Westerwelle gibt sich in Uruguay als „Latin Lover“
10.03.2010 | 07:41 Uhr 2010-03-10T07:41:00+0100
Montevideo.20 Jahre lang war kein deutscher Außenminister mehr in Uruguay. Guido Westerwelle hat den Besuchsverkehr wieder aufgenommen. Er vermittelt den Eindruck, dass ihm Latein-Amerika zur Herzensangelegenheit wird - um der deutschen Wirtschaft neue Türen zu öffnen.
Im Hintergrund in der heißen Spätsommersonne der bräunlich schimmernde Rio de la Plata, der wie ein Meer tost und doch nur ein breiter, sehr breiter Fluß ist. Im Vordergrund ein älterer Mann mit weißgrauem Bart und Fritz-Muliar-Charme im Gesicht, für dessen Sache Altersgenossen von Guido Westerwelle in den 70er Jahren reichlich studentenbewegt auf die Straße gingen, als er selbst, politisch gesehen, auf die rechte Seite wechselte: Es muss gewiss eine ganz besondere Begegnung gewesen sein, die den Bundesaußenminister am Dienstag im verglasten Regierungshochhaus am Platz der Unabhängigkeit von Montevideo mit José Mujica zusammenbrachte.
Keine zwei Wochen ist der ehemalige Guerillakämpfer, der einst den linksextremen Tupamaros angehörte, die in Uruguay das damalige Folterkammer-Militär-Regime mit Tod und Teufel und so mancher Bombe bekämpften, im Präsidentenamt. Und sein erster Gast aus Europa ist ausgerechnet ein gebürtiger Nicht-Linker und Vorkämpfer bürgerlich-christlichen Gedankenguts. Ob das diplomatisch unbedenklich ist?
Bürgerlicher trifft Revoluzzer
Glaubt man den vielen emsigen Deutern im deutschen Regierungstross, glaubt man Westerwelle selbst, den die Begegnung inspiriert haben muss, dann kam alles ganz anders. Sehr nachdenklich, sehr konzentriert und sehr welt- und lebenskundig sei ihm, dem vergleichsweise jungen Liberalen mit Schlips und einer gewissen Steifigkeit ausgestattet, der alte Haudegen im offenen Hemdkragen vorgekommen, der 15 Jahre lang wegen seiner Überzeugungen im Gefängnis schmoren musste, heißt es später nicht ohne Bewunderung.
Und mit langen Vorreden halten sich Ex-Tupamaros offenkundig auch nicht mehr auf. Mehr deutsches Engagement im Bereich der Landwirtschafts-Chemie wünschte sich Mujica ebenso wie kundige deutsche Unterstützung in der Veterinärmedizin und beim Ausbau neuer Technologien, insbesondere bei der Bereitstellung von Internetzugängen für die jungen Leute in Uruguay.
Starke deutsche Prägung
Jung in Verbindung mit Latein- und Südamerika, das ist für Westerwelle die Schlüsselkombination dieser Tage. Auch darum sagt er vor dem nahezu kompletten Kabinett, das zu einem Treffen in das verheißungsvoll sanierte Hafenviertel von Montevideo geladen hatte, dem kleinen Land seine „volle Unterstützung“ zu.
Uruguay, halb so groß wie Deutschland, aber nur rund 3,3 Millionen Einwohner stark, taugt mit seinen 10.000 Deutschen und über 45.000 Deutschstämmigen wie bestellt als Prototyp für Westerwelles Grundtenor auf seiner bislang längsten Auslandsreise: Latein- und Südamerika teilt historisch wie kulturell außerordentlich viele Werte mit Europa und speziell Deutschland, warum das nicht endlich besser nutzen? Zum beiderseitigen Wohlgefallen; vor allem wirtschaftlich? Warum nicht deutsches Wissen, wie es sich in vielen kleinen und mittleren Unternehmen gerade bei den erneuerbaren Energien angesammelt hat, nach Südamerika bringen?
