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Verhandlungen über Schuldenschnitt für Griechenland ziehen sich hin

03.02.2012 | 20:36 Uhr

Die Verhandlungen mit den privaten Gläubigern über einen Schuldenschnitt für Griechenland ziehen sich weiter hin. Die Unterhändler für die Banken träfen sich am Wochenende mit der Regierung in Athen, erklärte der mit den Verhandlungen betraute Internationale Bankenverband (IIF). Die privaten Gläubiger sollen auf 70 Prozent ihrer Forderungen verzichten.

Athen (dapd). Die Verhandlungen mit den privaten Gläubigern über einen Schuldenschnitt für Griechenland ziehen sich weiter hin. Die Unterhändler für die Banken träfen sich am Wochenende mit der Regierung in Athen, erklärte der mit den Verhandlungen betraute Internationale Bankenverband (IIF). Die privaten Gläubiger sollen auf 70 Prozent ihrer Forderungen verzichten. Unterdessen wurde ein für Montag avisiertes Treffen der Euro-Finanzminister in Brüssel wieder verschoben. Die Konferenz könne aber "später in der Woche angesetzt werden", teilte Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker mit.

Damit sind die Erwartungen geplatzt, schon am Montag könne das zweite Rettungspaket im Volumen von 130 Milliarden Euro unter Dach und Fach gebracht werden. Gestritten wird nach wie vor über den Beitrag von privaten Banken und Fonds, über die griechischen Spar- und Reformmaßnahmen sowie über den Anteil der öffentlichen Geldgeber. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hatte am Donnerstag die Forderung aus der EU-Kommission zurückgewiesen, die Euroländer oder die EZB sollten sich an einem Schuldenverzicht für Athen beteiligen.

Griechische Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände lehnten am Freitag die vom Internationalen Währungsfonds (IWF) und den europäischen Geldgebern geforderten Gehaltskürzungen im Privatsektor ab. In einem Schreiben an die Regierung erklärten die Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände, die Beschäftigten hätten bereits seit 2010 14-prozentige Einkommenseinbußen hinnehmen müssen. Athen soll die Lohnkosten im Gegenzug für das zweite Rettungspaket senken, um Griechenland wettbewerbsfähiger zu machen. Die Sozialpartner argumentieren indes, dann würden die Verbraucherausgaben und damit auch die Steuereinnahmen nur noch weiter sinken.

Der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos warnte die Bevölkerung, die aktuellen Sparmaßnahmen seien zwar hart, die Alternative dazu jedoch katastrophal. "Wir spielen nicht mit dem Feuer, wenn es um die Zukunft unseres Volkes geht", sagte er im Parlament. Die Menschen seien ärmer geworden, der Lebensstandard sinke. "Ja, es ist dramatisch, Gehälter und Pensionen kürzen zu müssen. Aber was wir sonst erleben könnten, und was wir vermeiden wollen, ist fürchterlich."

Für Freitag oder Samstag war ein Treffen von Ministerpräsident Lukas Papademos mit den Vorsitzenden der drei Parteien seiner Übergangsregierung geplant. Sie sollten über weitere Sparmaßnahmen entscheiden.

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dapd

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