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Wikileaks

Wikileaks – Sind Hacker die neue Macht im Netz?

10.12.2010 | 11:19 Uhr

Essen.Es tobt ein Krieg in der digitalen Welt. Da rotten sich hunderte Wikileaks-Anhänger zusammen und laufen Sturm gegen Feinde der Enthüllungsplattform. Die Opfer der Cyber-Attacken sind oft machtlos. Experten sprechen gar von einer neuen Macht im Netz.

Sie nennen es Krieg. Datenkrieg, Informationskrieg oder Krieg im Netz. Und als Kombattanten stehen sich im Moment vor allem die US-Regierung und die Anhänger von Wikileaks gegenüber. Die einen sitzen in Washington, die anderen überall in der ganzen Welt. Die einen mühten sich offenbar darum, ihrem Gegner den Geldhahn abzudrehen. Die anderen griffen daraufhin die Webseiten der Finanzunternehmen Visa und Mastercard an. Und einerlei wie dieser Machtkampf aus­gehen wird, „die Netzwelt wird danach nicht mehr so sein wie zuvor“, sagt der Gießener Politologe und Internet-Experte Christoph Bieber.

Ob es die Demokratie letztendlich stärke oder ihr schade, sei noch nicht absehbar, auf jeden Fall bewirke diese ­Aus­einandersetzung zwischen Wi­kileaks und der US-Regierung eine weltweite Politisierung. „Es ist äußerst spannend und noch lange nicht vorbei“, so Bieber. Dennoch halte er es für überzogen, von einem Info-Krieg zu reden. „Da wird eine klassische Protestkampagne geführt, so wie sonst auf der Mall in Washington demonstriert wird. Dabei wird auch zu Mitteln gegriffen, die an der Grenze der Legalität liegen. Aber nichts anderes passiert, wenn etwa in Berlin die Bannmeile gebrochen wird“, sagt der Politologe.

Online-Demos bei Lufthansa

Doch was internetaffinen Menschen längst vertraut ist, dass man sich im Internet sekundenschnell austauschen, verabreden kann, verunsichert andere.

Kommentar
Attacke mit System

Erst Mastercard, dann Visa. Die Webseiten der beiden großen Kreditkartenunternehmen wurden auf die gleiche Art und Weise angegriffen: durch eine so genannte Distributed Denial of Service-Attacke, (DDOS).

Vereinfacht gesagt werden dabei jede Sekunde Un­mengen sinnloser Anfragen an die Internetadressen der Angegriffenen ge­schickt, bis deren Seiten zu­sammen­­brechen. Früher steckten meist gewiefte Hacker ­hinter solchen Attacken, mittlerweile kann je­der durchschnittlich begabte Internetsurfer zu solch einem Angriff aufrufen. Er braucht nur genügend Mitstreiter und eine Software, die den eigenen Com­puter mit den Rechnern dieser Mitstreiter verbindet. Dann verständigt man sich über soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter, wann welches Ziel mit Da­tenmüll beschossen werden soll.

Angeblich sollen an den jüngsten Attacken 2000 Personen aus aller Welt beteiligt gewesen sein. Die Anonymous-Bewegung, die hinter der Aktion steckt, kann eigenen Angaben zufolge binnen kurzer Zeit 9000 Sympathisanten aktivieren. (a.b.)

Was ist das für eine Macht, die in der Lage ist, die Webseiten große Unternehmen stundenlang lahm zu legen, die der US-Regierung die Stirn bietet? Ist das noch legal oder längst subversiv, womöglich geeignet, be­stehende Strukturen, poli­tische wie wirtschaftliche, zu untergraben?

Auch die Lufthansa in Frankfurt war bereits Online-Demonstrationen ausgesetzt. Im Juni 2001, am Tag einer ihrer Aktionärsversammlungen in Köln, verabredeten die Initiativen „Libertad“ und „Kein Mensch ist illegal“, sich unter der Internet-Adresse www.lufthansa.com zu treffen, um gegen die Betei­ligung des Unternehmens an staatlichen Abschiebungen zu protestieren. Sie meldeten die Demonstration sogar ordentlich bei der Stadt Köln an und blockierten dann die Internet-Seite zwei Stunden lang. Das Oberlandesgericht Frankfurt sprach die Verantwortlichen fünf Jahre später von den Vorwürfen der Nötigung und des Aufrufs zu Straftaten frei. Weder sei Gewalt angewendet worden, noch sei mit einem empfind­lichen Übel gedroht worden.

