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Westerwelle will auch künftig mit Lebenspartner Mronz reisen

08.04.2010 | 14:03 Uhr
Westerwelle will auch künftig mit Lebenspartner Mronz reisen

Montevideo.Außenminister Guido Westerwelle wehrt seine Kritiker aus der SPD ab. Er will auch in Zukunft bei Auslandsreisen nicht auf Lebenspartner Michael Mronz verzichten. SPD-Generalsekretärin Nahles muss sich derweil vorwerfen lassen, Vorurteile gegen Homosexuelle zu schüren.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) will sich trotz kritischer Töne auch bei künftigen Auslandsreisen bewusst von seinem Lebenspartner Michael Mronz begleiten lassen. Vor Ankunft in Montevideo (Uruguay), der dritten Station seiner Südamerika-Reise, ließ Westerwelle den mitreisenden Journalisten im Regierungs-Airbus mitteilen: „Ich freue mich, dass sich Herr Mronz die Zeit nimmt, mich auf eigene Kosten zu begleiten, um sich in der Region über soziale Projekt zu informieren und sich dafür zu engagieren. Das wollen und werden wir fortsetzen.“

Westerwelle begegnete damit aufkeimendem Argwohn insbesondere bei der SPD. Generalsekretärin Andrea Nahles hatte die leise Vermutung geäußert, der Sportveranstalter und PR-Manager Mronz könne versucht sein, die ab morgen anstehenden Besuche in Brasilien auch für geschäftliche Zwecke zu nutzen. Sie bezeichnete Westerwelles Verhalten als „diffus“, zumal er sein Amt auf die Funktion eines „Außenwirtschaftsministers“ beschränkt habe.

Steinmeier: Staats- und Privatgeschäfte trennscharf auseinander halten

SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles.

Wie berichtet, will Westerwelle sich in Brasilien insbesondere mit Blick auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 und die Olympischen Spiel 2016 informieren. Details? Noch offen. Mronz ist in Deutschland unter anderem als Organisator des CHIO-Reitturniers in Aachen und durch verschiedene Leichtathletik-Veranstaltungen bekannt geworden.

Für die SPD betonte Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier, dass sowohl die Begleitung durch Wirtschaftsführer wie auch durch Ehefrauen wie Lebenspartner bei Auslandsreisen von Regierungsmitgliedern nicht grundsätzlich zu beanstanden sei. Allerdings müsse genau darauf geachtet werden, Staats- und Privatgeschäfte trennscharf auseinander zu halten, so der ehemalige Chef des Auswärtigen Amtes. Steinmeier riet seinem Nachfolger zu mehr Zurückhaltung.

Keinen Grund zu Beanstandungen sieht dagegen die Linkspartei. Wolfgang Gehrke, Mitglied der Bundestagsfraktion und einer von fünf Parlamentariern im Westerwelle-Tross, sagte der WAZ-Mediengruppe, er könne nicht erkennen, dass Herr Mronz „den Aufenthalt in Südamerika für privatwirtschaftliche Zwecke“ nutzt.

„Nahles verstärkt niederste Vorurteile gegen Homosexuelle“

Die FDP-Politikerin und Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, Silvana Koch-Mehrin, warf SPD-Generalsekretärin Nahles unterdessen vor, niederste Vorurteile gegen Homosexuelle zu verstärken. „Anstatt zu begrüßen, dass Bundesaußenminister Guido Westerwelle seinen Lebensgefährten mitnimmt und so ein grandioses Zeichen für ein aufgeklärtes Europa setzt, bedient sie die niedersten Vorurteile gegen Schwule“, so Koch-Mehrin. Mronz selbst äußerte sich zu den Vorwürfen nicht.

Abseits der Causa Mronz verteidigte Westerwelle am Dienstag abermals die Zusammenstellung der ihn begleitenden Wirtschafts- Delegation. „Für mich ist die Förderung der deutschen Wirtschaft im Ausland eine außenpolitische Priorität, weil es um unsere Arbeitsplätze geht. Deswegen ist es gut, dass mich eine hochrangige Wirtschaftsdelegation begleitet“, ließ er durch einen Sprecher ausrichten.

