Westerwelle will mehr wissenschaftlichen Austausch mit Brasilien
14.02.2012 | 23:07 Uhr 2012-02-14T23:07:04+0100Deutschland will die Kooperation mit Brasilien in der Wissenschaft und Wirtschaft vorantreiben. Auf der zweiten Station seiner Lateinamerika-Reise eröffnete Außenminister Guido Westerwelle am Dienstag in São Paulo das Deutsche Wissenschafts- und Innovationshaus.
São Paulo (dapd). Deutschland will die Kooperation mit Brasilien in der Wissenschaft und Wirtschaft vorantreiben. Auf der zweiten Station seiner Lateinamerika-Reise eröffnete Außenminister Guido Westerwelle am Dienstag in São Paulo das Deutsche Wissenschafts- und Innovationshaus. Die Einrichtung soll den Forschungsstandort Deutschland repräsentieren, Wissenschaftler aus beiden Ländern zusammenbringen und Verbindungen zur Wirtschaft knüpfen.
Westerwelle sagte, Bildung, Ausbildung und Forschung seien die wichtigsten Ressourcen in der Globalisierung. "Der eigentliche Rohstoff, der die Globalisierung entscheiden wird, liegt nicht unter unseren Füßen, sondern zwischen unseren Ohren." Die "Außenwissenschaftspolitik" sei zu einem zentralen Pfeiler deutscher Außenpolitik geworden, sagte der Ressortchef. Für die Zusammenarbeit in Bildung und Forschung sei Brasilien das wichtigste Partnerland in Lateinamerika. Und die pulsierende Weltmetropole São Paulo sei der ideale Standort für das Deutsche Wissenschafts- und Innovationshaus.
Die Stadt ist das Wirtschaftszentrum Brasiliens und Lateinamerikas. Dort gibt es die größte Konzentration forschender deutscher Unternehmen außerhalb Deutschlands.
Westerwelle sagte, das Wissenschafts- und Innovationshaus werde die Beziehungen zwischen Deutschland und Brasilien weiter vertiefen. Und es werde sicher den Grundstein für viele weitere gemeinsame Projekte und Investitionen legen. Die Einrichtung sei ein "tolle Visitenkarte" für Deutschland. Das Projekt sei gut für die Wissenschaft und die Wirtschaft - und ein Beitrag für das Ansehen Deutschlands in Lateinamerika.
Das Deutsche Wissenschafts- und Innovationshaus ist das sechste seiner Art auf der Welt. Bisher gibt es Standorte in New York, Moskau, Neu Delhi, Tokio und Kairo, die schon eröffnet haben oder noch im Aufbau sind. Für die Gründung der brasilianischen Niederlassung hatte Bundesbildungsministerin Annette Schavan 2009 den Startschuss gegeben. Bundespräsident Christian Wulff hatte im vergangenen Jahr symbolisch den Grundstein gelegt. Nun nimmt das Haus seine Arbeit auf.
Es wird vorerst neun wissenschaftliche Einrichtungen aus Deutschland an einer Adresse bündeln. Bislang sind der Deutsche Akademische Austauschdienst, die Deutsche Forschungsgemeinschaft, die Freie Universität Berlin und die Technische Universität München in die Räume eingezogen. Die Alexander-von-Humboldt-Stiftung will im März folgen und anschließend weitere Hochschuleinrichtungen. Im gleichen Gebäude haben auch die deutsch-brasilianische Industrie- und Handelskammer sowie mehrere deutsche Unternehmen ihren Sitz.
Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Martin Wansleben, sagte, das Projekt diene beiden Ländern und ihrer Wirtschaft.
Westerwelle ist auf einer längeren Lateinamerika-Reise unterwegs - mit der ersten Station in Brasilien. Am Montag hatte er zunächst die Hauptstadt Brasilia besucht. Nach São Paulo folgt ein weiterer Halt in Rio de Janeiro. Anschließend reist der Minister weiter nach Peru, Panama und Mexiko.
dapd