Der große Knall
08.10.2008 | 22:20 Uhr 2008-10-08T22:20:00+0200
Düsseldorf. Weil ein Fanatiker einen Feuerwerkskörper geworfen hat, droht Torwart Georg Koch das Ende der Karriere.
In vier Monaten wird Georg Koch 37 Jahre. Das ist das Alter, in dem für die meisten Fußballer längst das Leben nach der Karriere begonnen hat. Georg Koch hatte sich das anders vorgestellt. Er ist Torwart, und Torhüter können ohnehin etwas länger spielen. Georg Koch würde gerne noch ein bisschen anhängen an seine Karriere. Ob es klappt, steht seit ein paar Wochen in den Sternen. Seit ein Knallkörper unmittelbar neben Kochs rechtem Ohr explodiert ist, kämpft der ehemalige MSV-Keeper um seine Karriere. Es ist kein leichter Kampf.
Denn es kann durchaus passieren, dass es nicht mehr reicht, nicht mehr weitergehen kann mit einem Platz zwischen den Pfosten. Das Deprimierende daran: Schorsch Koch wüsste nicht einmal genau, wer ihm das eingebrockt hätte. Irgendein fanatischer Fan von Austria Wien, so viel steht fest. Wer genau? „Keine Ahnung”, sagt Koch und es hört sich so an, als sei ihm bewusst, dass die Polizei diesen einen Verrückten, der ihm wochenlange Schmerzen und monatelange Zweifel beschert hat, nicht mehr ermitteln wird. Elf Randalierer hat sie damals festgenommen, elf Mann aus dem Mob, der hinter Koch herumtobte, als der Knallkörper flog. Aber wer geworfen hat?
Beim falschen Verein – und das als Deutscher
Wien im August. Das Stadtderby steht an, Rapid gegen Austria. Das ist kein Spiel wie jedes andere, das Stadion ist ausverkauft, die Fans sind verfeindet und in Österreich dürfen sie – anders als in Deutschland – trotz aller Bedenken bestimmte Arten von bengalischen Feuern mitbringen. Die Stimmung soll stimmen...
Diesmal sind keine sechs Minuten gespielt, da liegt Schorsch Koch, der seit Saisonbeginn das Tor von Rapid hütet, im Strafraum und windet sich vor Schmerzen. Aus der Austria-Kurve direkt hinter ihm ist der Feuerwerkskörper geworfen worden. Gezielt.
„Die hassen mich ganz besonders”, sagt Koch über den fanatischen Kern der Austria-Anhänger: „Ich spiele beim falschen Verein und ich bin Deutscher.” Unmittelbar neben dem rechten Ohr explodiert das Geschoss. Koch, ein Typ, der hart im Nehmen ist, wird behandelt, bricht dann in der Kabine zusammen.
Tagelang hat er mit den Folgen zu kämpfen: Erst ein Tinnitus, das dauerhafte Pfeifen im Ohr. Dann Gleichgewichtsstörungen. Bei Tests kippt Koch immer wieder nach rechts. Inzwischen ist er wieder hergestellt. Für den Alltag reicht es. Aber im Training, unter Belastung, wird ihm immer noch schwindelig. An ein Spiel ist nicht zu denken. Im Moment versucht es Koch in Düsseldorf mit einem Reha-Programm. Am Montag geht's nach Wien zurück, zu den nächsten Tests. Wenn sich dann nichts bessert...
Sorgen um den MSV Duisburg
Koch macht sich da wenig vor: Je länger es dauert, desto geringer wird seine Hoffnung. „Vielleicht habe ich im kommenden Jahr viel Zeit”, sagt er mit einem Schuss Ironie.
Vielleicht. Dem Fußball möchte er schon erhalten bleiben. Es war ja alles längst geregelt: Georg Koch hatte beim MSV Duisburg einen Profi-Vertrag bis 2009 unterschrieben und sollte danach ins Management der Zebras einsteigen. Aber der Teufel lag im Detail, Koch geriet mit Präsident Walter Hellmich öffentlich aneinander und obwohl die Fans auf Seiten ihres Lieblings Schorsch standen, war's der Anfang vom Ende. Koch musste gehen. Nach Zagreb, nach Wien.
Am MSV hängt er trotz des unrühmlichen Abgangs, er war der gefeierte Held beim Bundesliga-Aufstieg 2005, er war der überragende Mann in einem für die Bundesliga zu schwachen Team 2006. Und war noch einmal der Rückhalt beim Wiederaufstieg 2007.
