US-Präsident Obama beschwört „Hoffnung statt Furcht“
20.01.2009 | 20:51 Uhr 2009-01-20T20:51:00+0100
Washington. Nach seiner Vereidigung als Präsident der USA hat Barack Obama zur gemeinsamen Kraftanstrengung beim Kampf gegen Wirtschaftskrise und Klimaerwärmung aufgerufen. Er versprach den Sieg im Anti-Terrorkampf und eine "neue Herangehensweise" gegenüber der muslimischen Welt.
Die Kulisse ist gewaltig, sie lässt die historische Dimension des Ereignisses bewusst werden. Hinter Barack Obama erhebt sich der weiße Kuppelbau des Kapitols majestätisch in den Winterhimmel, vor ihm haben sich zwei Millionen Menschen versammelt. Kilometerweit erstreckt sich die Menge im Herzen Washingtons, sie verdeutlich das Ausmaß der Erwartungen, die seit diesem Dienstag auf Barack Obama lasten. Obama ist sich der Aufgabe bewusst: Der erste schwarze US-Präsident skizziert in seiner Rede ein Land, das von Selbstzweifeln niedergedrückt wird - und er setzt der Krisenstimmung eine Botschaft der Rückbesinnung auf die eigene Stärke entgegen.
Obama spricht in seiner ersten Rede als Präsident zu einem erwartungsvollen, aber auch verängstigten Land. «Immer wieder gibt es Momente, in denen dieser Amtseid inmitten aufziehender Wolken und tobender Stürme abgelegt wird», hebt er an. Das Land sei «mitten in der Krise», fährt er fort. «In unserem Land gibt es einen Verlust an Vertrauen, die verzehrende Angst, dass Amerikas Abstieg unaufhaltsam ist.» Es sind ernste Worte, die Obama wählt. Das Ausmaß der Aufgaben vor ihm lasse ihn «demütig» werden, gibt er zu.
Die Botschaft: Hoffnung in Zeiten der Krise
Der neue Präsident spricht über die Sorgen der Bürger angesichts der bedrohlichen Wirtschaftskrise, er mahnt zur Geduld und prophezeit, dass er nicht alle Erwartungen wird erfüllen können. Dies ist aber nur der eine Pol seiner Rede. Auf der anderen Seite entwirft Obama die Zukunftsvision eines neuerlich prosperierenden Amerika, das sich seiner Stärken besinnt und sich aus eigener Kraft aus den Fesseln von Rezession und Mutlosigkeit befreit.
Hoffnung in Zeiten der Krise, nationale Einheit nach Jahren des politischen Zwists: Dies ist Obamas Botschaft, dafür wurde er im November gewählt. «An diesem Tag sind wir hier, weil wir Hoffnung über Furcht gewählt haben» ruft Obama. Jubel aus Millionen Kehlen brandet ihm entgegen. Obama beschwört ein «Ende der kleinlichen Streitereien und abgenutzten Dogmen» und richtet einen Appell an die Amerikaner: «Von heute an müssen wir uns aufrichten, den Staub abklopfen und die Arbeit an der Erneuerung Amerikas beginnen.»
Denzel Washington: „Ich bin glücklich, mir ist kalt, und ich feiere“
Die Menschen im Publikum singen, lachen und weinen. Bereits vor Sonnenaufgang waren viele vors Kapitol geströmt, nie zuvor haben sich in Washington so viele Menschen versammelt. Sie trotzen eisigen Temperaturen. Was sie wärmt, sind Obamas Worte - und die Überzeugung, einem bedeutenden Moment in der amerikanischen Geschichte beizuwohnen. In der Menge steht auch der schwarze Hollywood-Star Denzel Washington. Er bringt die Stimmung auf den Punkt: «Ich bin glücklich, mir ist kalt, und ich feiere.» Hunderttausende tun es ihm gleich.
In Washington erinnert auf Schritt und Tritt alles daran, warum dieses Ereignis historisch bedeutsam ist. Schwarze Sklaven haben das Weiße Haus gebaut, Sklaven haben die Bronzeskulptur an die Spitze der Kapitolskuppel gehievt. Applaus brandet auf, als Obama an seine afroamerikanische Herkunft erinnert: «Ein Mann, dessen Vater hier vor weniger als 60 Jahren nicht einmal in einem Lokal bedient worden wäre, kann nun vor Euch stehen und diesen heiligen Eid schwören.»
Im Ton freundlich, in der Sache klar
Seinen eigenen Aufstieg präsentiert Obama als Nachweis für die Fähigkeit der USA zur Selbsterneuerung. Diese Erneuerung solle gerade auch das Verhältnis des Landes zur Außenwelt betreffen, verspricht Obama. «Amerika muss seine Rolle dabei spielen, eine neue Ära des Friedens einzuleiten», sagt er. Die USA würden «verantwortungsvoll» den Abzug aus dem Irak einleiten und das «Gespenst eines sich erwärmenden Planeten» zurückdrängen. Er werde die Sicherheit des Landes verteidigen, ohne dabei dessen Gesetze zu missachten.
