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Waffenhilfe für den Iran kommt offenbar aus NRW

01.09.2010 | 12:00 Uhr

Essen. NRW-Firmen, „vor allem kleine“, wie Sicherheitsexperten sagen, unterstützen zunehmend die Atomwaffen-, Raketen- und Kampfdrohnenprogramme des Iran. Experten sind besorgt, die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Irans Präsident Mahmut Ahmadinedschad hat in Teheran stolz seine neue Kampfdrohne „Karrar“ vorgeführt. Sie ist vier Meter lang, gefährlich rot gestrichen und kann Bomben über 1000 Kilometer ins Ziel bringen. Vor allem Israel ist durch die Drohnen-Premiere in dieser Woche hoch beunruhigt. Denn von Projekt zu Projekt steigert die iranische Militärmaschinerie die Reichweite ihrer Angriffswaffen. Und das nachweislich mit deutscher Hilfe, glauben die Ermittler.

Bis zu 30 Motoren
in den Iran

Die Spur führt nicht selten nach Nordrhein-Westfalen. NRW-Firmen, „vor allem kleine“, wie Sicherheitsexperten sagen, unterstützen zunehmend die Atomwaffen-, Raketen- und Kampfdrohnenprogramme des Iran. Sie liefern Bauteile und verstoßen damit gegen das Embargo, das die UNO und auch die Europäische Union gegen den Mullahstaat verstärkt seit dem Jahr 2007 verhängt haben. Staatsanwälte ermitteln gegen mehrere Unternehmen.

So sind aus einem Flugmotorenwerk bei Bonn möglicherweise bis zu 30 Motoren an den Iran gegangen, geeignet für den Einbau in die unbemannten Kampfflugzeuge. Der Hersteller will im Glauben gehandelt haben, die Motoren seien für Dubai bestimmt.

Auch die Aachener Staatsanwaltschaft klagt einen Händler an, der solche Bauteile als „Stromaggregat“ deklarierte, um sie in den Iran zu exportieren. Einen Motor, sagte Staatsanwalt Robert Deller unserer Zeitung, habe der Händler liefern können. Auch habe er weitere Versuche unternommen. Zu deren Vollzug sei es dann aber nicht gekommen.

Bis zu 100 getarnte Firmen

Im vielleicht umfangreichsten Fall müssen sich der 65-jährige Deutsche Heinz-Ulrich K. und der 52-jährige Iraner Mohsen A. demnächst vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts in Düsseldorf verantworten. Es geht um eine noch gefährlichere Waffe - möglicherweise die Atomrakete, mit der Präsident Ahmadinedschad seine Nuklearwaffen auch in die Ziele tragen will. Die Bundesanwaltschaft wirft den beiden den Export und den Betrieb eines 850 000 Euro teuren Vakuum-Sinterofens vor, mit dessen Hilfe Steuerteile der iranischen Raketen und deren Gefechtsköpfe hitzefest gemacht werden können.

Sinteröfen werden für zivile wie militärische Zwecke gebaut. Man kann mit ihnen bei Temperaturen von 3000 Grad Keramiken herstellen, die in Autos eingebaut werden - aber eben auch feuerfeste Waffenteile.

Der Generalbundesanwalt ist sicher: Die Aufträge dafür sind direkt von der Behörde des iranischen Raketenprogramms an Mohsen A. gegangen. Sie umfassten die Beschaffung der Anlage, die Lieferung und schließlich auch die Montage im Land und die Inbetriebnahme.

A., so die Ermittler, legte daraufhin ein kleines Netzwerk an: Er stellte den Kontakt zum Ofenbauer Heinz-Ulrich K. her und weihte ihn ein. Den Genehmigungsbehörden, die die Ausfuhr absegnen mussten, nannte der Deutsche dann die Firma von A. in Asien als Empfänger – obwohl ihm klar war, dass der tatsächliche „Endverbraucher“ der iranische Staat war.

In Kreisen von Sicherheitsbehörden heißt es, bis zu 100 getarnte Firmen arbeiten so oder ähnlich in Deutschland für die Aufrüstung des Irans mit hochtechnologischen Waffen. Teheran betreibe ein regelrechtes Marketing. „Es sind oft Tüftler“, sagen die Experten, „die darauf eingehen“. Sie liefern teilweise auch dem Aufbau des Reaktors Busheer zu, den die internationale Gemeinschaft in Verdacht hat, Kern des Atomwaffenprogramms zu sein.

Frachten auf dem Flughafen abgefangen

Seit November 2009 konnte der deutsche Zoll im Rahmen der Operation „Early Bird“ mehrere Frachten auf dem Frankfurter Flughafen abfangen, die offiziell für russische Endabnehmer deklariert, offensichtlich aber – ebenfalls via Dubai -- für Busheer bestimmt waren. Einem der Transportunternehmen, der Lufthansa Cargo, war dies sehr peinlich. Man achte doch sonst auf die ordnungsgemäße Deklarierung der Fracht, heißt es in deren Zentrale. Anfang Juli kam es jetzt zu einem zweiten Schlag: Fahnder stellten Rechenmodule und Schalterkomponenten sicher, die von Siemens hergestellt wurden, die aber offenbar ohne Kenntnis des Konzerns auf dem komplizierten Weg nach Iran waren.

