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(ZusaReemtsma profitiert von Rauchlust der Verbraucher

01.11.2011 | 14:41 Uhr

Hamburg (dapd). Warnungen und zahlreiche Einschränkungen können Raucher offenbar nicht vom Qualmen abhalten - im Gegenteil: Deutschlands zweitgrößter Tabakkonzern Reemtsma verkaufte in den vergangenen zwölf Monaten 84,7 Milliarden Zigaretten und steigerte den Absatz damit leicht, wie Deutschland-Chef Marcus Schmidt am Dienstag in Hamburg sagte. Im Vorjahreszeitraum waren 84,1 Milliarden Zigaretten unter die Leute gebracht worden.

Der Gesamtabsatz - also der Verkauf von Zigaretten sowie Stopf- und Drehtabak - legte im abgelaufenen Geschäftsjahr um 2,4 Prozent auf 122,3 Milliarden Stück zu. Eine Erklärung für den wachsenden Tabakmarkt konnte Schmidt nicht nennen, verwies aber gerade bei Premiummarken auf die positive Wirkung von Packungsinnovationen und Sondereditionen.

Die gestiegene Nachfrage bescherte dem zur britischen Imperial Tobacco Group gehörenden Konzern einen Umsatzrekord. Zwischen Oktober 2010 und Ende September 2011 nahm Reemtsma erstmals etwas mehr als eine Milliarde Euro ein - ein Plus von 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Vor Steuern stieg der Gewinn um 6,8 Prozent auf 532 Millionen Euro. Seinen Marktanteil in Deutschland konnte das Unternehmen mit 24,4 Prozent in etwa halten.

Zugpferd der Reemtsma-Marken war nach wie vor John Player Special (JPS). Der Marktanteil wuchs von 9,3 auf 9,9 Prozent. Im sogenannten Premiumsegment mit den Marken Davidoff und Gauloises blieb die Nachfrage stabil: Die Marktanteile von 0,9 Prozent und 5,5 Prozent veränderten sich gegenüber dem Geschäftsjahr 2010 nicht.

Trotz des Wachstums befürchtet der Konzern deutliche Einbußen als Folge neuer Auflagen der EU. Diese sind zwar noch nicht beschlossen, würden der Tabakindustrie aber massiv zusetzen. In der ersten Hälfte 2012 will Brüssel einen Entwurf zur Neuerung der sogenannten Tabakproduktrichtlinie vorstellen.

Vorgesehen ist, Rauchern mit schachtelgroßen Schockbildern die gesundheitlichen Folgen ihres Konsums vor Augen zu führen. Verpackungen sollen zudem nicht mehr bunt daherkommen, sondern in einem standardisierten Einheits-Schwarzweiß präsentiert werden.

In Brüssel führt EU-Gesundheitskommissar John Dalli den Kampf gegen den Tabak an. Sein Ideal ist ein rauchfreies Europa. Um dieses Ziel zu erreichen, will er Zigaretten zunächst schwerer zugänglich machen - indem sie in Läden nicht mehr sichtbar ausgestellt werden. Bestimmte Zusatzstoffe wie Nikotin sollen reduziert werden.

Schmidt sieht in diesen Plänen einen "Frontalangriff" auf die Geschäftsgrundlage der Tabakindustrie. "Selten zuvor hat Brüssel derartig massiv in den Wettbewerb in Europa und die Entscheidungsfreiheit der Konsumenten eingegriffen", sagte der Reemtsma-Chef. Sollte die Novellierung verabschiedet werden, reiche Reemtsma Klage ein.

Der Konzern beschäftigt nach eigenen Angaben rund 2.000 Mitarbeiter und will weiter wachsen. In Hamburg und Langenhagen bei Hannover sollen je 100 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Der Standort Berlin wird wie bereits bekannt geschlossen.

dapd

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