Kärtchenhändler knausern beim Autokauf
21.08.2008 | 08:37 Uhr 2008-08-21T08:37:00+0200
Essen „Wir kaufen ihren Wagen zu jedem Preis”, versprechen die Kärtchen, die morgens oft an der Seitenscheibe des Autos stecken. Wirklich? Unser Reporter hat den Test gemacht. Fazit: Die Kärtchenhändler bieten zu wenig.
Der Mann nimmt das Auto penibel in Augenschein. Der Peugeot, den er sich anschaut, glänzt frisch gewaschen in der Sonne. Viele Jahre hat er mich von A nach B kutschiert. Jetzt möchte ich den Wagen verkaufen. Der potenzielle Käufer aus Essen, der seinen Kopf unter die Motorhaube hält, hat Interesse. Das bekundete er mir bereits vor Monaten. Als ich noch gar nicht an den Verkauf dachte.
Sein Kärtchen steckte eines Morgens an der Seitenscheibe meines Wagens. Diese Karte war nicht die einzige. Über Wochen sammelte ich die gelben, blauen oder roten Exemplare in Visitenkartengröße. Jetzt könnte der Stapel für eine Pokerrunde herhalten. Oder aber für ein gutes Geschäft. Ob die Händler die Höchstpreise zahlen, die sie auf ihren Kärtchen so freimütig versprechen? Die NRZ machte den Test.
Gekauft wird alles, was vier Räder hat
Damit der Autoverkauf nicht zu einem Abenteuer wird, ermittelte ein Kfz-Sachverständiger der Dekra vorab den Wert des Wagens. Der Lockvogel ist ein Peugeot 406 Kombi Diesel. Das Minus: hohe Laufleistung von über 200 000 Kilometern, diverse Beulen und Kratzer. Das Plus: Ein Austauschmotor und eine hochwertige Ausstattung. Rund 3800 Euro sollte ein Händler für den Gebrauchten auf den Tisch legen, sagt die Dekra.
Sicher ist sicher - Tipps für den privaten Autoverkauf.
Wer beim privaten Verkauf seines Autos nicht auf Betrüger hereinfallen will, sollte sich gut vorbereiten. Einige Hinweise, die man zum eigenen Schutz unbedingt beachten sollte:- Gehen Sie zu einem Treffen nie allein. Nehmen Sie eine (fachkundige) Person als Begleitung und Schutz mit. Oder treffen Sie sich an einem belebten Platz.- Fixieren Sie den Verkauf schriftlich in einem Kaufvertrag: Vordruck benutzen (beispielsweise unter: http://cms.mobile.de/content-GERMANY/_pdf/kaufvertrag.pdf).- Möchte der potenzielle Käufer ein Gutachten erstellen, benötigt er dafür meist nicht die Originalpapiere. Kopien reichen.- Die vollständigen Papiere händigen Sie erst nach Erhalt der vollen Summe aus. Erhalten Sie Bargeld, sollten Sie es bei einer Bank auf Echtheit prüfen lassen. (NRZ)
Los geht's! „Wir interessieren uns für Ihr Fahrzeug”, steht auf einer der Karten, die ich monatelang nur in mein Handschuhfach geschleudert habe. Zu finden ist keine Adresse, nur eine Telefonnummer. „Hinter den Kärtchen stehen meistens Händler, die alte Autos mit hohem Kilometerstand kaufen, um sie nach Afrika oder nach Osteuropa zu exportieren”, erklärt Jacqueline Grünewald vom ADAC. Ihre Karten stecken sie an so gut wie alles, was vier Räder aufweist.
"Wir kaufen alles. Zu Höchstpreisen."
Ihre Verheißungen sind beinahe traumhaft: „Wir kaufen alles. Zu Höchstpreisen”, wird versprochen. Klingt verlockend, oder? Ich rufe an.
Ein Mann mit ausländischem Akzent meldet sich. Abadi heißt er und fragt direkt nach Typ, Baujahr, Kilometerstand, Farbe - und meiner Preisvorstellung. „So um die 4000 Euro”, sage ich und pokere hoch. Stille. Ich wiederhole meinen Wunsch. Es soll einer bleiben. „2500 Euro, mehr ich nicht zahlen”, betont die Stimme an der Strippe. Dann rattert Abadi seine Argumente herunter. Keiner wolle mehr Diesel fahren. „Gucken Sie Tankstelle”, wirft er wie zum Beweis ein. Ich aber werfe das Handtuch - hier winkt kein Geschäft. Es geht weiter. Mein Kartenvorrat ist längst nicht aufgebraucht.
Zwei Anrufe, zwei Verabredungen. Das ist doch mal ein Erfolg, denke ich. Der erste Treffpunkt liegt in einem Wohngebiet. Mich erwartet eine Überraschung: Auf dem Hof einer Werkstatt treffe ich beide Autohändler. Angerufen habe ich aber unterschiedliche Telefonnummern. Jacqueline Grünewald vom ADAC weiß: „Oft steckt nur ein Händler hinter vielen verschiedenen Kärtchen und Nummern.” In meinem Fall wird allerdings schnell deutlich: Die zwei Autokäufer arbeiten auf eigene Rechnung. Kaum bin ich da, kommt es zum Wortgefecht. Keiner will sich hier ein potenzielles Geschäft entgehen lassen.
