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Links blinken...

01.10.2009 | 16:56 Uhr

...und rechts abbiegen. Die SPD in Thüringen

Als Christoph Matschie seinen Anspruch auf die Staatskanzlei in Erfurt aufgab, fand sich der Sozialdemokrat grundsätzlich mit der Rolle des Juniorpartners in einer Thüringer Regierung ab. Vor die Wahl gestellt zwischen einer Koalition mit der CDU und einem Bündnis mit Linkspartei sowie Grünen, hat Matschie rational gehandelt. Die CDU bietet mehr Stabilität sowie Verlässlichkeit; und Einfluss auf die Regierung in Berlin hätte eine große Koalition auch.

Die geringsten Sorgen bereitet ihm die Bundespartei. Erstens ist sie mit sich selbst beschäftigt. Zweitens lernt sie aus Fehlern; keine Koalition wird tabuisiert. Drittens kann die SPD noch in genug Ländern nicht nur links blinken, sondern auch abbiegen. Die Erfahrung lehrt, dass der kleine Partner einer großen Koalition es schwer hat, auf seine Kosten zu kommen. Dafür gibt es Beispiele. Der Thüringer SPD genügt ein Blick über die Landesgrenze auf die SPD im benachbarten Sachsen.

Emotional ist Matschies Entscheidung seiner Partei schwer zu vermitteln. Es wird allergische Reaktionen geben. Matschie kommt durch, wenn die CDU ihm sachlich wie auch personell weit entgegenkommt. Es sind noch nicht alle Messen gelesen in Thüringen. NRZ

Miguel Sanches

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