Kurz vor seinem Ausscheiden aus dem Amt des Chefs des Zollkriminalamtes in diesem Sommer wurde sein Chef Karl-Heinz Matthias gefragt, welche Sorge er vor allem habe. Matthias: „Uns macht vor allem der Schmuggel von Rüstungsgütern in Staaten wie dem Iran zu schaffen.“

Dietmar Seher

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Kommentare
02.09.2010
10:57
Waffenhilfe für den Iran kommt offenbar aus NRW
von Jack Daniels | #29

Ich sach nur Iran-Contra-Affäre....

http://de.wikipedia.org/wiki/Iran-Contra-Affäre

02.09.2010
08:47
Waffenhilfe für den Iran kommt offenbar aus NRW
von Mister Orlov | #28

und??? es ist doch längst bekannt, dass die größten Friedensstifter gleichzeitig die größten Waffenlieferanten sind. Ob Deutschland, USA oder sonst wer.

Nur dass jetzt irgendwelche kleinen Firmen aus NRW u.U. den Hals dafür hinhalten sollen, das find ich nicht OK. Es gibt doch angeblich diese Rüstungsgüterregelungen, gerade hier in Deutschland.

Naja, mal davon abgesehen war Krieg schon immer ein lohnendes Geschäft. Man muss es nur irgendwie schaffen an alle Beteiligten zu liefern...offiziell und inoffiziell

01.09.2010
22:11
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von sich-Fragender | #27

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

01.09.2010
20:00
Waffenhilfe für den Iran kommt offenbar aus NRW
von Menschenkenner | #26

Wenn der Iran ein Atomwaffenprogramm betreibt wie Dietmar Seher schreibt, dann ist er ein journalistischer Stricher, der sich dafür hergibt seiner Leserschaft Lügen aufzutischen, denn wissen kann er es nicht. Also, ich warte immer noch auf die Beweise von Ihnen für Irans Atomwaffenprogramm.

01.09.2010
16:35
Waffenhilfe für den Iran kommt offenbar aus NRW
von StahlGeld | #25

Die USA rügen die Europäer sobald diese mit dem Iran Geschäfte machen. Sie weisen uns auf das Ambargo hin. ABER selber kratzen sie sich die Geschäfte unter die Nägel bsp. Coca-Cola,Caterpillar, McDonalds,BurgerKing,diverse Bauunternehmen,etc. UND die Europäer sind die deppen. WER an ISRAEL und vergleichsweise andere gefährlichere Staaten Rohstoffe und Wissen verkauft, sollte auch dem IRAN verkaufen dürfen.Schließlich geht es um Geschäfte und der Rubel muss rollen.ICH fordere deutsche und andere europäische Länder auf, weiterhin unbekümmert Geschäfte zu machen und sich nicht an USA und ISRAEL, die Drohungen aussprechen in die Hose zu machen.

01.09.2010
15:55
Waffenhilfe für den Iran kommt offenbar aus NRW
von InFlames | #24

naja vlt schiesst er dann ja alles um uns herum weg und nicht auf uns weil wir ja Partner sind :/

01.09.2010
15:10
Waffenhilfe für den Iran kommt offenbar aus NRW
von Demokratorius | #23

Die BRD gehört zu den größten Waffenexporteuren der Welt. Die Waffen kommen (offenbar!) aus Deutschland. Woher denn sonst? Davon sind fast alle Ausfuhren erlaubt und einige verboten? So gibt es einen humanitären Krieg und einen unmenschlichen Krieg. Der erstere tut dann nicht ganz so weh? Alles per Definition?

Nicht die Waffen sind es, die Menschen sind pervers! Zombies in your head (cranberries). ro

01.09.2010
14:39
Waffenhilfe für den Iran kommt offenbar aus NRW
von Menschenkenner | #22

@#13 von Pit01
Sie etwa? Habe Sie eine iranische Atoombombe gesehen? Oder darf demnächst jeder auf Verdacht gerichtet werden, weil er ein potentieller Mörder sei?

01.09.2010
14:33
Waffenhilfe für den Iran kommt offenbar aus NRW
von Dunken | #21

Nur die Atombombe schützt vor agressiven Invasoren, das hat die jüngste Vergangenheit gezeigt.
Nordkorea hat es vorgemacht und andere werden nun folgen.
Wenn wir Israel mit Waffen beliefern macht es keinen Unterschied auch den Iran zu beliefern.

01.09.2010
14:28
Blockierter Kommentar.
von DietmarKalaschnikow | #20

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