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Warum Verbraucher Heizkosten genau prüfen sollten

16.01.2011 | 16:01 Uhr
Warum Verbraucher Heizkosten genau prüfen sollten
Noch immer gilt: Wer beim Heizen sparen will, sollte moderne Thermostate installieren und die Zimmertemperatur runterregeln. Foto: dapd

Essen. In den kommenden Wochen flattert wieder Millionen von Verbrauchern die Heizkostenabrechnung ins Haus. Dabei lohnt aber ein prüfender Blick. Denn laut Ex­perten ist jede zweite bis dritte Abrechnung falsch.

Welche sind die häufigsten Fehler?

Häufigste Fehler sind un­korrekte oder nicht verständliche Angaben zum tatsächlichen Energieverbrauch, sagt Reinhard Loch, Energieberater bei der Verbraucherzentrale NRW. „Dann steht etwa nur der Betrag X unter dem Punkt Brennstoffkosten, ohne dass dieser weiter erläutert wird.“

In den Abrechnungen müsse allerdings detailliert aufgeschlüsselt sein, wie viel Energie im Abrechnungszeitraum verbraucht wurde. Also: Wo stand beispielsweise der Gaszähler zu Abrechnungsbeginn und zum Abrechnungsende – oder wie hoch war der Heizölbestand am Anfang und zum Schluss des Abrechnungszeitraums. Zudem müsse ersichtlich sein, wann etwa Heizöl zu welchem Preis nachgefüllt wurde. „Sind solche Angaben nicht aufgeführt, ist der Verbrauch nicht transparent und daher unverständlich“, erläutert Loch.

Wie sieht es mit den Nebenkosten aus?

Weitere typische Fehlerquellen sind nach Angaben von Reinhard Loch falsch berechnete Nebenkosten wie Wartungskosten oder Abrechnungsgebühren. Auch diese müssten nachvollziehbar aufgeschlüsselt sein. „Eine Schätzung dieser Kosten ist nicht zulässig“, sagt der Experte. Und: „Es dürfen nur die Nebenkosten berechnet werden, die tatsächlich in dem Abrechnungszeitraum angefallen sind.“

Was können Verbraucher gegen solche Fehler tun?

„Zunächst sollte man alle Positionen genau auf ihre Stichhaltigkeit überprüfen und mit den Abrechnungen des Vorjahres vergleichen“, sagt Loch. Gebe es Auffälligkeiten wie etwa der Verdoppelung eines Kostenpostens, sollten sich Verbraucher mit Fachleuten in Verbindung setzen. „Bei den örtlichen Verbraucherzentralen kann man die Heizkostenabrechnung gegen eine Gebühr von fünf Euro überprüfen lassen“, sagt Loch. Auch die örtlichen Mietervereine stünden ihren Mitgliedern mit Hilfe zur Seite.

Loch empfiehlt, in solchen Fällen möglichst viele frühere Heizabrechnungen zum Vergleich mitzunehmen. „Das sollten mindestens die Abrechnungen der vergangenen drei Jahre sein. Dann kann man die Kosten besser nachvollziehen“ – und bei Fehlern zum Beispiel den Vermieter auffordern, die Abrechnung zu überarbeiten.

Wie können die Heizkosten reduziert werden?

Um die Kosten zu dämpfen, sollten Verbraucher ihre Heizkörper möglichst mit sogenannten gesteuerten Thermostatventilen ausrüsten, rät Reinhard Loch. „Diese kosten 20 bis 30 Euro das Stück und lassen sich recht unproblematisch anbringen.“ Der Vorteil: Mit solchen Thermostatventilen könne man die Temperatur für jede Tageszeit einstellen. Also tagsüber, wenn es ohnehin wärmer sei, die Temperatur reduzieren und abends automatisch wieder erhöhen. Sei man zu Hause, hält Loch eine Temperatur von 19 bis 20 Grad für angemessen. Im Bad könne es ein Grad wärmer sein, in der Küche und im Schlafbereich ein oder zwei Grad weniger.

Zudem sollten Hausbewohner darauf achten, dass die Heizkörper nicht von Vorhängen verdeckt seien und auch kein Möbelstück wie ein Sofa davor stehe, sagt Energieexperte Loch. Selbstverständlich sollten daneben die Heizungsanlagen so mo­dern wie möglich sein und auch regelmäßig entlüftet werden. Zudem müssten Gebäude effizient gedämmt und alle Fenster und Türen vernünftig abgedichtet sein.

