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Wenn nicht nach Gorleben - wohin mit dem Atommüll?

09.09.2009 | 19:28 Uhr
Wenn nicht nach Gorleben - wohin mit dem Atommüll?

Essen.Fest steht: Deutschland braucht ein Endlager für seinen Atommüll. Doch schon an diesem Punkt endet aller politischer Konsens. Die CDU hat sich auf Gorleben festgelegt, Umweltminister Gabriel dagegen will mit der Suche komplett neu beginnen. Währenddessen drängen Experten zur Eile.

Das Thema beschäftigt die Republik schon seit 30 Jahren, jetzt bekommt es eine neue Dynamik: Im Herbst 2010 endet das Moratorium für das potenzielle Atommüll-Endlager Gorleben. Spätestens dann wird die Frage, wo das deutsche Endlager entstehen soll, wieder die Schlagzeilen bestimmen.

Dann darf in den Salzstöcken im niedersächsischen Wendland wieder geforscht werden. Seit Oktober 2000 liegen die Arbeiten im Erkundungsbergwerk brach. Das Moratorium ist Teil des von Rot-Grün beschlossenen Atomausstiegs.

Bundestag soll über Auswahlverfahren entscheiden

Wie es weitergeht, ist völlig offen: Bundesumweltminister Sigmar Gabriel hat sich für eine völlig neue Endlager-Suche stark gemacht. Es sei für ihn "nicht vorstellbar", dass die Endlagerfrage nicht Bestandteil von Koalitionsverhandlungen sei. Er fordert, dass der neugewählte Bundestag sich im nächsten Frühling auf ein Standort-Auswahlverfahren einigt, bis Ende 2013 sollen dann aussichtsreiche Standortregionen bestimmt werden. Gabriel bekräftigte damit seine Aussage, das bisherige Endlager-Projekt Gorleben sei "politisch tot". Daran ist die Zusammenarbeit in der Großen Koalition gescheitert. Die Union will an Gorleben festhalten - bis jemand beweist, dass der Standort nicht als Endlager geeignet ist.

Nach dem SPD-Fahrplan könnte es bis 2026 eine Entscheidung für einen Standort geben, 2040 wäre dann ein realistischer Zeitpunkt für die Inbetriebnahme. Das ist zehn Jahre später als bislang vom Bundesumweltministerium angesetzt. Doch der Ansatz, bis 2030 ein betriebsbereites Endlager zu haben, erschien ohnehin kaum realistisch. „Sehr ambitioniert“ findet Diplom-Geologe Enste den Plan: „Die Untersuchung ist sicherlich machbar, aber die Genehmigung bis dahin zu erhalten, wird sehr schwierig.“ Wie schwierig die Genehmigung für ein Endlager sein kann, zeigt auch die Geschichte: 20 Jahre dauerte die Prüfungsphase für „Schacht Konrad“, Deutschlands einziges genehmigtes Endlager, weitere fünf Jahre dauerte die Abwicklung der Klagen und Beschwerden.

Nicht vor der eigenen Haustür

Bei der Suche nach einer geeigneten Endlagerstätte sollen die Bürger deutlich mehr beteiligt werden als bislang. „Der gesellschaftliche Aspekt spielt eine wichtige Rolle – das ist Konsens in Politik und Wissenschaft“, sagt Sven Dokter, Sprecher der Deutschen Gesellschaft für Reaktorsicherheit. Als Gorleben 1977 ausgewählt wurde, stand die politische Entscheidung im Vordergrund: das Wendland ist sehr dünn besiedelt, das sollte die Proteste in der Bevölkerung auf ein Minimum reduzieren. Eine falsche Annahme, denn die Proteste dauerten jahrelang und waren gewaltig. Darum soll das Verfahren jetzt transparenter werden.

Doch egal, wie gut die Regierung ihr Anliegen den Bürgern verkauft, ein Problem bleibt bestehen: Jeder erkennt die Notwendigkeit eines Atommüll-Endlagers an. Nur soll es bitte nicht vor der eigenen Haustür gebaut werden.

Ob Gorleben als Endlager geeignet ist, steht nach den jüngsten Berichten über getürkte Gutachten in den Sternen. „Eignungshöffigkeit“ nennen die Forscher den augenblicklichen Zustand: Sie haben noch keine Anzeichen gefunden, dass sich die Salzstöcke nicht als Endlager eignen. Von einem positiven Abschlussurteil ist man allerdings auch weit entfernt. Mindestens 15 Jahre werde man für die Erkundung noch brauchen, schätzt Wolfram König, Leiter des Bundesamtes für Strahlenschutz.