In Uruguay traf Westerwelle seinen schillerndsten Gesprächspartner

Vor seinem Abstecher nach Uruguay besuchte Westerwelle das VW-Werk in Pacheco nahe Buenos Aires. „Dieses Werk zeigt, wie vernetzt die deutsche Wirtschaft ist und wie unsere Arbeitsplätze zuhause auch vom Erfolg deutscher Unternehmen im Ausland wie zum Beispiel hier in Argentinien abhängen“, erklärte der Außenminister. Gemeinsam mit dem Chef von VW-Südamerika, dem früheren österreichischen Bundeskanzler Viktor Klima, signierte der Vizekanzler ein Exemplar des (ihn sichtlich beeindruckenden) neuen Amarok-Pickups; eine Art Pritschenwagen. Die Modellreihe, die auf den Weltmarkt zielt, wurde in Hannover entwickelt und wird nur in Argentinien hergestellt. Das signierte Fahrzeug soll demnächst einem Kinderheim gespendet werden.

In Uruguay traf Westerwelle auf den wohl schillerndsten Gesprächspartner seiner Reise: Präsident José Mujica, seit März im Amt, war Mitbegründer der Tupamaros, die in den 60er Jahren mit Bombenattentaten und Entführungen die Regierung bekämpft hatte und damit auch in Teilen der bundesdeutschen Studentenbewegung auf Sympathie stieß.

Dirk Hautkapp

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Kommentare
19.09.2010
15:48
Westerwelle will auch künftig mit Lebenspartner Mronz reisen
von panzer | #95

Wer ist denn bei diesemm Ehepaar die FRAU???

18.09.2010
09:10
Westerwelle will auch künftig mit Lebenspartner Mronz reisen
von mausezahn | #94

Wer ist Silvia Koch-Mehrin

11.08.2010
14:33
Westerwelle will auch künftig mit Lebenspartner Mronz reisen
von drobenberg | #93

So einen Außenminister brauchen wir nicht. Es gibt genug andere. Ende.

12.03.2010
13:41
Westerwelle will auch künftig mit Lebenspartner Mronz reisen
von escha | #92

Ist doch nett, wenn die beiden Hand in Hand in den Sonnenuntergang hüpfen. Das interessiert doch keinen mehr. Wenn er vernünftig seine Arbeit machen würde, würde ihn niemand für seine sexuelle Orientierung kritisieren. Er ist einfach ein grottenschlechter Politiker, der schleunigst abdanken sollte.
Margot Käßmann hatte die Courage, dies zu tun. Und ihre Verfehlung war nichts im Gegensatz zu denen von G.W.
Nehmen Sie sich ein Beispiel an ihr, Herr Westerwelle.

12.03.2010
00:54
Blockierter Kommentar.
von miriam.lessmann | #91

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

11.03.2010
18:21
Westerwelle will auch künftig mit Lebenspartner Mronz reisen
von karlleokraus | #90

Gut, der Verfall der FDP einschließlich des real existierenden Guidoismus ist an sich nicht schlimm, und wenn der Aussenminister G. W. von spätrömischer Dekadenz redet muss man einfach zustimmen; denn in der Tat, er hätte einschließlich Lebenspartner sehr gut ins späte Rom gepasst.

11.03.2010
17:47
Westerwelle will auch künftig mit Lebenspartner Mronz reisen
von Hansi | #89

Wenn der Herr Westerwelle sein Amt erfolgreich ausübt,werden seine Kritiker bald verstummen.
Nichts ist überzeugender als Erfolg.
Was er in seinem Privatleben macht,geht mich nichts an.
Interessant ist,daß die von oben verordnete Toleranz gegenüber Homosexuellen nicht nur bei`m Volk nur mäßigen Anklang findet,sondern auch Politiker der oberen Schichten
offenbar nur wenig überzeugen kann.
Wie sonst wäre es zu erklären,daß dieses Thema,wenn auch häufig indirekt,immer wieder angesprochen wird.

11.03.2010
17:14
Westerwelle will auch künftig mit Lebenspartner Mronz reisen
von zetunde | #88

..also Bitte: Wenn Westerwelle seine Frau mitnehmen würde, wäre alles ok, oder? Ich sage ja seid großzügiger, solange die in der FDP nicht noch wollen, dass ich auch schwul werde, bin ich großzügig, halleluja

11.03.2010
17:05
Westerwelle will auch künftig mit Lebenspartner Mronz reisen
von oberkirchner | #87

Einfach unerträglich.

10.03.2010
12:29
Westerwelle will auch künftig mit Lebenspartner Mronz reisen
von DIE LiNKE ist die bessere Wahl | #86

Vllt. sollte er zukünftig eine damalige Werbeikone mitnehmen - so als Quotenfrau ... ;-))

http://www.youtube.com/watch?v=JKx_ItakX1I

In diesm Sinne ...

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