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Viele Tote bei Zugunglück - Lokführer übersah Stoppsignal

16.02.2010 | 11:52 Uhr
Viele Tote bei Zugunglück - Lokführer übersah Stoppsignal

Brüssel.Beim Zusammenstoß von zwei Pendlerzügen in Belgien sind am Montag im morgendlichen Berufsverkehr mindestens zwölf Menschen getötet und 55 verletzt worden. Vor dem schweren Zugunglück hat einer Lokführer amtlichen Angaben nach ein Stoppsignal überfahren.

Beim Zusammenstoß von zwei Vorortzügen in der Nähe von Brüssel sind am Montag mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen. Die Züge prallten am Morgen nahe des Bahnhofes Buizingen offenbar frontal aufeinander, wie die Behörden mitteilten. Ein Lokführer beachtete wahrscheinlich ein Haltesignal nicht. 55 Menschen wurden verletzt. Die Opferzahl könnte noch steigen: Zwischenzeitlich war von bis zu 25 getöteten Fahrgästen die Rede.

Die Wucht des Aufpralls riss die Außenhaut eines Waggons weg und ließ mindestens einen weiteren Wagen aus den Gleisen springen. Augenzeugen und Rettungskräfte berichteten von schwersten Verletzungen. Das Rote Kreuz bat um Blutspenden. Der Regierungschef der Provinz Flämisch Brabant, Lodewijk De Witte, sagte am Nachmittag, dass die offizielle Opferzahl bei zwölf liege und weiter steige.

Rotes Kreuz bittet um Blutspenden

Rettungskräfte bergen Tote un Verletzte.

Zuvor sprachen die belgischen Bahnen von 25 Toten. Der Bürgermeister von Buizingen, Dirk Pieters, berichtete von 20 und berief sich dabei auf Einsatzkräfte.

Nach Zeugenaussagen dauerte das Unglück etwa 15 Sekunden. „Es war ein Alptraum“, sagte der Überlebende Christian Wampach der Nachrichtenagentur AP. Der 47-Jährige wurde wie andere Leichtverletzte in einem Sportkomplex behandelt. Nach seinen Worten gab es in seinem Zug offenbar lediglich im ersten Wagen Todesopfer.

„Als wir rauskamen, haben wir Leichen neben den Gleisen liegen sehen. Manche waren verstümmelt“, sagte die 40-jährige Patricia Lallemand, die im selben Wagen wie Wampach war.

ICE Köln-Brüssel nicht betroffen

An der Strecke entstand ein großer Sachschaden. Einer der Züge ragte meterweit in die Höhe, wo normalerweise Oberleitungsdrähte verlaufen. Der Zugverkehr zwischen Brüssel und dem Südwesten des Landes wurde eingestellt. Unterbrochen waren auch die Hochgeschwindigkeitszüge Eurostar nach London und Thalys nach Deutschland und in die Niederlande. Reisende mussten mit stundenlangen Verspätungen rechnen. Nicht betroffen war nach Angaben der Deutschen Bahn die ICE-Linie von Frankfurt über Köln nach Brüssel.

Wegen des Unglückes sagte der belgische Ministerpräsident Yves Leterme eine Reise in den Kosovo ab. Nur wenige Minuten nach der Landung in Pristina machte sich seine Maschine wieder auf den Weg nach Belgien. Ein derart schweres Bahnunglück ereignete sich in Belgien zuletzt im Jahr 2001, als ein Zug auf den falschen Gleisen fuhr und gegen einen anderen prallte. Dabei kamen acht Menschen ums Leben. (apn)

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Kommentare
16.02.2010
11:23
Viele Tote bei Zugunglück - Lokführer übersah Stoppsignal
von nixxiss | #5

@1 + 2
Eine wie hierzulande übliche PZB (punktförmige Zugbeeinflussung) gibt es bei der belgischen Staatsbahn (SNCB / NBS) nicht.
Die Funktionsweise des auch in Frankreich (außerhalb der Hochgeschwindigkeitsstrecken) üblichen Krokodils wird unter dem Link
http://de.wikipedia.org/wiki/Crocodile
erläutert.
Vermutlich haben Vereisung der Kupferbürsten unter dem Fahrzeug bzw. der Kontaktschuhe (Crocodile) zur Störung der Zugbeeinflussung beigetragen.
Die Zugbeeinflussung bei der deutschen Bahn erfolgt induktiv ohne direkten Kontakt.
Trotzdem ist es leider immer wieder menschliches Versagen, welches zu verheerenden Katastrophen zu Lande, zu Wasser und in der Luft führt.

15.02.2010
18:03
Viele Tote bei Zugunglück - Lokführer übersah Stoppsignal
von ökz | #4

verstehe ich nicht, normalerweise gibt es weitere Sicherungssysteme. Das kann unmöglich nur ein Rotlicht-Signal sein.

15.02.2010
16:45
Viele Tote bei Zugunglück - Lokführer übersah Stoppsignal
von vantast | #3

Hatte die Induktive Zugbeeinflussung (Indusi) nicht funktioniert? Wurde doch hierfür gebaut?

15.02.2010
10:52
Blockierter Kommentar.
von | #2

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

15.02.2010
10:34
Blockierter Kommentar.
von | #1

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