Endlager wird für eine Million Jahre angelegt

Die Kriterien, die ein Endlager erfüllen muss, hat der „Arbeitskreis Endlager“, 1999 eingesetzt vom damaligen Bundesumweltminister Jürgen Trittin, festgelegt. Im Abschlussbericht vom Dezember 2002 haben die mitwirkenden Wissenschaftler und Vertreter von Atombehörden und Umweltorganisationen bestimmt, dass ein Endlager mindestens 300 Meter unter der Erde liegen muss. Es darf außerdem nicht in einem Gebiet liegen, in dem häufiger Erdbeben auftreten und das Gestein muss stabil genug sein, dass es sich – auch über einen sehr großen Zeitraum – nicht verschiebt.

Für eine Million Jahre soll das Endlager angelegt werden. „Den Zeitraum können Geologen noch recht gut überblicken und so – mit hoher Wahrscheinlichkeit – sicherstellen, dass das Wirtsgestein in dieser Zeit stabil bleibt“, erklärt Dokter. Nach einer Million Jahre ist die radioaktive Strahlung nicht vollständig abgeklungen, aber längere Zeiträume lassen sich heute noch nicht überblicken. Bei der Anlegung eines Endlagers kommt es auch auf das Zusammenspiel des radioaktiven Materials mit dem Wirtsgestein an: Der strahlende Atommüll entwickelt auch im Endlager noch Temperaturen bis zu 200 Grad. Das muss das Gestein aushalten.

Politischer Zwist verzögert die Suche

Demonstranten protestieren im Schutzanzug gegen Atomkraftwerke. (c) imago

Umgesetzt worden sind die Kriterien des „AK End“ noch nie. „Dafür bräuchten wir eine Entscheidung der Bundesregierung, wie es mit der Endlagerung weitergeht“, sagt Florian Emrich, Sprecher des Bundesamtes für Strahlenschutz. Das Bundesamt würde mit der Suche nach einem Endlager lieber heute als morgen beginnen, doch weder unter Grünen-Umweltminister Jürgen Trittin noch unter seinem Nachfolger von der SPD, Sigmar Gabriel, wurde ein Gesetz verabschiedet, das den Stein ins Rollen bringt.

Das Bundesamt für Strahlenschutz spricht sich für einen Vergleich mehrerer Standorte aus: „Das ist inzwischen internationaler Standard. Die Schweiz, Schweden und Finnland vergleichen alle Endlagerstätten“, sagt BfS-Sprecher Emrich.

Ende 2015 laufen die Gorleben-Verträge aus

Ende 2015 laufen die Nutzungsverträge aus, die das Bundesamt für Strahlenschutz mit den Eigentümern der Salzstöcke in Gorleben geschlossen hat. Dann müssen die über 100 Verträge entweder verlängert werden. „Das wird kaum möglich sein“, schätzt die niedersächsische Bundestagsabgeordnete der Grünen, Brigitte Pothmer. Sie spricht sich – wie ihre ganze Partei – für eine neue, systematisch angelegte Suche nach einem Endlager aus.

Auch NRW-Regionen kommen für das Endlager infrage

Als Wirtsgestein kommen genrell Salz, Ton und Granit infrage. Experten sind sprechen sich inzwischen für ein Endlager in einer Salz- oder Tonregion aus. Umweltminister Gabriel will aber auch Granit als Wirtsgestein nicht ausschließen.

In den grünen und blauen Bereichen ist die Bodenstruktur für ein Endlager geeignet. Foto: BGR

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe hat mehrere Bodengutachten erstellt, die zeigen, welche Regionen in Deutschland für ein Endlager infrage kommen. Daraus wird deutlich: Geeignete Bodenstrukturen finden sich in Niedersachsen, in Baden-Württemberg, aber auch an der Nordgrenze Nordrhein-Westfalens (siehe Karte). Doch Gerhard Enste, Fachbereichsleiter Geologisch-geotechnische Erkundung in der BGR, weist auf eine entscheidende Einschränkung hin: „Die Karte zeigt nur Orte, die wir für untersuchungswürdig halten. Sie sagt nichts darüber aus, ob die Orte tatsächlich für ein Endlager geeignet sind.“

"Schacht Konrad" ist keine Alternative

In „Schacht Konrad“, einem stillgelegten Eisenerz-Bergwerksstollen im Stadtgebiet von Salzgitter, werden ab 2013 schwach- und mittelradioaktive Abfälle eingelagert. „Konrad“ besteht aus Eisenerz und nicht wie der Gorlebener Schacht aus Salz, deshalb ist er nicht für hochradioaktiven Müll geeignet.

