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Bundestagswahl

Warum Rüttgers sorgenvoll nach Berlin blickt

29.09.2009 | 07:45 Uhr
Warum Rüttgers sorgenvoll nach Berlin blickt

Düsseldorf. CDU und FDP in NRW sehen den Wahlsieg auf Bundesebene mit gemischten Gefühlen. Die Freude wird von der Sorge überschattet, dass der Sieg der anderen zur eigenen Niederlage werden könnte. Tritt die Regierung nach dem Motto „Grausamkeiten sofort" an, könnten Rüttgers & Co. dafür büßen.

Der Wahlsieg von Schwarz-Gelb könnte Schwarz-Gelb den Wahlsieg kosten. Hinter aller Freude der nordrhein-westfälischen Rüttgers-CDU und der Pinkwart-FDP über das Ende der Großen Koalition in Berlin lässt sich eine Sorge nicht verbergen: Dass die Chancen auf eine Fortsetzung ihrer Regierung an Rhein und Ruhr ab Mai 2010 stark davon abhängen, wie sich Schwarz-Gelb in den nächsten Monaten auf der Bundesbühne präsentiert. Tritt die Regierung nach dem Motto „Grausamkeiten sofort" an, könnte Schwarz-Gelb in NRW dafür büßen.

Sieht erhebliche Anstrengungen auf den Arbeitnehmerflügel der CDU zukommen: NRW-Sozialminister Karl-Josef Laumann. Foto: ddp

Nicht ohne Grund erhob NRW-Sozialminister Karl-Josef Laumann (CDU) sofort am Wahlabend seine mahnende Stimme. „Bei einer so starken FDP werden wir uns erheblich anstrengen müssen, weiterhin soziale Gerechtigkeit zu garantieren", sagte Laumann, der sich als Chef des Arbeitnehmerflügels der Union (CDA) neu gefordert sieht. „In der Großen Koalition wurde die CDA nicht wahrgenommen, weil die SPD dort unsere Positionen vertreten hat."

Bildungspolitik könnte Schwarz-Gelb Stimmen kosten

„Ich verstehe, dass der Ministerpräsident das Vakuum ausfüllen möchte, das durch die Schwäche der Sozialdemokratie entstanden ist", sagte FDP-Landtagsfraktionschef Gerd Papke der WAZ-Mediengruppe, der ebenfalls frühere Schmidt- und Clement-Wähler zu den Liberalen herüberziehen will. Da auch Papke die NRW-Landtagswahl für Schwarz-Gelb noch nicht für gewonnen hält, mahnt der Liberale für den Endspurt vorzeigbare Ergebnisse an. „Wir müssen dafür sorgen, dass die bildungspolitischen Reformen auch in der schulischen Realität ankommen", sagt er und lässt damit erkennen, dass auch die Bildungspolitik Schwarz-Gelb in NRW noch Stimmen kosten kann.

Aus der NRW-SPD kommt nach dem desaströsen Wahlausgang der Ruf nach einem „Neuaufbau". Der Landesvize Jochen Ott wirbt dafür, beim November-Parteitag SPD-Chef Franz Müntefering zu ersetzen. Im gleichen Zug soll mit der Wahl von Hannelore Kraft zur stellvertretenden Parteichefin ein halbes Jahr vor der Landtagswahl der Einfluss aus NRW in der SPD-Spitze gestärkt werden. Am Wahlabend hatte der Landesvorstand in einer Blitzaktion die Vorsitzende in Stellung gebracht.

„Die Bundespartei muss jetzt den Blick auf NRW schärfen", sagte Kraft-Vize Britta Altenkamp dieser Zeitung. Für sie ist die Landtagswahl ein „Meilenstein" auf dem Weg zur nächsten Wahl im Bund. Flügelkämpfe werden in der NRW-SPD auch nach Verlusten von 11,5 Prozent nicht erwartet. Jedoch wird mit Unruhe gerechnet, weil die Landesgruppe 14 Bundestagsmandate verlor und der Kampf um gute Listenplätze für die Landtagswahl bevorsteht.

SPD hofft auf "Beweglichkeit" der FDP

Kraft wiederholte noch am Wahlabend, sie suche „die Auseinandersetzung, nicht die Zusammenarbeit mit der Linken". Es gibt auch andere Stimmen. Wenn CDU und FDP in NRW den Lagerwahlkampf suchen, sagt ein Spitzengenosse, „kann man von uns doch nicht verlangen, dass wir uns abgrenzen". Allerdings gelten die NRW-Linken in der SPD überwiegend als „Sektierer". Altenkamp gibt die Hoffnung auf eine „Ampel" in NRW nicht auf: „Die FDP muss beweglich sein, weil sie auf jeden Fall in der Regierung bleiben will."

