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Warum das Volk zu Guttenberg noch immer will

24.02.2011 | 06:40 Uhr
Warum das Volk zu Guttenberg noch immer will
Frank Plasberg versuchte dem Phänomen Guttenberg auf die Spur zu kommen. Foto: imago

Essen.   Die Opposition schießt sich auf den „Schummelbaron“ zu Guttenberg ein, die Universität Bayreuth erkennt ihm den Doktortitel offiziell ab – doch in den Umfragen hält die Bevölkerung zum Verteidigungsminister. Frank Plasberg versuchte bei „Hart aber fair“ dem Phänomen auf den Grund zu gehen.

Video
Soll Verteidigungsminister zu Guttenberg wegen der Plagiatsaffäre zurücktreten? Stimmen aus Bochum und Duisburg

Die Gerüchteküche im Bundestag hatte zuvor gebrodelt. Neues brisantes Material zur Kausa Guttenberg sollte im TV-Talk „Hart aber fair“ in der ARD ans Licht kommen, verlautete aus SPD-Kreisen. Dem war nicht so. Dennoch arbeitete Moderator Frank Plasberg mit seinen Gästen die Affäre um die Plagiatsvorwürfe gegen den Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg Punkt für Punkt auf.

Es war ein harter Tag für den amtierenden Verteidigungsminister: Zunächst musste sich zu Guttenberg in einer zweistündigen Debatte im Bundestag von der Opposition als Lügner bezeichnen lassen . Er selbst gab zu, in seiner Doktorarbeit erhebliche Fehler gemacht zu haben. Dann erkannte ihm die Universität Bayreuth am Abend den Doktortitel, den er zuvor schon freiwillig zurückgegeben hatte, offiziell ab . Der Verteidigungsminister habe wissenschaftliche Standards „objektiv nicht eingehalten“, strafrechtliche Konsequenzen sollten aber nicht veranlasst werden, beschloss die Universität.

Vertrauen, Respekt, Unterstützung?

Rücktritt oder nicht? Vertrauen, Respekt, Unterstützung - oder nicht? Diese Fragen wurden in den vergangenen Tagen mehrfach in den Medien gestellt. Frank Plasberg und sein Team formulierten sie so: „Der Fall des Superstars - wer glaubt noch den Politikern?“

Noch immer wirbt Karl-Theodor auf seiner Homepage mit den Slogans : „Vertrauen verpflichtet“, „Verantwortung bedeutet vor allem Verpflichtung, Vertrauen und Gewissen“ und „Richtschnur meines Handelns war und ist Prinzipienfestigkeit und Grundsatztreue“ – und die Menschen glauben es ihm noch immer, selbst wenn ihm die intellektuelle Unredlichkeit nachgewiesen ist. Nach wie vor sprechen sich in Umfragen mehr als 70 Prozent dafür aus, dass zu Guttenberg im Amt bleiben sollte. Ganz im Gegensatz zu den teils vernichtenden Urteilen einiger Journalisten.

Akademiker-Debatte über intellektuelle Redlichkeit

Guttenberg-Zitate

„Viele Menschen können mit dem Begriff „wissenschaftliches Fehlverhalten“ nicht viel anfangen“, lautet Thomas Oppermanns Erklärungsansatz. Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD hatte schon zuvor in der Aktuellen Stunde im Bundestag seinem Unmut Luft gemacht. Auch Hans Leyendecker, Volljurist und Investigativ-Chef der „Süddeutschen Zeitung“, bestätigte den Eindruck einer Akademiker-Debatte. Doch: Die Bevölkerung habe zu Guttenberg gegenüber ein „positives Vorurteil“: „Man verzeiht ihm Dinge, die man sonst niemandem verzeihen würde.“ Eben weil er sich selbst so hohen Werten verschrieben habe.