Bis zur Bundestagswahl wird sich die Bundesregierung definitiv nicht mehr auf ein gemeinsames Konzept einigen. Doch es steht auch keineswegs fest, wie es nach der Wahl weitergeht. BfS-Sprecher Emrich warnt: „Wir brauchen dringend ein Endlager - sonst droht eine Billigentsorgung im Ausland.“

Gerrit Dorn

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Kommentare
11.11.2011
12:46
Blockierter Kommentar.
von holmark | #77

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07.10.2010
13:14
Wenn nicht nach Gorleben - wohin mit dem Atommüll?
von Dr.-Ing. Matthias Popp | #76

* Dezentrale kraftwerksnahe Endlagerung *

Die kontroverse gesellschaftliche Diskussion über einen zentralen Standort eines Atommüll Endlagers, für insbesondere stark radioaktive Abfälle, in Deutschland, beispielsweise die Diskussion um ein zentrales deutsches Atommüllendlager in Gorleben, zeigt, dass alternative Überlegungen angebracht sind, um eine konsensfähige Lösung für diese drängende Frage zu finden. Die Feststellung, dass kein Land dieser Erde ein Endlager anbietet, dem weltweit so viel Vertrauen entgegen gebracht würde, dass die Endlagerungsfrage als gelöst angesehen werden könnte, deutet darauf hin, dass es sich um eine globale Herausforderung handelt, die viele unserer Gesellschaften seit Jahrzehnten vor sich herschieben. Offensichtlich erscheint es für jede derzeit als zuverlässig angesehene Region und jeden Standort dieser Erde unattraktiv, als zentrales Endlager für stark radioaktive Abfälle vorgeschlagen, diskutiert, untersucht oder in ernsthafte Erwägung gezogen zu werden. Egal welche Objektivität hinter dieser Beobachtung steckt, besagen die Abwehrhaltungen, dass es schwierig bis unlösbar erscheint, auf der Basis demokratischer Mehrheiten, welche die Zustimmung der Menschen in den unmittelbar betroffenen Gebieten einschließen, einen Endlagerstandort, entsprechend den öffentlich kursierenden Vorstellungen zu erschließen und in einer planbaren zeitlichen Perspektive in Betrieb zu nehmen. Selbst politische Parteien, die sich auf nationaler Ebene mehrheitlich für einen bestimmten Standort aussprechen, vertreten in den regionalen und örtlichen Untergliederungen, je näher sie dem betroffenen Standort stehen, häufig eine ablehnende Haltung.

* Risiken bei der Beschränkung auf einen zentralen Standort *
Bei einem einzigen zentralen Endlager, wie es möglicherweise Gorleben werden soll, gilt es zu bedenken, dass in einem Problemfall keine in angemessener Zeit verfügbare Alternative bestünde, um ausweichen zu können. Das heißt, dass bei den vorhandenen Unwägbarkeiten bei der Erkundung, der Einrichtung und dem Betrieb einer derartigen Anlage, zu keiner Zeit und in keiner Phase ein Problem oder ein Fehler auftreten dürfte, der die Eignung des Standorts und der angewandten Verfahrensweisen in Frage stellt. Ein Wettbewerb um die besten Lösungsansätze kann bei einem einzigen ins Auge gefassten Standort in deutlich geringerem Umfang stattfinden, als dies bei der Lösungen der gestellten Aufgabe an mehreren Standorten der Fall wäre. Ein zentrales Endlager wird zudem auch nicht als ein Produktionsbetrieb angesehen, an dem für die Menschheit notwendige Produkte hergestellt werden, deren Anfertigung eine Existenzgrundlage für die in der betroffenen Region lebenden Menschen wäre. Es ist deshalb zu befürchten und zu bedenken, dass auch in Zukunft, die Errichtung zentraler Endlager, einer Region, nur durch ein obrigkeitsstaatliches Diktat aufgenötigt werden kann. Damit wäre zu befürchten, dass demokratische Prinzipien zumindest eingeschränkt werden könnten. Aufgabe ist es demnach, eine Lösung für ein Endlagerkonzept zu finden, welches Obigem Rechnung trägt.

