Abiturprüfung mit Tüv-Siegel
17.04.2009 | 18:52 Uhr 2009-04-17T18:52:00+0200
Düsseldorf. Nach der Pannenserie 2008: Eine unabhängige Kommission hat die Aufgaben geprüft - in jedem vierten Fach, besonders in Mathe.
Das Zentralabitur in NRW ist für die am Dienstag beginnenden Prüfungen derart abgesichert, dass „keine dicken Hunde mehr drin sein dürften”. Das sagt der Dortmunder Bildungsforscher Professor Wilfried Bos, den NRW-Schulministerin Barbara Sommer (CDU) letztes Jahr zum obersten Krisenmanager berufen hatte. Bos steht seitdem an der Spitze von 21 Fachkommissionen mit über 100 Wissenschaftlern und Lehrkräften, die wiederum die von über 200 Lehrern aufgestellten Abi-Prüfungsaufgaben kontrollieren. „Das sind die bestgeprüftesten Abi-Aufgaben, die es je in Deutschland gegeben hat”, sagt Bos (siehe Interview).
Das Zentralabitur 2008 hatte für Ärger, Spott und langwierige Nacharbeiten gesorgt. Symbolhaft für die Pannen stand eine nicht lösbare Matheaufgabe, der „Oktaeder des Grauens”. Lustvoll hefteten politische Gegner und Lehrerverbände der Schulministerin dieses Etikett an. Das darauf einsetzende Management des Grauens musste Lehrer- und Schülerschaft, Ministerium und Wissenschaft miteinander versöhnen. Bildungsexperte Bos war der Auserkorene, weil er 1997 am Max-Planck-Institut als erster Wissenschaftler das Zentralabitur erforschte.
Die Arbeit der neuen Kommission kostet für zwei Jahre eine Million Euro - für Sommer „gut angelegtes Geld”. Sie rechnet es auf 6,58 Euro pro Abiturient um. Die SPD-Opposition setzt die ganze Million auf den Kopf der Schulministerin: Die Ausgabe entstehe nur, „weil sie das Krisenmanagement nicht hinbekommen hat”, schimpft ihre Vorgängerin Ute Schäfer. Das Ministerium hätte bloß seine „Pflichtaufgaben” machen müssen.
76 000 Schüler treten an
Selbstverständlich stehe sie zu ihrer Verantwortung für den Ablauf des Zentralabiturs, versicherte Sommer gestern. Sie glaubt an die neue Verknüpfung von Schule und Wissenschaft in der Bos-Kommission: „Andere Länder werden folgen.”
Sollte es diesmal Fehler bei den Abi-Vorgaben geben, „wird kein Abiturient einen Nachteil haben, absolut nicht”, versprach Sommer. Sie geht auch davon aus, dass im Internet genug Sicherungen eingerichtet sind, um den Diebstahl von Prüfungsaufgaben zu verhindern.
76 000 Schülerinnen und Schüler in Gymnasien, Gesamtschulen, Berufs- und Weiterbildungskollegs sowie Waldorfschulen sollen Prüfungen in 80 Fächern mit insgesamt 1150 Aufgaben ablegen. Jedes vierte Fach ist von der Kommission geprüft, besonders intensiv in Mathe und Informatik. Zu den Abi-Fächern in NRW zählen auch Japanisch, Chinesisch, Türkisch und Orthodoxe Religionslehre. Die Prüfungen enden am 8. Mai mit dem Fach Chemie. Es folgen Nachprüfungen und mündliche Tests bis zum 24. Juni - dann gibt's die Zeugnisse.
Lehrer müssen unnachgiebig sein bei Fehlern. Deshalb darf man umgekehrt darauf hinweisen, dass der obige Satz von Professor Bos mit den „bestgeprüftesten Abi-Aufgaben” richtig zitiert ist - wiewohl er eine Steigerung zu viel enthält. Also: „Bestgeprüft” hätte gereicht. Bos weiß das natürlich. Der Sinologe ist auf vielen Feldern sattelfest. Sein erstes Lehrwerk hat er auf Chinesisch geschrieben - von oben rechts nach unten links, wie er der NRZ bestätigte.
21:11
DA SIEHT MAN MAL WIEDER.... DAS SIND UNSERE POLITIKER...... SELBST KEINE AHNUNG UND DANN STEUERGELDER VERSCHWENDEN . WOFÜR BRAUCHEN WIR ÜBERHAUPT POLITIKER LASST DOCH GLEICH UNSER LAND VON UNABHÄNGIGEN EXPERTEN REGIEREN DAS SPART MILLIONEN UND DIE PRESSE BRAUCHT ÜBER POLITIKSCHWÄTZER NICHT MEHR BERICHTEN
10:05
Frau Sommer kann ja die 6,58 € den Abiturienten in Rechnung stellen... was ist nur mit dieser Frau los? Wann werden wir endlich von dieser Frau befreit. Die Dame hat absolut keine Ahnung von Pädagogik, keine blassen Schimmer, wie eine gute Schule funktionieren muss und zudem hat nicht den leisesten Sinn für die Realität in den Schulen. Wie soll das weitergehen? Die zwei Millionen, die sie dafür ausgibt, dass Experten die Arbeit von Experten kontrollieren, könnte sie besser in die Lehrerfortbildung stecken oder von mir aus an irgendeiner Schule das marode Dach renovieren. An der Spitze eines Bildungsministeriums hat diese Frau nichts zu suchen. Da gehören andere Leute hin: Profis, die wissen, was in der Schule abgeht.