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Vermögens- und Luxussteuern sollen Gehaltsschere schließen helfen

29.03.2012 | 12:40 Uhr
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Die Ökonomen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) bringen die Einführung von Steuern auf Luxusgüter und Vermögen ins Spiel, um die wachsende Ungleichheit der deutschen Einkommen zu dämpfen.

Berlin (dapd). Die Ökonomen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) bringen die Einführung von Steuern auf Luxusgüter und Vermögen ins Spiel, um die wachsende Ungleichheit der deutschen Einkommen zu dämpfen. In der am Donnerstag vorgelegten Ausgabe der "Vierteljahreshefte zur Wirtschaftsforschung" skizzieren die Volkswirte zudem, wie die geltenden Regeln der Erbschaftssteuer Ungleichheiten verstärken.

Unter anderem errechnen die Autoren, dass eine allgemeine Vermögenssteuer schon bei einem Satz von 0,5 Prozent und Freibeträgen von einer Million Euro für Erwachsene und 250.000 Euro für Kinder dem Fiskus jährlich 9,4 Milliarden Euro bringen würde. Betroffen wären demnach 400.000 Steuerpflichtige oder 0,6 Prozent der Bevölkerung. Zudem werden Möglichkeiten einer Luxussteuer für alle Güter skizziert, die über 10.000 Euro kosten. Diese soll bis zu einer gewissen Einkommensgrenze zurückerstattet werden können.

Die Vermögenssteuer wird in Deutschland seit 1997 nicht mehr erhoben. Die Opposition im Bundestag fordert ihre Wiedereinführung.

"Wir werden die Schuldenbremse in Deutschland bekommen, das heißt, wir werden in den nächsten Jahren weniger Stellschrauben haben", sagte Markus Grabka, einer der betreuenden Forscher des Heftes. Konkrete Forderungen verbindet er aber nicht mit den Artikeln. "Wir geben erst einmal Ideen, wo noch Stellschrauben sind", sagte Grabka. Sie zu nutzen, sei aber Aufgabe der Politik.

Bildung zentral für finanziellen Aufstieg

Das Geld könnte dann etwa für Investitionen in die Bildung genutzt werden. Sie ist, so ein weiteres Ergebnis, bei jungen Arbeitnehmern im Niedriglohnsektor der wichtigste Faktor für einen möglichen Aufstieg. So sei die Chance für einen unter 35-Jährigen mit Fachhochschul- oder Universitätsabschluss, die Schwelle von zwei Dritteln des deutschen Durchschnittseinkommens zu überschreiten, rund 30 Prozent größer als bei einem Altersgenossen ohne Berufsausbildung.

Zudem seien auch junge Frauen beim Gehaltsaufstieg benachteiligt. Hier sollte die Politik die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern und steuerliche Anreize, etwa im Ehegattensplitting, schaffen, um den Aufstieg auch netto attraktiver zu machen, raten die Forscher.

dapd

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