* Dezentral, in kernkraftwerksnähe, statt zentral *
Es wird vorgeschlagen, dezentrale Endlager zu errichten, die sich insbesondere in räumlicher Nähe zu den Kernkraftwerken befinden. Auch geht es darum, die Endlager so zu errichten, dass darin auf Jahrtausende kein ernsthaftes Gefahrenpotential gesehen werden kann.

* Tiefen-Deponie *
So ein Zustand ließe sich insbesondere herstellen, indem der strahlende Abfall so tief unter die Erdoberfläche verbracht wird, dass er das normale menschliche Handeln nicht mehr tangieren kann. Eine Möglichkeit wäre es daher, den Abfall bei einer solchen Tiefen-Deponie unterhalb der Untertagezonen einzulagern, in denen Grundwasserbildung, Rohstoffsuche, Bergbau, Förderung von Öl und Gas, Bau von unterirdischen Speicherkavernen oder die Nutzung von Geothermie stattfinden. Das kontinentale Tiefbohrprojekt im bayerischen Windisch Eschenbach hat gezeigt, dass ein Vordringen in Tiefen von ca. zehn Kilometern technisch möglich ist. Moderne Tunnelbauten durchstoßen Untertagestrecken in mehrfacher Länge. Technisch sollte eine solche Tiefen-Deponie deshalb eine lösbare Aufgabe sein. Oder anders ausgedrückt, technisch sollte es keine unlösbare Herausforderung sein, Lagerorte für insbesondere stark radioaktive Abfälle, die ja nicht in riesigen Mengen anfallen, zu erschließen, die sich so tief unter der Erde befinden, dass davon weder eine Gefahr noch eine Beeinträchtigung für das Leben der Bevölkerung in den darüber liegenden Gebieten ausgehen kann. Auch die Gefahr, dass nach endgültigem Verschluss der Tiefen-Deponien, am Ende der Kernkraftnutzung, durch kriegerisches oder terroristisches Handeln, ein Zugriff auf das brisante Material erlangt werden könnte, erscheint extrem unwahrscheinlich. Auf Basis dieser Überlegungen wäre es möglich, die Endlager in räumlicher Nähe zu den Kernkraftwerken zu errichten, weil schon bei der Errichtung der Kernkraftanlagen davon ausgegangen worden sein sollte, dass dafür geotektonisch sichere Standorte ausgewählt wurden, an denen auch Tiefenbohrungen sicher durchgeführt werden können. Die abgebrannten und nicht mehr weiter nutzbaren Kernbrennstoffe könnten bei Vorhandensein derartiger Endlager, insbesondere unmittelbar nach ihrem letzten Einsatz, für die Endlagerung aufbereitet und in die Tiefe verbracht werden. Auch langwierige Atommülltransporte quer durch die Republik könnten damit vermieden werden.

* Verschmelzung der profitablen Kernenergienutzung mit der Endlagerung *
Darüber hinaus ist bei der Bevölkerung der betroffenen Region um ein Kernkraftwerk eine höhere Akzeptanz für ein Endlager zu erwarten, da diese auch an den Vorteilen des Kernkraftwerks, beispielsweise durch errichtete Infrastruktur, Arbeitsplätze und sprudelnde kommunale Finanzquellen, partizipiert.Die Orte des Profitierens von der Nutzung der Kernenergie und der als Bürde empfundenen Endlagerung würden damit verschmelzen. Der Nutzung der Kernenergie würde der Makel entzogen, dass damit eine Hypothek auf die Zukunft genommen wird, von der heute niemand weiß, wie diese eingelöst werden kann und ob sie überhaupt verantwortet werden kann. Die Betreiber von Kernenergieanlagen könnten die gesamten Kosten von der Energiebereitstellung bis zur sicheren Endlagerung zeitnah tragen. Der Bevölkerung könnte das ungute Gefühl genommen werden, dass sie am Schluss die Zeche dafür bezahlen wird, dass heute die Kernkraft ohne geklärte Entsorgung der Abfälle genutzt wird. Als zentrale Endlagerstandorte diskutierte Regionen, die an der Nutzung der Kernenergie nicht mitverdienen, würden nicht mit dem Eindruck konfrontiert, dass sie als Müllhalde für die produzierten Abfälle herhalten sollen. Die Gesellschaft spaltende Diskussionen über die ungelöste Endlagerungsfrage könnten beendet werden und der Energiegewinnung aus Kernkraft könnte mit größerer Objektivität, auch bezüglich ihrer Kosten, gegenübergetreten werden.
... weitere Ausführungen zu diesem Vorschlag unter http://www.poppware.de/Dezentrale_Endlager.

