Eine Million wollen die Abwrackprämie
01.04.2009 | 18:10 Uhr 2009-04-01T18:10:00+0200Probleme bei Online-Anträgen angeblich behoben
Berlin. Der rasante Ansturm auf die Abwrackprämie nimmt kein Ende. Knapp eine Million Menschen haben inzwischen die Prämie für die Verschrottung ihres Altautos beantragt. „Der Andrang lässt nicht nach“, sagte eine Sprecherin des Bundesamtes für Wirtschaft (Bafa) der NRZ. Seit vergangenen Montag das Antragsverfahren auf Online-Reservierungen umgestellt wurde, haben mehr als 500 000 Bürger die Prämie beantragt. Der Fördertopf war ursprünglich nur für 600 000 Fahrzeuge bestimmt. Die Bundesregierung hatte jedoch kürzlich angekündigt, die Prämienzahlung bis Jahresende zu verlängern. Noch nicht festgelegt hat Berlin die Details. Offen blieb auch gestern, wie hoch die Prämie für jene Antragsteller ausfällt, die in der ersten Förderrunde nicht dabei waren.
Der ADAC fordert Berlin auf, den Zusagen verbindliche Regelungen folgen zu lassen. „Die Regierung muss die Höhe und die verlängerte Laufzeit der Prämie fest zusagen”, sagt Sprecher Andreas Hölzel mit Blick auf eine wachsende Verunsicherung der Antragsteller.
Sinkender Marktwert
Der Automobilclub beklagt zudem eine erhebliche Schieflage am Gebrauchtwagenmarkt. „Wer in der unteren Preisklasse einen Gebrauchtwagen sucht, tut sich sehr schwer”, so Hölzel. Dem Markt würden durch die Prämie Autos entzogen, die einen deutlich höheren Marktwert als die Abwrackprämie hätten. Verkäufer, die ihren ein bis drei Jahre alten Gebrauchten am Markt plat-zieren wollen, müssen momentan hohe Abschläge in Kauf nehmen.
Mehrkosten für Steuerzahler
Der Run auf die Prämie hat einen weiteren Nebeneffekt: Langsam werden im Bundeshaushalt die Mittel knapp. Somit schießen die Kosten für die Steuerzahler in die Höhe. Statt der eingeplanten 1,5 Milliarden Euro müsste Finanzminister Steinbrück bei unveränderter Prämienhöhe jetzt schon 2,3 Milliarden Euro locker machen. Regierungsexperten schätzen, dass sich bis zu 1,5 Millionen Bürger die Prämie sichern könnten. Das würde den Bund dann 3,75 Milliarden Euro kosten. „Die Belastung für den Haushalt sollte insgesamt aber überschaubar bleiben“, hieß es dazu im Bundesfinanzministerium.
Weitgehend behoben scheinen beim Bafa in Eschborn die technischen Probleme. „In Spitzenzeiten kann es hier und da zu Problemen kommen, aber eine halbe Million eingegangener Anträge seit Montag sprechen wohl für sich“, sagte eine Sprecherin. In den vergangenen Tagen hatte es Kritik gehagelt, weil die Server bei den Online-Anträgen überlas-tet waren. Außerdem waren in 200 Fällen Datensätze von Antragstellern falsch zugeordnet wurden. Auch diese Fehler seien mittlerweile beseitigt und könnten nicht wieder vorkommen.
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