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Wirtschaftsministerium bestätigt Gasknappheit in Süddeutschland

12.02.2012 | 16:13 Uhr

Die Gasversorger beliefern einzelne Kunden in Süddeutschland nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums derzeit nur eingeschränkt. Beim Gas gebe es einen Engpass beim Transport vom Norden in den Süden Deutschlands, erklärte das Ministerium am Sonntag in Berlin.

Berlin (dapd). Die Gasversorger beliefern einzelne Kunden in Süddeutschland nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums derzeit nur eingeschränkt. Beim Gas gebe es einen Engpass beim Transport vom Norden in den Süden Deutschlands, erklärte das Ministerium am Sonntag in Berlin.

Vertraglich vereinbarte Möglichkeiten der Gaseinsparung seien ausgeschöpft. "In wenigen lokalen Einzelfällen konnten Kunden nicht mit den vollen vertraglich vereinbarten Mengen beliefert werden", sagte eine Sprecherin.

Auch die derzeitige Versorgungssituation beim Strom bezeichnete die Sprecherin als "angespannt, aber stabil". Das Ministerium stehe im regelmäßigen Kontakt mit Netzbetreibern und Bundesnetzagentur, habe aber keinen Krisenstab eingerichtet, sagte sie. Bei den regelmäßigen Kontakten gehe es um übliches Verwaltungshandeln.

Zuvor hatte die Zeitung "Welt am Sonntag" berichtet, dass sich das Wirtschaftsministerium seit Dienstag vergangener Woche täglich mit den Betreibern der großen Strom- und Gasnetze sowie der Bundesnetzagentur zu Telefonkonferenzen zusammenschließe. Das Ministerium lasse sich aktuell über die Wahrscheinlichkeit von Blackouts und drohenden Versorgungsengpässen berichten, hieß es.

Die Tagesberichte zum Stand der Versorgungssicherheit würden vertraulich behandelt. Grund der Krisensitzungen sei, dass Russland deutlich weniger Erdgas am wichtigsten deutschen Pipeline-Anschluss im bayrischen Waidhaus abliefere, schrieb das Blatt.

Betroffen von der Einschränkung der russischen Gaslieferungen nach Süddeutschland auf die vertraglich vereinbarte Mindestmenge waren zunächst Großkunden. Die Gasversorgung Süddeutschland (GVS) habe ihre Abnehmer in einem Schreiben dringend gebeten, "alle zur Reduzierung Ihres Bezugs aus dem Netz zur Verfügung stehenden Maßnahmen anzuwenden", berichtet die "Wirtschaftswoche". Auch der Vorstandsvorsitzende der Energieversorgung Baden-Württemberg (EnBW), Hans-Peter Villis, bestätigte, dass "die Sicherheitsreserven sich dem Ende zuneigen". Die Versorger müssten mächtig eingreifen, um Engpässe auszugleichen.

Beim Strom überstieg die deutsche Produktion dagegen auch in der vergangenen kalten Winterwoche stets den heimischen Bedarf. Von Dienstag bis Freitag sei Deutschland jederzeit Nettoexporteur von Strom gewesen, teilte das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) in Münster nach Auswertung von Daten der europäischen Netzbetreiber mit.

Als Höchstbedarf seien dabei am Mittwochabend 57.000 Megawatt erreicht worden. Selbst in der Höchstlaststunde hätten die deutschen Versorger allerdings noch rund 2.900 Megawatt Strom nach Polen, Frankreich, Österreich und in die Schweiz exportiert, erklärte das IWR. Von Dienstag bis Freitag hatten Kraftwerke aus der sogenannten Kaltreserve zusätzlich bis zu 700 Megawatt Strom für Deutschland erzeugt.

dapd

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