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Mehr Transparenz ist unverzichtbar

19.08.2009 | 18:05 Uhr

"Scoring" der Kreditwürdigkeit ist bisher inakzeptabel

Der Befund kommt für viele nicht überraschend, ist aber deshalb nicht weniger skandalös: Nach einer Studie des Verbraucherministeriums sind rund die Hälfte aller Daten, die Wirtschaftsauskunfteien wie die Schufa über Verbraucher speichern, falsch oder unvollständig. Mehr noch: Für die Bürger ist in den meist nicht einmal im Ansatz nachvollziehbar, wie die Einschätzung ihrer Kreditwürdigkeit mit fragwürdigen, wissenschaftlich nicht gesicherten Verfahren zustande kommt. Anders ausgedrückt: Über die Bonität der Menschen entscheiden heute immer öfter falsche Daten - und der Zufall.

Ob man eine Wohnung bekommt, einen Handyvertrag oder einen Kredit – immer weniger steht dabei die echte Kreditwürdigkeit oder die Zahlungsmoral im Mittelpunkt, sondern jenes obskure „Scoring-Verfahren“, mit dem sich Auskunfteien wie die Schufa eine goldene Nase verdienen.

Und die Banken obendrein: Für die Kreditvergabe oder die Höhe des dafür zu zahlenden Zinses ist immer weniger das Urteil des zuständigen Sachbearbeiters als der mathematisch ermittelte Scorewert von Belang. Das spart Kosten und steigert die Rendite.

Aber was bedeutet das für die Verbraucher? Zwei, drei Kreditkarten, mehrere Umzüge oder auch eine Kreditanfrage bei Banken reichen aus, um Kunden bei der Bewertung ihrer Kreditwürdigkeit verdächtig erscheinen zu lassen. Schufa & Co. weisen das zwar stets von sich. Doch wer je in mit einer Auskunftei zu tun gehabt hat, weiß, wie schnell die aus dem „Scorewert“ abgeleitete Bonität dahin ist und man eine „Kreditausfallwahrscheinlichkeit“ von 40 Prozent angedichtet bekommt.

Kurzum: Immer mehr Menschen werden durch Auskunfteien willkürlich und unverschuldet in eine Ecke gedrängt, die ihnen das alltägliche Wirtschaftsleben in unerträglicher Weise erschweren. In den letzten Jahren haben sich die Auskunfteien ein wenig geöffnet. Doch transparent sind ihre Geschäfte noch lange nicht. Der Gesetzgeber sollte deshalb nicht zögern, die Branche noch schärfer zu regulieren, als es die Novellierung des Datenschutzgesetzes bislang vorsieht. NRZ

Peter Hahne

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