Positiv deutet naturgemäß Alexander Dobrinth, CSU-Generalsekretär, die Umfragewerte: „Die Leute erkennen: Ja, das ist ein aufrechter Umgang mit einem Fehler.“ Schließlich sei der Doktortitel nun ja bereits abgelegt. Die Strafe habe zu Guttenberg bereits erhalten. „Jetzt wollen die Menschen, dass er zum Beispiel seine Bundeswehr-Reform durchzieht.“ Auch Nikolaus Blome, Leiter des Hauptstadtstudios der Bild-Zeitung, meint: „Ich glaube nicht, dass die Leute nicht wissen, was das Vergehen war.“

Doch auch die Berichterstattung genau seiner Zeitung wird bei „Hart aber fair“ kritisiert. Mit Schlagzeilen wie „Wir finden die gutt“ und „Gut. Guttenberg bleibt“ habe die Tageszeitung das positive Image des Verteidigungsministers gefördert. Am heutigen Donnerstag titele die Bild mit den eigenen Leser-Umfrage-Ergebnissen: 87 Prozent der Bild-Leser stehen zu Guttenberg. Repräsentativ sei das nicht. Seine Zeitung habe jedoch die Kundus-Affäre und die Missstände auf der „Gorch Fock“ ans Licht gebracht, kontert Blome.

Über Toleranzgrenzen

Die Fälscher

Die Menschen seien zu einem gewissen Grade tolerant, ordnet Präses Nikolaus Schneider die Umfrage-Werte weiter ein. Doch es gäbe eine Grenze des Verständnisses.

Wie weit diese Toleranzgrenze geht, wird sich zeigen, wenn mehr Details zur Schummel-Affäre zu Guttenbergs bekannt werden. Es gebe „bestimmte Hinweise“ auf einen Ghostwriter der Doktorarbeit, berichtet „Süddeutsche“-Redakteur Leyendecker, bleibt aber nebulös. Fest steht: Weitere Details zu den Plagiatsvorwürfen werden kommen. Es wird sich zeigen, wie tolerant und vertrauensselig das deutsche Volk bleibt.

Vera Kämper

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Kommentare
26.02.2011
19:03
Warum das Volk zu Guttenberg noch immer will
von BerndBruns | #112

#111 von mspoetnik

Machen Sie es wie andere und ich: Gewähren Sie dem allein r.leuchteten die gebührende Narrenfreiheit - und ignorieren Sie seine abstrusen Thesen...

26.02.2011
18:14
Warum das Volk zu Guttenberg noch immer will
von mspoetnik | #111

Sie halten sich ja für den Oberlehrer schlechthin.
Aber mit der Rechtschreibung und -vor Allem-mit der Satzzeichensetzung scheinen Sie auf Kriegsfuss zu stehen.

26.02.2011
18:08
Warum das Volk zu Guttenberg noch immer will
von mspoetnik | #110

@r-krankt
dass Sie unseren K.T.bis aufs Blut verteidigen,ist schon klar.Anspruch und Wirklichkeit klaffen bei Ihnen beiden extrem weit auseinander.

25.02.2011
20:19
Warum das Volk zu Guttenberg noch immer will
von corvinus | #109

Die Feststellung,dass Volk würde Gutteberg weiterhin mögen, ist falsch und könnte bei einigen guten Willen als Zeitungsente durchgehen. Tatsache ist, das der Bürger stinksauer ist und sich als dumm verkauft ansieht. Damit hat er auch rechr, er ist dumm und vor allen Dingen gegen diese Art der Verschlagenheit machtlos.

25.02.2011
17:58
Warum das Volk zu Guttenberg noch immer will
von escha | #108

Will es ja gar nicht. Die Umfragen sind nicht valide, sondern manipuliert gewesen.

25.02.2011
10:51
Warum das Volk zu Guttenberg noch immer will
von zetunde | #107

Es ist schön, dass man sich im Moment in allen Programmen mit dem Lügenbaron beschäftigt.
Er ist tüchtig, ich will ihn behalten, so die Bundeskanzlerin. Was hat er denn geleistet bis heute, frage ich mich?

ACHTUNG das nun folgende ist gekupfert, sollte also in Anführungszeichen stehen, habe ich das auch gekupfert, wenn ich es selbst an einer anderen Stelle schon geschrieben habe?

