Otto Versand wieder ganz in Familienhand
HANDEL. WAZ Mediengruppe hat ihre Beteiligung zum Jahresende verkauft.
HAMBURG/ESSEN. Der Versandhandelskonzern Otto ist wieder komplett im Besitz der Gründerfamilie. Die Hamburger hätten den fehlenden Anteil von 25% von den Eigentümerfamilien der WAZ Mediengruppe zurückgekauft, sagte der Bevollmächtigte der Funke-Familiengesellschaft, Stephan Holthoff-Pförtner, gestern. Der Kaufpreis liege bei etwa 1 Mrd E. Das Geschäft sei zum Jahreswechsel vollzogen worden. Die WAZ Mediengruppe gehört zu gleichen Teilen den Familien Brost und Funke.
Expansion im Kerngeschäft
Otto sei "ein gutes Haus", der Versandhändler liege aber außerhalb des operativen Kerngeschäftes der WAZ-Gruppe, begründete Holthoff-Pförtner den Verkauf. Die Essener Gruppe, zu der auch die NRZ gehört, wolle künftig "im Kernbereich expandieren". "Wir werden mit den Einnahmen etwas Sinnvolles anstellen." Zuletzt hatte die WAZ-Gruppe den Einstieg in den russischen Zeitungsmarkt angekündigt.
Der heute 98 Jahre alte Werner Otto hatte 1949 mit einem Startkapital von 6000 D-Mark in Hamburg einen Versandhandel aufgezogen, der aufgrund der Konsumwelle nach den Entbehrungen der Nachkriegszeit florierte. Die WAZ-Eigentümerfamilien Brost und Funke waren 1962 bei dem Versandhaus eingestiegen, um die Expansion des Firmengründers Otto zu unterstützen. Diese bündelten ihre Beteiligung an der Otto (GmbH & Co KG) in der E. Brost & J. Funke GmbH & Co. KG.
Die Otto Group wird von Hans-Otto Schrader geleitet, der seit Jahrzehnten im Unternehmen ist. Er führt einen globalen Konzern, der im Geschäftsjahr 2006/07 (28.2.) mit 53 000 Mitarbeitern rund 15 Mrd E Umsatz erzielte. Zu ihm gehören neben dem Otto Versand unter anderem die Spezialversandhäuser Baur und Schwab, der Jagdausrüster Frankonia und das Sporthaus Sport Scheck.