* Dezentrale Zwischenlager dürfen nicht zu Endlagern werden *
In der jüngsten Vergangenheit (2000-2010) wurden bei allen in Deutschland der Stromversorgung dienenden Kernkraftwerken Zwischenlager für die radioaktiven Abfälle genehmigt und in Betrieb genommen, um die abgebrannten Kernelemente aufzubewahren, bis sie in ein Endlager eingebracht werden können. Dabei klingt die stärkste Aktivität schon etwas ab, so dass die starke Wärmeentwicklung bei der Endlagerung bereits reduziert ist. Als Betriebszeit für diese Zwischenlager sind ca. 40 Jahre vorgesehen. Danach geht man davon aus, dass ein zentrales Endlager errichtet wurde, in das dieser nukleare Abfall dann endgelagert wird. Nun ist festzustellen, dass dieses zentrale Endlager in den vergangenen 40 Jahren nicht errichtet werden konnte, weil es politisch in der vorgesehenen Region nicht durchsetzbar war. Dass in den kommenden Jahren durch einen Meinungsumschwung in der Bevölkerung einer betroffenen Region mit demokratischer Mehrheit ein Endlager errichtet werden könnte, darf aus der Sicht des Jahres 2010 als reines Wunschdenken betrachtet werden. Es ist deshalb davon auszugehen, dass es, auf dem Boden unseres Grundgesetzes und unserer demokratischen Wertvorstellungen, dieses zentrale Endlager auch in 40 Jahren nicht geben wird. Weniger Demokratie sollte dafür keinesfalls erwogen werden. Folglich wird es in Deutschland auch in 40 Jahren keinen zentralen Ort geben, an den die hoch radioaktiven nuklearen Abfälle aus den existierenden Zwischenlagern verbracht werden könnten. Die, im Vergleich zu obigem Endlagervorschlag geradezu ungeschützt errichteten Zwischenlager müssten dann auf nicht absehbare Zeit als Endlager fungieren. Die Verwaltung und Sicherung des Inventars würde, ohne fortgesetzte Nutzung der Kernenergie, keine Erlöse mehr abwerfen. Nachfolgenden Generationen würde ein Vermächtnis aufgebürdet, das wir so nicht zulassen sollten.
Deshalb wäre es auch im Interesse und zum dauerhaften Schutz der Gebiete, in denen heute die Kernenergieanlagen mit den dezentralen Zwischenlagern stehen das Ehrlichste, diese Einsichten zu akzeptieren und standortnahe Endlager in der vorgeschlagenen Form umzusetzen.

09.08.2010
19:44
Wenn nicht nach Gorleben - wohin mit dem Atommüll?
von peter.manekeller | #75

Ich sehe da kein Problem mit dem Atommüll, entweder er vor dem Bundestag abgeladen oder in Frau Merkels Vorgarten.

Vielleicht führen ja die implizierte Verstrahlung zu Mutationen bei den Hirnzellen - soweit vorhanden - so daß ein Hirnwachstum einsetzt, damit Politiker endlich mal zu Verstand kommen.

11.09.2009
06:45
Wenn nicht nach Gorleben - wohin mit dem Atommüll?
von Baer | #74

Nein, nicht inclusive - die Kosten waren lediglich egal.

Vor der Liberalisierung konnte kein Stadtwerk der Welt sagen, was die Unterhaltung des Netzes kostet.

Jetzzt ist es ihnen aufgefallen.

Und das Netz kostet mehr, als alle vermutet hatten.

Zum Strompreis habe ich mich bereits ausgelassen.

11.09.2009
01:33
Wenn nicht nach Gorleben - wohin mit dem Atommüll?
von EinKnaeuel | #73

Das Verbundnetz besteht nicht erst seit der Öffnung des Strommarktes, komisch nur, das man jetzt sowas wie Durchleitungsgebühren erheben darf, auf etwas was schon immer im Preis inclusive und gang gebe war, um bundesweit Verbrauchsspitzen abdecken zu können.
Auch dort liegt einiges im Argen, so erfand man neues um Verbraucher abzocken zu können.
Man zahlt seinen Strompreis an seinen Anbieter, keiner kann am Ende sagen, aus welchem Kraftwerk der Strom stammt, da er aus dem Verbundnetz stammt.