Christopher Shepherd



Kommentare
19.01.2011
17:15
Warum Verbraucher Heizkosten genau prüfen sollten
von EX-WAZ-Leser | #6

Im Zeitungsartikel stand noch unter der Überschrift Kostenloses Gutachten der Text Noch bis 31. Januar 2011 können Mieter ihre Heizabrechnung von der gemeinnützigen Initiative co2online prüfen lassen ....

Diese Information ist FALSCH, wie mir die o.g. Initiative soeben mitgeteilt hat.

!!! BESSER RECHERCHIEREN !!!

17.01.2011
14:07
Warum Verbraucher Heizkosten genau prüfen sollten
von Erbeck | #5

# 4 : Solche Dinge ( Entmündigung ) ärgern mich auch sehr . Als Mieter eines Privathauses - mehrere Eigentümer - muss ich mich zudem eh allen Beschlussdingen anpassen . Meine persönliche Meinung ( hat nichts mit der Richtigkeit zu tun ) spielt keine Rolle .

17.01.2011
14:00
Warum Verbraucher Heizkosten genau prüfen sollten
von fummel | #4

Der Gesetzgeber schreibt eine genaue Abrechnung der Heizkosten vor. Aber doch nicht so ganz genau. Die 50 / 50 Regel oder eine 70 / 30 Regel. Aber bitte immer genau, sonst ärger mit dem Mieterverein. Das diese 30 der 50 % auch richtig berechnet werden, gibt es ja tolle Firmen die die Ablesung und Berechnung für den Vermieter vornehmen. Der kleine Obolus kann ja auf die Mieter mit abgewälzt werden. Über einen Zeitraum von 12 Jahren habe ich in einem 10 Familienhaus die vom Gesetzgeber geforderte Heizkostenabrechnung erstellt. Parallel dazu habe ich eine Heizkostenabrechnung nur auf m² ohne kosten der Firma Techem erstellt. Bei der Fiktiven Heizkostenabrechnung hätten alle Mieter weniger Heizkosten zahlen müssen. Aber der Gesetzgeber hat ja vorgaben von den Lobbyisten der Heizkostenabrechner.

17.01.2011
12:34
Warum Verbraucher Heizkosten genau prüfen sollten
von r.wiesen | #3

Wenn vorhanden, Deckenventilator mal i8m Rückwärstgang kurz laufen lassen- holt die Wärme von der Decke.
Je höher, desto spar.
(Letzten Satz schenke ich den Werbefuzzis)

17.01.2011
09:55
Warum Verbraucher Heizkosten genau prüfen sollten
von Wenig_Heizer | #2

Ich heize nur im Wohn-/Arbeitszimmer. Bad lohnt nicht - ist so klein, dass nachm duschen es eh warm ist ;-)
Küche ist Blödsinn - beim kochen wirds eh warm und Schlafzimmer? Ne, schlaf ja eh bei offenem Fenster. Und zack...schon gibts im Jahr 150 EUR Vorauszahlung zurück. OK, klappt natürlich nur beim Single-Männer Haushalt...bei meiner Partnerin sieht das schon wieder anders aus ;-)

17.01.2011
09:30
Warum Verbraucher Heizkosten genau prüfen sollten
von I am anonym | #1

Wohnzimmer wenn man da ist wärmer- Küche ist angedockt dort unterstüzt die Heizung am 18 ° . Schlafzimmer reichen 20 ° - Bad ist die Heizung eigentlich ständig aus, vorm Duschen kurz heizen, danach direkt wieder aus. Habe für den Winter 09/10 ganze 80 Eur nachgezahlt für Wasserverbrauch Heizkosten. Was will man mehr- und ich hatte es nicht so kalt, dass man hätte frieren müssen ohne Decke.

Was hilft: Türen zum Flur zumachen, ne Decke unter die Wohnungstür bzw. davor. Der Flur war immer 3° kälter als der Rest der Wohnung. Türen zumachen lohnt sich also immer.

Viel wichtiger ist auch das richtige lüften. Morgens einmal Durchzug- alles auf- dann passt die Luftfeuchtigkeit wieder und es heizt optimal.

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