Von einem „clash of cultures“, von einem Kampf der Kulturen also, spricht der netzpoli­tische Aktivist Markus Beckedahl. Die USA unterschätzten dabei Wikileaks. Die Enthüllungsseite werde zwar nur durch eine Person repräsentiert, jedoch stehe eine große Zahl von Menschen dahinter. „Und jeden Tag werden es mehr. Das ist eine neue Macht, die da entsteht“, sagt Beckedahl. Das so genannte Whistleblowing, das in die Öffentlichkeit-Tragen von Missständen oder illegalem Handeln habe es früher schon gegeben. Man denke nur an den Watergate-Skandal. Doch da hätten sich die Zuträger Journalisten anvertraut, nun stünden die Daten weltweit im Netz.

Ziviler Ungehorsam

Auch Beckedahl, der durch seinen Blog netz­politik.org bekannt wurde, bezeichnet die Attacken auf die Kreditkarten-Unternehmen Visa und Mastercard als ­zivilen Ungehorsam, vergleichbar mit Sitzblockaden. „Mir ist nur noch nicht klar, wohin das führt. Ich fürchte, dass es künftig im Internet mehr Kontrollen geben wird.“

Die deutsche Piratenpartei hat sich derweil entschlossen, Wikileaks zu spiegeln, das heißt, es auf ihren Servern zugänglich zu machen. „So wie es weltweit 700 Server tun“, sagt deren Sprecher Daniel Flachshaar. Einzig die Angriffe auf die Finanzunternehmen heiße man nicht gut. Flachshaar: „Der Bürger denkt: Die bösen Hacker stellen Mastercard ab! Das stellt Wikileaks in ein schlechtes Licht.“

Hayke Lanwert

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Kommentare
10.12.2010
17:24
Wikileaks – Sind Hacker die neue Macht im Netz?
von BerndBruns | #67

#66 von Ach_soo
Ich habe den Text in meinem Kommentar #35 auch gelobt und in weiser Voraussicht sofort auf meine Festplatte gesaugt ;-)

10.12.2010
17:16
Wikileaks – Sind Hacker die neue Macht im Netz?
von Ach_soo | #66

- - - - - MacGoliat macht, sagt und spioniert aus was er will. - - - - - Davon sagt ein David-Netz-Spinne was weiter. - - - - - Da sagt MacGoliat: was der geschrieben hat stimmt zwar - DAS ist aber böse, dass der das den Anderen verraten hat. - - - - - Jetzt zwingt MacGoliat alle, die er zwingen will David-Netz-Spinne zu vernichten. - - - - - David-Netz-Spinne hat aber Freunde ! - - - - - - - - - - Wenn die Freunde jetzt helfen zu zeigen, dass NICHT nur MacGoliat Macht hat Firmen zum Nachdenken zu zwingen - dann sind die Freunde jetzt DIE Bösen.
. - - - - - Ach so ;-) . . . . . . . . . . . .

P.S. wo ist eigentlich Text #30, der von #39 so gelobt wird geblieben?

10.12.2010
16:51
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von Nukem | #65

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10.12.2010
16:16
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von . | #64

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10.12.2010
16:05
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von . | #63

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10.12.2010
15:50
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von . | #62

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10.12.2010
15:19
Wikileaks – Sind Hacker die neue Macht im Netz?
von Benares | #61

@50 asdfghjklmn: Touché, hab das Video gar nicht gesehen. Blende wohl so ziemlich alles außer dem Text aus :D Da hätte ich wohl besser den guten alten Rat von Dieter Nuhr befolgen sollen ^^

10.12.2010
15:07
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von gklgj | #60

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10.12.2010
15:07
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von gklgj | #59

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10.12.2010
15:07
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von gklgj | #58

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