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Wenig zu bieten

14.04.2010 | 18:35 Uhr

Jeder Politikerbesuch, und soll er in schwerer Stunde auch noch so viel Mut machen und Kraft geben, bedeutet für die deutschen Soldaten in Afghanistan mittlerweile eine lästige Extraschicht. Wer anderes behauptet, war noch nicht dort.

Die eigene Sicherheit und die der einfliegenden Prominenz zu gewährleisten, kostet viel Energie, die an anderen Stellen fehlt. Etwa wenn es darum geht, sich auf Patrouillen wirkungsvoller als bisher der Taliban-Angriffe zu erwehren. Oder auch wie man heute schon den Eindruck vermeidet, der absehbare Anstieg der Kollateralschäden in der Zivilbevölkerung gehe aufs deutsche Konto, wenn im Sommer die Amerikaner im Norden de facto das Kommando übernehmen.

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat hier wenig zu bieten. Er ist gestern mit der Botschaft ins Kriegsgebiet gereist, die Politik (mit Ausnahme der Linken) stehe uneingeschränkt hinter der Truppe. Was so nicht mehr stimmt. Und wohl wissend, dass über 60 Prozent der Deutschen den Abzug fordern. Dieser Widerspruch wird bald noch größer werden. Vielleicht schon nächste Woche, wenn der Ex-Superstar im Kabinett im Untersuchungsausschuss seine eigenen Widersprüche zu klären hat.

Dirk Hautkapp

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