Wasserdichtes Gesetz – von Theo Schumacher
09.06.2011 | 19:31 Uhr 2011-06-09T19:31:00+0200Die Gemeinschaftsschule in Finnentrop, an der sich symbolisch der Konflikt um pädagogisches Neuland in NRW festgemacht hat, ist bis auf weiteres gescheitert. Das Nachsehen haben rund 100 Kinder, die sich nach dem gerichtlichen Stopp mit Ersatzangeboten abfinden müssen, die sie eigentlich nicht mehr wollten. Das hätte die Landesregierung ihnen besser erspart.
Festzuhalten bleibt: Die Richter stellen mit ihrem Spruch nicht die Gemeinschaftsschule als neue Schulform in Frage. Sie geben Ministerin Löhrmann aber auf, den Weg des Schulversuchs schnell zu verlassen und das rot-grüne Projekt auf eine feste und wasserdichte gesetzliche Grundlage zu stellen. Das ist die Koalition nicht zuletzt den Kommunen schuldig, die bei schwindenden Schülerzahlen auf neue Lösungen setzen wollen und dafür Planungssicherheit brauchen.
Löhrmann kann noch von Glück sagen, dass die übrigen Standorte für Gemeinschaftsschulen in NRW nicht beklagt wurden. Die Rolle der Opposition in den Gesprächen über einen Schulkonsens wird das stärken. Und die Grünen müssen registrieren, dass juristische Schlappen kein exklusives Erlebnis von SPD-Ministern sind.
16:24
Warum braucht jede Schulministerin ein neues Spielzeug? Die alte wollte die Hauptschule durch den Ganztag retten. Das war nicht geglückt, Jetzt wird mit der Gemeinschaftsschule wieder eine neue Sau durchs Dorf getrieben. Wir haben die Gesamtschule, mit der alle Schulabschlüsse der Sek 1 erreicht werden können. Diese zu einer Schule für alle mit vielen Differenzierungsmöglichkeiten auszubauen - auch die Förderschulen werden schließlich künftig in das allgemeinbildende Schulsystem integriert - das ist eine schulpolitische Herausforderung von wesentlich größerer Tragweite. Wahlmöglichkeiten gäbe es dann in Klasse 5 zwischen Gesamtschule und Gymnasien (denen täten mehr Differenzierungsmöglichkeiten auch ganz gut, siehe die vernachlässigten Hochbegabten). Wichtiger als die Debatte über Schulformen sind innere Reformen der Schule, egal welchen Namen die Schulform trägt. CDU und FDP sollten sich einen Ruckgeben und einer Modernisierung der Schulen nicht mehr im Wege stehen.
16:04
Nur nicht entmutigen lassen, immerhin liegen wir mit unserem antiken Schulsystem noch weit vor Ghana.
12:21
Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Die Gemeinschaftsschule wird kommen. Die Mehrheit der Eltern wollen sie. Die neuen politischen Voraussetzungen werden kommen. Attendorn und Lennestadt sollten sich nicht zu früh freuen. Das Bemühen um die Schüler der Zukunft wird sich eher verstärken.
09:56
Man könnte auch argumentieren, dass bei einer anderslautenden Gerichtsentscheidung diejenigen Kinder das Nachsehen hätten, die von ihren Eltern auf die eingespielten Altschulen in den Nachbargemeinden geschickt werden - diese Schulen hätten bei Einführung der Gemeinschaftsschule zu wenig Kinder für einen geordeneten Schulbetrieb (daher auch die Klage gegen den Schulversuch).
08:02
Hochmut kommt vor dem Fall!
1. Zunächst hat sie sich über ihre Vorgängerin Frau Sommer wegen fehlerhaften Prüfungsaufgaben lustig gemacht. Ära Löhrmann fehlerhafte Prüfungsaufgaben.
2.Vom Gericht wegen Mißachtung bestehender Gesetze gerügt.