Nach den erneuten Angriffen des SPD-Chefs Gabriel gegenüber dem Lügenbaron Gutenberg,

(man erinnert sich, dass ist der, der sich als Umweltminister mit einem Düsenjet von Mallorca nach Berlin holen ließ, danach seine Mutter in Hannover anflog um dann zurück nach Mallorca zu fliegen)

.. konnte man unsere Kanzlerin in der Tagesschau mit dem Gesicht einer beleidigten Leberwurst beobachten. Ob da schon bekannt war, dass der Verteidigungsminister seiner UNI 750.000 Euro gespendet hat? Ist die Doktorarbeit nicht nur nicht selbst geschrieben sondern wurde auch noch die UNI für die Nichtkontrolle und Anerkenntnis der Doktorarbeit bezahlt, wie anders ist der Kommentar des Lügenbarons zu deuten: „Ich habe mir die Arbeit mal richtig durchgelesen und….Fehler gefunden.

Ne, ne, Frau Bundeskanzlerin, wann schmeißen sie den Lügenbaron endlich raus, keine Sorge, der fällt ja so was von weich in die Kissen seines Schloss- Schlafsgemachs. Halleluja

25.02.2011
10:28
Warum das Volk zu Guttenberg noch immer will
von marwang | #106

r.kant dass sind falsche infos gestern abend zeigten das ard korrekte umfragen nicht die bildmanipulierten danach ist der lügenbaron nur noch bei fünfzig prozent und der fällt noch weiter

25.02.2011
10:11
Warum das Volk zu Guttenberg noch immer will
von buntspecht2 | #105

Das Deutsche Volk liebt Blender und Verführer alles schon mal da gewesen

25.02.2011
07:31
Warum das Volk zu Guttenberg noch immer will
von kikimurks | #104

@dr.einstein

Betrug ist ein strafrechtlicher Begriff. Tatsächlich hat aber Guttenberg keinen Betrug im strafrechtlichen Sinne begangen. Dazu fehlt die Absicht sich oder einem Dritten einen Vermögensvorteil zu verschaffen(§263 StGB). Tatsächlich ist ein möglicher Vorteil, z.B. dadurch, dass es möglich ist, vielleicht ein höheres Gehalt zu erhalten, kein solcher, da die Verbindung nicht ausreichend deutlich ist.

Allerdings ist das Handeln Guttenbergs ausgesprochen verwerflich. Er hat sich seinen Titel erschlichen. Er ist Beamter, wenn auch politischer und auf Zeit, und Dienstherr zweier Hochschulen. Er sollte mit den gleichen Konsequenzen wie seine Untergebenen rechnen müssen. In einem so schweren und dreisten Fall wäre ein Student an der Bundeswehrhochschule aus dem Dienst entfernt worden.

Auch müssen sich Spitzenpolitiker darüber im Klaren sein, dass an sie besondere Anforderungen zu stellen sind. Sie haben eine Vorbildfunktion. Wie will Guttenberg dieser Funktion nachkommen? Wofür soll er stehen? Dafür, dass man ungestraft sich durch das Leben schummeln kann?

Als Entschuldigung führt er an, dass er dem Druck nicht gewachsen gewesen sei und er deshalb unsauber gearbeitet habe. Was für ein toller Minister! Er kann unter Druck nicht arbeiten! Unter Druck schlampt er! Lasst uns beten, dass er als Verteidigungsminister niemals unter Druck gerät!

Zu guter letzt muss man auch an die vielen denken, die Ihren Doktortitel sich hart erarbeitet haben. Denen gibt Guttenberg das Signal, dass sie dumm sind. Man kann auch zum Ziel kommen indem man sich keine Mühe macht, sondern schamlos sich dessen bedient für das sich andere Mühe gemacht haben.

25.02.2011
06:24
Warum das Volk zu Guttenberg noch immer will
von 1968er | #103

Lug und Betrug regiert die Welt!
Die Politiker haben doch schon längst ihre eigene Elite-Moral! Predigen Wasser und saufen Wein!

Wer glaubt denn schon den Worten eines Politikers?
Nicht einen einzigen Cent würde ich für die Wahrhaftigkeit unserer Politik-Elite geben.

mfg

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