Der Druck muss raus
30.09.2009 | 16:44 Uhr 2009-09-30T16:44:00+0200Die Linken in der SPD machen sich Luft.
Mein Gott, was muss es in der SPD all die Jahre gegrummelt haben. So lange man an der Regierung war, egal ob unter Schröder oder Merkel, wurde der Druck mühsam im Kessel gehalten, wurden Agenda 2010, Hartz-IV und der Juniorpart in der ungeliebten Koalition mit der Union ertragen. Doch kaum ist die Wahl verloren, kaum ist man nicht mehr in der Regierungsverantwortung, macht sich Luft, was vorher beinahe an Atemnot erstickt wäre: die Linken in der Partei. Sie sind in der Rolle angekommen, die sie am besten können: Opposition. Und was gestern noch Gültigkeit hatte, droht leichtfertig über Bord geworfen zu werden.
Neue Mitte - war da mal was? Deutet man die ersten Reaktionen richtig, wird das Heil der Partei in einer Zusammenarbeit mit den selbsternannten und doch so staatskonservativen Linken Lafontaines und Gysis gesucht. Natürlich gibt es mit denen jede Menge Schnittmengen, auch und gerade im sozialen Bereich. Es mutet aber seltsam an, wie wetterwendisch die SPD sein kann. Die Linken obenauf? Das ließe für die Partei nichts Gutes erahnen. Es wird viel Zeit ins Land gehen, ehe die alte Dame SPD ihr neues Selbstverständnis gefunden haben wird. NRZ
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