Internet-Inserat bringt 700 Euro mehr
Einer der Kärtchenhändler spekuliert darauf, dass ich von Autotechnik wenig Ahnung habe. Bei laufendem Motor öffnet er den Ölverschluss. Dampf tritt kurz aus. „Sehen Sie, mit dem Motor ist irgendetwas nicht in Ordnung. Es soll aus dem Auspuff rauchen, nicht aus dem Motor.” Dem habe ich nichts entgegenzusetzen. Mehr als 2000 Euro seien nicht drin, sagt er. Mein Auto für das Geld auch nicht, sage ich.
Eine spätere Nachfrage beim ADAC-Kfz-Meister ist aufschlussreich: Dass es dampft, ist völlig normal. Es sind Öldämpfe, die der Schmierstoff nach seiner Erhitzung beim Kontakt mit der Außenluft abgibt. „Das ist ein klassisches Beispiel dafür, wie ein Autohändler den Verkäufer verunsichern und den Kaufpreis drücken wollte”, meint Grünewald.
Fazit: Mein Telefon lief zwar heiß, die Kalkulationen der Kärtchenhändler blieben jedoch eiskalt. Keines ihrer Angebote kam in die Nähe des Wertes, den der Sachverständige ermittelt hatte. Alternativ habe ich ein Inserat auf einem Gebrauchtwagenportale im Internet aufgegeben. Das höchste Gebot lag bei 3200 Euro und damit bis zu 700 Euro über den Angeboten der Kärtchenhändler. (NRZ)
14:54
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16:42
Wenn die wenigstens nur Pappkärtchen an die Scheibe stecken würden, die Dinger sind ja leider noch umweltfreundlich einlaminiert.
Der Papiercontainer steht neben meinem Wagen ...
09:50
Das schlimme daran ist ja, das diese Händler irgendwelche Kinder losschicken. Ich habs selbst gesehen, das ein Pimpf von geschätzten 10 Jahren die Karten an meine Scheibe gesteckt hat.
Das Geschäft mit den Karten hin oder her, aber mit Kindern?!?!
20:21
Ja habt ihr denn erwartet, daß die euch eure alten Möhren zu überhöhten Marktpreisen abnehmen?
Eine ganz einfache Regel lautet - Im Einkauf liegt der Segen (für den Kaufmann!)!
20:20
Die karten nerven schon, die Methoden beim Ankauf auch. Für viele so gennanter alte Karren
wie den Omega aus Post 14 kann sich der Verkauf also die Entsorgung fürn Hunni trotzdem lohnen.
Beim Verwerter kostet oft mehr den wagen zu Entsorgen.
Machen Sie den Test nochmal! Aber mit Vertragshändlern, Es wird ihnen Keiner Abkaufen höchtens beim Kauf eines Neufahrzeugs oder eines hochwertigen Gebrauchten in Zahlung nehmen. Und ob da mehr als 2000 ökken bei rauskommen ist sehr unwahrscheinlich.
18:16
Als ich noch ein Auto besaß,hatte ich auch das Vergnügen mit den Kärtchen.
Nun bin ich umgezogen,habe kein Auto mehr,wo landen diese Dinger jetzt ?
In meinem Briefkasten ! Toll,nicht ?
17:43
Na ja,aber auf diese Art brauchte ich meinen Omega nicht zu verschrotten.Es gab,ohne Tüv ,und incl Abmeldung noch nen Hunni aufe Kralle......
15:15
Die einzige Möglichkeit, wie man diese Kärtchenhändler drankriegen kann ist mit Umweltverschmutzung. Wer Flyer o.ä. an Autos macht ohne Genehmigung der Behörde, muß auch für die Reinigungskosten aufkommen, wenn diese auf der Straße/ Bordstein landen. Aber sonst...
Es sollte allerdings zum gesunden Menschenverstand gehören, daß man seine Sachen nicht jedem in die Hand drückt. Der Gesetzgeber beschützt schon eine Menge dummer Leute vor allem möglichem, es gibt auch Grenzen, naja, sollte es zumindest geben...
09:50
Wer mit diesen Händlern Geschäfte macht ist selber schuld, ihre Masche immer die gleiche.
Es sind in der Regel eigentlich nur Aufkäufer für Märkze außerhalb Europas.
Kärtchen = Sachbeschädigung, eigentlich nicht, es soll aber Fälle gegeben haben wo durchgerutschte Kärtchen elektr. Fensterheber blokiert haben sollen.
08:50
Im Einkauf liegt der Profit. Wenn am selber ein Auto kaufen moechte geht man doch genauso vor, oder ?!