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Die Frauenversteherin von der Leyen

05.06.2009 | 12:25 Uhr
Die Frauenversteherin von der Leyen

Essen. Die Familienministerin Ursula von der Leyen ist ein Publikumsmagnet, gefragter Talk-Gast und auch nicht bange davor, sich von Hollywood-Star Hugh Jackman bei „Wetten, dass...?” auf den Arm nehmen zu lassen. Ihr Programm ist: Nähe herzustellen, auch in „Mintrop's Land Hotel" in Essen.

Gegensätze ziehen sich an. Wer hätte gedacht, dass man 20 Minuten auf der einzigen kurvenreichen Hauptstraße des Ortes einem Müllwagen hinterherfahren muss, um zu Deutschlands bestem Tagungshotel zu kommen? So hat man genügend Zeit, rechts entlang der Strecke mindestens fünf Mal in das Antlitz von Franz-Josef Britz zu blicken, dem neuen CDU-Kandidaten für das Oberbürgermeisteramt. Der Stadteil Burgaltendorf im äußersten und wunderschön grünen Essener Südosten war immer schon ein tiefschwarzer Fleck im einst roten Revier - ländlich, bieder, konservativ.

Doch an diesem Tag bekommt Burgaltendorf einen Klecks in Lila, nicht gar so frauenbewegt-kräftig, eher zart-violett wie ein Chiffonschal. Aber immerhin. Die Frauen des mehrfach prämierten „Mintrop's Land Hotel” haben geladen, und Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) ist aus Berlin gekommen. Auf dem Hochplateau über der Ruhr würdigt sie die Familie Mintrop, die sich vor allem um Mitarbeiterinnen bemüht, die nach Kinder- und Haushaltsphase zurück in den Beruf wollen.

Nähe zum Publikum

Die Ministerin ist ein Publikumsmagnet, viel gefragter Talk-Gast und auch nicht bange davor, sich von Hollywood-Star Hugh Jackman bei „Wetten, dass...?” auf den Arm nehmen zu lassen. Es gehört zu ihrem Programm, jederzeit und überall eine Nähe herzustellen, zum Gesprächspartner, zum Publikum.

Diesmal besteht es fast ausschließlich aus Frauen, zumeist von örtlichen Frauenverbänden, oder Unternehmerinnen der Region. Und auch bei denen kommt sie an mit ihrer Rede, bei der sie strahlt und mit dem Kopf nickt und auf und nieder wippt, und sie punktet generations- und parteienübergreifend.

„Wenn Arbeitgeber hören, dass eine Frau Kinder hat und nun zurück in den Beruf will, dann heißt es doch: 'Wenn Ihre Kinder krank werden, fallen Sie aus.' Haben Sie schon einmal gehört, dass das jemand zu einem Mann gesagt hat? Ich nicht!” Wer jetzt applaudiert, muss nicht CDU-Wählerin sein oder eine so große Kindnerschar haben wie von der Leyen selbst, die siebenfache Mutter mit der Teenagerfigur im obligatorischen schwarzen Hosenanzug.

Gewiss ist sie auch auf Wahlkampftour. Trotzdem - und das ist eine Kunst - nimmt man ihr ab, was sie sagt - eine thematisch geschickte Mischung aus Familienfürsorge, Frauenpower und viel positiver Energie. Ein Ruck geht durch die kleine Ministerin, wenn sie freudig das etwas abgegriffene „Multitasking”-Talent von Müttern beschreibt, die „fünf Dinge auf einmal tun können, ohne gleich Kakao zu schreien!” Jeder Arbeitgeber müsse erkennen, was für wertvolle Mitarbeiterinnen er sich an Bord holen würde, würde man den Frauen doch nur eine Chance geben.

Frauen und Kinder und Jobs unter einen Hut zu bringen ist von der Leyens Herzensangelegenheit, und der versammelten lokalpolitischen CDU-Herrenrunde in der ersten Reihe schmettert sie ein: „Doppelte Berufstätigkeit von Vätern und Müttern innerhalb der Familie senkt das Armutsrisiko erheblich!” entgegen.

Das sind ihre Lieblingsthemen. Teilzeitarbeit für Männer und Frauen. Elternzeit für Väter. Aufwertung von Hausarbeit, Kinderbetreung oder Pflege. Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Nein, nein, am traditionellen Familienbild will sie nicht gewaltsam rütteln. Aber sie will Alternativen anbieten. Das klingt nach einer modernen Konservativen. Oder einer konservativen Modernen. Die Damen sind begeistert.

Ergreifendes Plädoyer

Vorne links sitzen drei Frauen, deretwegen die Ministerin auch gekommen ist, Anja Ballhorn (37), Irmgard Teucher (59) und Karin Kneucker (52) kommen allesamt aus fremden Berufen, hatten lange Hausfrauen- und Erziehungszeiten hinter sich bis sie sich trauten, bei den Mintrops noch einmal anzufangen. Alle drei haben nun schon seit Jahren verantwortungsvolle Jobs im Hotel und sind gerührt, als Hotelierstochter Maria Carolina Mintrop ein ergreifende Plädoyer über Zusammenhalt und Engagement hält.

Auch Frau Ministerin ist gerührt und lässt sich gerne fotografieren, passt sie doch perfekt in diese von Frauenhand designte Avantgard-Lobby mit bunten Cocktailsesseln, bunten Milchkaffeetassen und bunten Bildern an den Wänden. Was sie von hier mit nach Hause nimmt, fragt man sie. Sie lächelt unangestrengt: „Am schönsten finde ich, dass man in diesem Betrieb Mitarbeiterinnen aus den umliegenden Dörfern sucht, damit diese schnell bei Ihren Kinder sein können, falls es notwendig ist.” Eine Frauenversteherin.

Cornelia Färber

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Kommentare
14.07.2009
19:41
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von Matthias.Kiesel | #10

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14.07.2009
16:23
Die Frauenversteherin von der Leyen
von Es war einmal..... | #9

Irgendwie ist diese Frau doch krank im Kopf oder?

06.06.2009
04:45
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von miriam.lessmann | #8

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05.06.2009
22:00
Die Frauenversteherin von der Leyen
von schnee | #7

also - es sind ihre kinder, sie hat sie geboren. selbst wenn hilfe da war, was bei 7 kindern notwendig ist, hat diese frau zumindest mehr ahnung von ihrer materie als manch anderer politiker.

05.06.2009
13:39
Die Frauenversteherin von der Leyen
von DUMM.FAUL.LINKS | #6

@ #4

Mintrops Burghotel in Burgaltendorgf ist ein nettes Hotel in einer angenehmen Lage. Zwar etwas außerhalb, aber ein durchaus schönes Hotel.

Das es Deutschlands bestes Tagungshotel ist, bezweifle ich aber auch!

05.06.2009
13:36
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von Matthias.Kiesel | #5

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05.06.2009
13:36
Die Frauenversteherin von der Leyen
von glaubenix | #4

Jetzt weiß es auch ich, wo Deutschlands bestes Tagungshotel steht. Kannte ich bisher noch nicht.

05.06.2009
12:32
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von Matthias.Kiesel | #3

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05.06.2009
11:53
Die Frauenversteherin von der Leyen
von beobachtergut | #2

Diese Frau sollte sich um ihre vielen Kinder kümmern!!! In der Öffentlichkeit brauchen wir sie nicht. Da steckt viel Luft dahinter.

05.06.2009
09:39
Die Frauenversteherin von der Leyen
von scorpionx | #1

ich kann sie (frau v. d. leyen ) inzwischen kaum mehr ertragen ---
sei es visuell oder audiolingual ...

es war mal anders ...

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