läßt die Sparkassen
die Arbeit machen.DIE Diba soll gefälligts selbst
Geldautomaten Aufstellen.

07.02.2009
17:56
„Visa-Streit” um Geldautomaten eskaliert
von Rüdiger | #6

@3 u. 4
Die stehen doch an fast jeder größeren Tanke.

07.02.2009
17:31
„Visa-Streit” um Geldautomaten eskaliert
von deutan | #5

#3 blöde barde: weil das Geld kostet

07.02.2009
15:19
„Visa-Streit” um Geldautomaten eskaliert
von blödelbarde | #4

Den Direktbanken steht doch der Weg offen, eigene Geldautomaten aufzustellen. Warum machen die das denn nicht?

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