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Streusalzmangel

Wetterdienst warnt vor spiegelglatten Straßen in NRW

16.02.2010 | 14:03 Uhr
Wetterdienst warnt vor spiegelglatten Straßen in NRW

Essen.Erst fehlt das Streusalz - jetzt droht gefährliches Glatteis. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor dem Mittwoch. Dann könne Regen die Straßen in spiegelglatte Flächen verwandeln. Dabei können einige Straßenmeistereien in NRW zeitweise kein Salz mehr streuen.

Die Salzvorräte in NRW sind weitestgehend aufgebraucht. Einige Straßenmeistereien müssen teils kapitulieren und das Salzstreuen zeitweise einstellen. In vielen Bereichen NRWs werden nur noch Gefahrstellen gestreut. Und jetzt kündigt sich auch noch eine gefährliche Wetterlage an: „Schon am heutigen Dienstag kann es stellenweise überfrierende Nässe geben. Noch gefährlicher wird es am Mittwoch – dann droht Glatteis“, berichtet Franzjosef Molé, Meteorologe vom Deutschen Wetterdienst in Essen, im DerWesten-Gespräch.

Überfrierende Nässe

Der Dienstag soll in NRW noch relativ freundlich werden. Es gibt kaum Schneefall, dafür aber Plus-Grade, so die Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes. Dadurch werde es im Flachland tauen. Glatt könnte es allerdings am Abend werden, wenn die nassen Stellen wieder überfrieren. „Das Problem ist, dass es wohl nur an einzelnen Stellen glatt wird. Mit dem Auto fährt man lange sicher, und plötzlich kommt eine glatte Stelle, ohne dass man es sieht“, erklärt Molé, der die Situation allerdings noch nicht als dramatisch einstuft.

Mehr Sorgen bereite der Mittwoch mit seiner – aus meteorologischer Sicht – „interessanten Wetterlage“. Dann komme ein Tiefausläufer mit milderer Luft, der erst die Südwesthälfte und später auch den Nordosten in NRW erreicht. „Wenn es dort direkt regnet, könnte es richtig schlimm werden“, so Molé, da die Bodentemperatur einiger Straßen noch unter null Grad liegen werde. Dann gefriere der Regen sofort und es werde spiegelglatt. Während das Rheinland wohl noch glimpflich davon komme, könne es vor allem Westfalen hart treffen. „Bei diesem Glatteis hilft gar nichts mehr – da hat man als Autofahrer keine Chance“, warnt der Essener Meteorologe vor gefährlichen Rutschpartien.

Keine Streusalzlieferungen für Städte und Gemeinden

Ausreichend Streusalz könne die Situation laut Molé zwar entschärfen, aber da ist keine Besserung in Sicht. Laut Landesbetrieb Straßen-NRW werden die Städte und Gemeinden nur „nachrangig“ mit Salz beliefert - das bedeutet aktuell: Städte und Gemeinden gehen leer aus. „Die kompletten Lieferungen gehen derzeit an unsere Straßenmeistereien“ , so Bernhard Meier Verkehrsexperte Bernhard Meier von Straßen.NRW.

Und selbst das reicht nicht aus. Mehrere Straßenmeistereien wie die in Unna, Recklinghausen, Halle und einige Einrichtungen am Niederrhein mussten das Streuen von Tausalz bereits zeitweise einstellen. „Das heißt aber nicht, dass der Winterdienst komplett eingestellt wird. Innerorts kann auch mit Sand oder Split gearbeitet werden“, betont Meier. Vorrang haben die Autobahnen, doch auch hier reicht das Salz nicht für jede Spur. Falls es tatsächlich am Mittwoch Regen oder sogar Eisregen geben sollte, würde das die Lage aus Sicht von Straßen NRW weiterverschärfen. „Gerade bei Eisregen ist die benötigte Menge von Streusalz sehr groß“, sagt Verkehrsexperte Meier.

Lieferung nur noch aus aktueller Tagesproduktion

Die große Nachfrage nach Streusalz wird nach Ansicht von Branchenvertretern vermutlich noch bis Ende Februar anhalten. Die Vorräte für diese Saison seien schon aufgebraucht, sagte der Sprecher der K+S Aktiengesellschaft, Ulrich Göbel, in Kassel auf ddp-Anfrage. Derzeit könne nur noch aus der aktuellen Tagesproduktion geliefert werden. Das seien rund 30 000 Tonnen Streusalz aus sechs Steinsalz- oder Kaliwerken pro Tag. Seit der Vorweihnachtszeit wird dort im Drei-Schichten-Betrieb gearbeitet. (mit ddp)

Ingmar Kreienbrink

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