Basteln im Dunkeln
In Uruguay, so gewinnt man den vorsichtigen Eindruck, dringt der Außenwirtschaftsminister Guido Westerwelle mit seiner bereits in Chile und Argentinien demonstrativ bekundeten „Latin-Love“ am besten durch. Luis Almagro, sein Außenminister-Kollege, hat lange in Bonn und Berlin gelebt, man versteht sich. Uruguay hat zudem eine 150 Jahre alte Tradition der Deutschen Schule und seit 90 Jahren wirken Handelskammern deutscher Prägung. Da müsste doch was zu machen sein.
Westerwelle bastelt an so manchem, das Wenigste lässt er offen durchblicken. Eine neue Stiftung zum Beispiel, die das Brückenbauen zwischen Europa und Lateinamerika erleichtern soll. Als Sitz der Organisation schwebt dem Rheinländer Hamburg vor. Weil, wie er sagt, es ein Tor zur (Handels)-Welt ist. Weil es wie Uruguay am Wasser liegt. Weil von dort einmal pro Woche ein Schiff ausläuft mit dem Ziel Montevideo.
Die Art und Weise, wie Guido Westerwelle später im Flugzeug auf dem Weg nach Brasilien davon begeistert erzählt, macht beinahe glaubhaft, dass es ihm die Stippvisite an den Rio de la Plata wirklich angetan hat. Wie sagte noch der deutsche Botschafter in der idyllisch gelegenen Residenz an der ellenlangen Uferpromenade von Montevideo? Uruguay ist „chico“, was so viel wie klein meint, „aber oho“. Der Außenminister nickte.
18:00
Westerwelle gibt sich in Uruguay als „Latin Lover“
Der soll sich mal lieber um seine eigenen Probleme und die seiner Partei kümmern, als im Ausland den großen Max zu machen...
17:20
ZItat #20 Ob mit oder ohne äufigem Dildo im Gepäck.
Das ist die Art von Kommentaren, die die derwesten.de-Redaktion stehen lässt.
Noch Fragen ?
15:03
Kurisosität hin, Kuriosität her, irgendwie fängt dieser Mann an, mir zu imponieren. Wer von den ganzen Kritikern hätte denn soetwas jemals gewagt? Und an den gehässigen Meinungen sieht man doch mal wieder, wie wenig tolerant, wie doppelzüngig, wie egoistisch, wie unehrlich, wie bequem und wie heuchlerisch die Deutschen doch wirklich sind. Vermutlich nehmen aber alle die neuen Geschäftsverbindungen und die damit verbundenen Annehmlichkeiten gerne mit. Hauptsache die Kasse klingelt, und wenn jemand für unethisch befunden wird, der macht es ihnen umsonst. Geschäftlich, meine ich. Ähem. Ich finde es toll, was unsere Außenminister da leistet. Und mit imponieren meine ich: da hat die CDU 25 Jahre nur geredet, große, große Reden geschwungen, viel gemeint, viele intolerante Meinungen kund getan - und sonst? Außenpolitisch wenig, außer vielleicht ein paar egoistische Gesetze, die gut in die eigenen Kreise passten.
14:55
Da reist einer gratis um die Welt., der glaubt er sei ein außenpolitischer Tsunami.
Falsch: Er ist und bleibt nur eine unbedeutende Westerwelle. Ob mit oder ohne äufigem Dildo im Gepäck.
Denn Adamo hat es treffend in den Sechziger besungen: Es geht eine...
Taschentücher, bitte
12:27
Vllt. sollte er zukünftig eine damalige Werbeikone mitnehmen - so als Quotenfrau ... ;-))
http://www.youtube.com/watch?v=JKx_ItakX1I
In diesm Sinne ...
12:26
#22hanndourium
Auf ihren Kommentar wirklich einzugehen,wäre Perlen vor die Säue werfen,er sagt eh alles aus wes Geistes Kind sie sind.
12:21
Korrektur, gemeint war tatsächlich @20 !
Also - Entschuldigung @21.
12:18
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12:06
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11:50
Herrn Mövenpicks sexuelle Ausrichtung sollte nicht Gegenstand einer Diskussion sein,das ist und bleibt seine Privatsache, in welchem Jahrhundert leben wir den.
Herr Westerwelle sollte man an seiner Politik messen.
Er hat folgenden Eid geschworen
Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widme, nicht dem Wohle der Lobbyisten, die das meiste Geld spenden.
Herr ********* ,so etwas nennt man Meineid..
Note 6 Herr Westerwelle treten sie ab.