In dieser Saison hat sich Koch ein paar Spiele angeschaut. Sein Fazit – bestenfalls durchwachsen. „Gegen Rostock habe ich beim 2:2 eine gute Mannschaft gesehen, in den anderen Partien nicht.” Was er vermisst: „Dass die Jungs rausgehen und mit dieser Brust auftreten, die dem Gegner zeigt: Wir gewinnen hier, denn wir wollen aufsteigen.”
Genau das war immer Georg Kochs große Stärke, der absolute Wille zum Erfolg. Den hat er in sich, von dem würde er auf dem Platz gerne noch etwas zeigen. Wenn's denn noch einmal etwas wird. Falls nicht, bleibt Georg Koch ein Trost: Seine Karriere hat er gehabt, wechselhaft, lang, bestimmt nicht langweilig. „Ich bin”, sagt Georg Koch in diesem Zusammenhang erleichtert, „ja keine 26 mehr.” (NRZ)
21:22
hallo blue white force : du willst wissen warum er gehen musste ?
ich sage es dir : weil er sich auf der weihnachtsfeier im betrunkenen zustand zum wiederholten male total daneben benommen hatte.
u.a. übelste beleidigungen ausgesprochen. leider ist das bei georg koch des öfteren passiert, deshalb war eine trennung zwangsläufig und auch verständlich-
trotzdem war er ein guter torwart !
10:02
Zu Rentner 4:
Lieber für den Schorsch sammeln anstatt sein Geld den anderen lustlosen Spielern in den Rachen zu schmeißen!!!Er war einer der letzten die sich für den Verein zerissen haben.Werde wieder gesund und lass dich mal wieder in Duisburg sehen.Alles Gute!!!
09:39
oh man, ich bekomme echt eine Gänsehaut wenn ich diesen Bericht lese. Wie krank können Fussballfans sein?
Alles Gute und sei dir gewiss, dass du das beste Zebra der letzten 10 jahre warst.
20:35
Trotz allem gute Besserung und vielleicht `mal auf ein Wiedersehen in Duisburg !
19:50
Du bist und bleibst ein Duisburger.
Alles Gute und hoffentlich auf ein Wiedersehen beim MSV.
19:48
Mir kommen gleich die Tränen wenn ich so ein Geschmiere lese es wird ein auf Arbeitsunfall dann Sportinvalide gemacht die Berufsgenossenschaft zahlt ein Haufen Euro und fertig am besten ihr sammelt noch Geld für den armen Kerl
19:45
Mach einen Trainerschein, bald wird sicher was frei =)
19:21
Alles Gute Schorsch
18:56
Alles Gute Schorsch!!!Vielleicht erzählst du uns irgendwann mal wieso du rausgeeckelt wurdes.Gute Besserung!!!
18:54
Was soll der Artikel überhaupt? Sollen jetzt alle Mitleid mit dem armen Keeper Koch haben? Er ist kein Duisburger mehr! Wenn ihm weiter am Verein was gelegen hätte, dann hätte er den ****** hier in Duisburg, der seine Entlassung herbeigerufen hat nicht fabrizieren sollen. Koch hätte beim MSV Alt werden können! Aber nein, immer diskutieren, immer wieder provozieren. Was hat er nun davon? Hat in kürzester Zeit im Ausland in zwei Vereinen gewechselt. Wollte den King Status auch dort raushängen lassen. Hat lautstark geprallt, dass Zagreb sowie auch Rapid Wien einen guten und erfahrenen Torhüter wie ihn brauchen. Ist doch auch in die Hose gegangen und nun steht er mit 36 Jahren vor dem Karriere aus!?
Okay, macht er nun halt eben auf Sportinvalide hört sich auch dramatischer an, als wenn eines Tages in den Schlagzeilen steht “ Rapid Wien trennt sich wegen Formtief vom Torhüter Koch“. Die schlechte Leistung die er in Wien gebracht hat, war doch in letzter Zeit Gesprächsthema Nummer eins. Er wird doch so oder so nicht mehr im Tor von Rapid stehen.
Wunschdenken, dass es dem MSV in dieser Saison besser gehen würde mit einem Georg Koch ist Unfug. Viel wichtiger benötigt der Verein Fans die an die Mannschaft und am Trainerstab glauben und nicht mit Antiparolen dem Verein schaden.
Sorry Schorsch, wenn du wirklich vor dem Ende deiner Kariere stehst, begann diese bereits als du den MSV verlassen musstest!