10.09.2009
22:29
Blockierter Kommentar.
von Moderation | #72

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

10.09.2009
19:40
Wenn nicht nach Gorleben - wohin mit dem Atommüll?
von EinKnaeuel | #71

Ob Strom nun billig oder teuer ist, jede Sparmassnahme der Bürger, durch Energiespargeräte zB hat enorme Stromkostenanstiege zur Folge, was nützt eine Stromeinsparung von 26% wenn man dafür mit Preisanstiegen von bis zu 49 % bestraft wird ? ?
Kein spürbarer Spareffekt aber dafür mehr als doppelt abgezockt, nicht nur vom Energielieferanten, zudem vom Gerätehersteller, vom Verkäufer und vom Staat, der sich über die Steuern kräftigst bedient. Wenn man an die HartzIVler denkt, die von ihren 359Euro die Stromkosten selbst decken müssen, wird für sie als erstes das Licht ausgehen.
Mancher Pendler kann schon jetzt kaum seine Fahrtkosten tragen, und wird auch dadurch, als Vollbeschäftigter, zum Sozialfall.
Mit Energie sinnvoll haushalten ok, aber Otto Normalverbraucher.wird bald im Dunkeln sitzen, weil er der 1. ist der seine Fixkosten nicht mehr decken kann...

10.09.2009
19:04
Wenn nicht nach Gorleben - wohin mit dem Atommüll?
von Baer | #70

... und heute verdienen sie, die Energie-Erzeuger, sich eine goldene Nase am sogenannten Öko-Strom.

Zugegeben, Strom ist zu teuer. Aber wenn man sich anschaut, wie manche Menschen aus reiner Bequemlichkeit mit dem Strom umgehen (...kommt ja aus der Steckdose und verursacht keine Flecken...) ist er noch viel zu billig.

Wie viele Geräte laufen 24 Stunden im stand-by-Betrieb nur darun, damit nam nur auf das Knöpsken von der Fernbedienung klicken muß? Weil der Weg vom Sofa zu Glotze (oder von der Tür über den Fernseher zum Sessel) ja unzumutbar weit ist.

Die einzigen Geräte, die bei mir durchlaufen sind Kühlschrank, Tiefkühltruhe - sofern in letzterer etwas drin ist. Wenn nicht, schalte ich diese ebenfall aus, da sie vermutlich Energieklasse Z erhalten würde, würde man sie heute prüfen lassen. Dann sind mir die kW auch egal, die sie benötigt, um von Raumtemperatur auf -25° runterzukühlen - das ist bestimmt effektiver, als sie leer 300 Tage pro Jahr durchbollern zu lassen - und die USV für den Rechner. Nichts ist unangenehmer, als am Rechner zu arbeiten und eine Stromschwankung sorgt für den plötzlichen Arbeitstod.

Und, ja, ich trenne meinen Rechner und die Zusatzgeräte durch einen Steckdosenschalter vom Netz, wenn ich nicht daran arbeite.

...und weil Atomtechnik ganze Volker gefährdet soll ausgerechnet das Land, welches weltweit die sichersten Werke baut, abschalten und aus Strom aus Frankreich, Rußland oder sonst woher angewiesen sein? Diese Logik erschließt sich mir leider nicht.

10.09.2009
10:52
Wenn nicht nach Gorleben - wohin mit dem Atommüll?
von EinKnaeuel | #69

Ob nun die Atomenergie die Umwelt mehr gefährdet, als die irreversible Zerstörung der Natur, um an Gás Öl und Kohle zu gelangen, um anschliessend Stickoide, CO2 und Stäube in die Umwelt zu blasen, ist fraglich.
Wäre die Natur eine Bank, würde keiner mehr einen Kredit bekommen.
Der Schädling Mensch ist die einzige Art, die dafür sorgt, das nächste Generationen schwer zu Atmen und wohl keine Energiereserven mehr zum Heizen haben.

10.09.2009
09:42
Wenn nicht nach Gorleben - wohin mit dem Atommüll?
von wahlmüde | #68

Wenn die Welt eine Bank währe, währe sie schon längst gerettet.

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