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USA zeigen laut Rösler Verständnis für deutschen Stabilisierungskurs

18.06.2012 | 19:38 Uhr
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Foto: /AP/Markus Schreiber

Die Vereinigten Staaten bringen nach Ansicht von Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler mehr Verständnis für die deutsche Haltung zur Schuldenkrise in Europa auf. Die Wahl in Griechenland sei in diesem Sinne ein Signal weit über Europa hinaus, sagte Rösler am Montag in Washington.

Washington (dapd). Die Vereinigten Staaten bringen nach Ansicht von Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler mehr Verständnis für die deutsche Haltung zur Schuldenkrise in Europa auf. Die Wahl in Griechenland sei in diesem Sinne ein Signal weit über Europa hinaus, sagte Rösler am Montag in Washington. Gelassen zeigte sich der FDP-Politiker über den nur kurzen Aufschwung der Börsen nach dem für die Eurogruppe positiven Wahlausgang in Griechenland.

Rösler wiederholte anschließend, auch nach der Wahl gebe es "keine Rabatte" und auch keinen mehrjährigen Aufschub für die Griechen zur Umsetzung des Anpassungsprogramms. Zu den Reaktionen der Märkte am Montag sagte er, langfristig sei Europa auf einem guten Weg zur Stabilitätsunion, und es werde sich zeigen, dass der Stabilitätskurs mit hoher Haushaltsdisziplin Erfolg zeitige. Der Minister erneuerte nach einem "sehr erfolgreichen" einstündigen Gespräch mit dem Wirtschaftsberater von US-Präsident Barack Obama, Gene Sperling, die Ablehnung von Euro-Bonds oder einem Schuldentilgungsfonds. "Die Verallgemeinerung von Schulden" sei nicht der Weg, den Deutschland gehen wolle.

Das Verständnis dafür in den Vereinigten Staaten "nimmt weiter zu", fügte Rösler hinzu. In seinen Gesprächen habe er auch festgestellt, dass die USA inzwischen "sehr kritisch sehen, wie es um ihre eigenen Schulden steht".

Der Minister erklärte, er habe mit seinen Gesprächspartnern auch Energiefragen erörtert. Insbesondere sei es um die Frage gegangen, welche Möglichkeiten und Probleme sich für die deutsche Wirtschaft durch die großindustrielle Erschließung von Erdgasvorkommen in den Vereinigten Staaten ergäben. Sie haben inzwischen dazu geführt, dass das Land zu einem Exporteur von Gas geworden ist und die Preise weltweit unter Druck geraten. Zugleich werden aber auch neue Nachfragen, etwa nach Rohrleitungen, generiert, und zusätzliche Umweltprobleme durch die mit der Ausbeutung verbundenen Einsätze von Chemikalien treten auf.

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dapd

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