Einfalltor für Mauschelei
02.09.2009 | 18:44 Uhr 2009-09-02T18:44:00+0200Warum Praxen und Kliniken verzahnt werden müssen
Der Patient hat die Wahl - er kann sich seinen Arzt aussuchen und er kann auch die Klinik wählen - in der Theorie. Doch wer weiß schon, welche Klinik gut ist? Allen Klinikratgebern und Qualitätsberichten zum Trotz vertrauen die meisten dem Hausarzt.
Ob der das Haus empfiehlt, weil er einen fundierten Überblick über die Leistung hat oder weil er den Oberarzt von früher kennt oder eine Pauschale kassiert – das weiß der Patient nicht. Die Nahtstelle zwischen Praxis und Klinik ist Einfalltor für Mauschelei und kriminelle Machenschaften.
Übrigens: Im Grunde haben die Kliniken, die Fangprämien für Patienten zahlen, nur das politisch gewollte Modell der Fallpauschalen einen (illegalen) Schritt weitergedacht.
Gegen solche Praktiken hilft Transparenz und engere Verzahnung. Kliniken praktizieren dies seit Jahren, in dem sie sich Fachärzte an oder ins Haus holen. Nähe schafft Vertrauen und Knowhow auf beiden Seiten sowie kurze Wege für Patienten. Die Politik fördert das Zusammenwachsen durch Modelle der Integrierten Versorgung. Dafür gibt's übrigens auch Geld - vom Staat.
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