Grünen-Chefin Daniela Schneckenburger drängt die Sozialdemokraten, ihr „neurotisches Verhältnis" zur Linken zu klären. Co-Sprecher Arndt Klocke lehnt jede „Ausschließeritis" vor der NRW-Wahl ab. Seine Partei will ihre Wahlaussage im Februar treffen. Für Klocke ist alles „möglich, solange genügend Grün dabei ist". Dazu zählt er auch eine Jamaika-Koalition mit CDU und FDP, wenn auch die Schnittmengen gering seien.

Christoph Meinerz und Theo Schumacher

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Kommentare
30.09.2009
12:35
Warum Rüttgers sorgenvoll nach Berlin blickt
von fördererheinrich | #17

Wenn die Gesamtlinken aus Rot-Rot-Grün sich in NRW verbünden, wird Rüttgers abgewählt. Viele Versprechungen hat er nicht eingehalten, z.B. den massiven Abbau von Verwaltungsebenen. Dem Bürger hat man Widerspruchsverfahren entzogen, indem gleich geklagt werden muss. Damals habe ich die CDU im Glauben unterstützt, es tut sich was. Heute bin ich bitter enttäuscht, auch über die Entgleisungen von Herrn Rüttgers selbst. Jetzt geht es wohl in die Richtung links!

30.09.2009
12:00
Warum Rüttgers sorgenvoll nach Berlin blickt
von DerHansi | #16

Arme SPD

29.09.2009
12:44
Warum Rüttgers sorgenvoll nach Berlin blickt
von goeast | #15

Eine Bauruine zu renovieren bedarf Zeit und Geschick.
Die Ruinierer 39 Jahre SPD, werden dieses mit Sicherheit nicht schaffen.

29.09.2009
11:50
Warum Rüttgers sorgenvoll nach Berlin blickt
von dedline | #14

Die FDP ist doch die treibende Kraft in Düsseldoof, siehe Studeingebühr, der Inneminister, der nicht weiß was ein Verfassungs und Verwaltungsgericht ist.
Trotz 39 Jahre SPD , so schlecht wie zur Zeit ist NRW noch nie vertreten worden!

29.09.2009
11:31
Warum Rüttgers sorgenvoll nach Berlin blickt
von goeast | #13

Die Vorgängerregierungen (SPD) mit wechselnden Partnern hätte doch in den 39 Jahren ihrer Regierungszeit aus NRW das gelobte Land machen können.
Weshalb ist sie wohl abgewählt worden?
Was das für ein bunter Haufen, der nur mit sich selbst und Pöstchenschieberei beschäftigt ist, sieht man doch jetzt in Berlin.
Lieber einen Rütgers mit eigenem Ideen als eine von Partei-Ideologen ferngesteuerte Kraft.

29.09.2009
11:08
Warum Rüttgers sorgenvoll nach Berlin blickt
von Anybody | #12

So, so kein Vertrauen zu seiner Queen und das Quietscheentchen, wird wohl auch berechtigt sein.
Und im Mai heißt es ByeBye…

29.09.2009
10:24
Warum Rüttgers sorgenvoll nach Berlin blickt
von marwang | #11

hat rüttgers angst vor den eigene lügen seiner partei

29.09.2009
10:15
Warum Rüttgers sorgenvoll nach Berlin blickt
von BSV | #10

Da kann der Arbeiterführer ganz ohne Furcht sein. So bescheuert ist weder Frau Merkel noch Herr Westerwelle. Die lassen ihn noch bis zur Wahl ein bißchen spielen. Und danach? Dann tommt der tleine Tläumer in die Heia. So oder so. Ich hoffe, es wird so. Das allerdings liegt an Frau Kraft.

29.09.2009
09:54
Warum Rüttgers sorgenvoll nach Berlin blickt
von saghabor | #9

Herr Rüttgers hat schon im Fall OPEL auf Kosten der Steuerzahler großes Unheil angerichtet.

29.09.2009
08:40
Warum Rüttgers sorgenvoll nach Berlin blickt
von vielfahrer | #8

Wenn ´der Blick der Bundes-SPD in Länder gehen soll, dann nach Brandenburg (Wahlsieg eines ehemaligenSPD-Vorsitzenden) und Rheinland-Pfalz, wo ein anderer ehemaliger Vorsitzender mit großer Beliebtheit regiert. DieNRW-SPD hat rein gar nichts getan, um díe SPD-Niedrlage aufzuhalten und hat genausohohe Verluste. Frau Kraft ist im Land weitgehend unbekannt.

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