Im Ton freundlich, doch in der Sache klar setzt sich Obama damit vom Erbe seines Vorgängerns George W. Bush ab. Der Welt streckt Obama die Hand der Freundschaft entgegen: «Ihr sollt wissen, dass Amerika Freund jeder Nation und jedes Mannes, jeder Frau und jedes Kindes ist, die eine Zukunft in Frieden und Wohlstand suchen, und wir sich bereit, wieder die Führung zu übernehmen.»
Ansturm von Schaulustigen
Hunderttausende hatten zwischen Weißem Haus und Kapitol stundenlang in der Kälte gewartet, um bei Obamas Vereidigung am Mittag so nah wie möglich dabei zu sein. Sicherheitskräfte und Ordner bemühten sich, den Ansturm der Schaulustigen zu lenken und forderten die Zuschauer auf, nur noch von der westlichen Seite dazuzukommen - knapp zwei Kilometer vom eigentlichen Schauplatz der Ereignisse entfernt.
Auch das Personal der Washingtoner U-Bahn musste mit dem enormen Andrang fertigwerden. Wie eine Metrosprecherin sagte, stürzte am Morgen eine Frau auf die Gleise, wurde aber gerettet. Es sei unklar, ob ein Zug sie tatsächlich erfasst habe.
Vor der Vereidigung hatte Obama seinen Vorgänger George W. Bush im Weißen Haus besucht. Nach der Zeremonie flog Bush in einem Militärhubschrauber in Richtung seiner Heimat Texas.
Bundespräsident gratuliert
Bundespräsident Horst Köhler gratulierte Obama zu seinem Amtsantritt und lud ihn nach Deutschland ein. In Deutschland stehe Obama «für Aufbruch, Zuversicht und die Bereitschaft zu einer neuen, kooperativen Weltpolitik» hieß es in einem Telegramm. Frieden und Freiheit, Wohlstand und Umwelt ließen sich nur in gemeinsamer Verantwortung sichern und bewahren.
Der französische Präsident Nicolas Sarkozy sagte Obama in seiner Gratulation zu, «Hand in Hand zu arbeiten», um sich gemeinsam mit den USA den weltweiten «enormen Herausforderungen» zu stelen. Der britische Premierminister Gordon Brown sprach von einem «neuen Kapitel in der amerikanischen wie auch der Weltgeschichte». (AFP)
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11:31
Mindestens in der Optik ist die Wahl des Präsidenten ein Sieg gegen den Rassismus. Wenn er die Aktivität des friedlichen Teils Amerikas auslöst, kann man in Grenzen auf bessere Zeiten hoffen.
09:59
Sehr schön, Nr.11, toller Aufsatz,.....und was hat das nun mit Obama zu tun ???
03:59
Deutsche Wertarbeit
Israelische Armee hat während ihres Krieges 1300 Palästinenser getötet. Alarmierende Zustände im Gazastreifen.
Erste Bilanzen über die Zerstörung im Gazastreifen sprechen von über 1300 Toten, Tausenden Verletzten und 22000 zerstörten Wohnungen. Das Menschenrechtszentrum Al-Mezan kündigte eine detaillierte Auflistung aller Todesopfer und aller Schäden an. Viele davon seien eindeutig Folge von Kriegsverbrechen der israelischen Armee.
Hiesige Rüstungsindustrie ist an Israels Vernichtungskrieg in Gaza beteiligt, obwohl die Bundesregierung sich ausbat, dass deutsche Waffen nicht gegen die eigene Zivilbevölkerung eingestzt werden darf..
Vor einigen Tagen wurde auf Sky News die Sprecherin der israelischen Armee, Majorin Leibovich, zur israelischen Tötung von seinerzeit 800 Palästinensern befragt – die Gesamtzahl liegt jetzt bei 1000. Sie erwiderte prompt, daß »500 davon Militante waren«. Das war die Antwort eines Nazis sagte der Labourabgeordnete Gerald Kaufman .
Quelle: Labourabgeordnete Gerald Kaufman (Ich wurde als orthodoxer Jude und Zionist erzoge) im Londoner Unterhaus am vergangenem Donnersatg.
Ein interessanter Kommentar der tagesschau hierzu:
http://www.tagesschau.de/kommentar/nahost298.html
Kommentar Von Carsten Kühntopp, ARD-Hörfunkstudio Amman
Israel hat aus Gaza ein zweites Somalia gemacht
23:20
Wow!
Was für ein Mann und was für eine bewegende Rede!
Ich bin zutiefst beeindruckt. Das war eine kämpferische und zielgerichtete Rede, wie ich schon seit Jahren keine mehr gehört habe. Wie er den Bogen gespannt hat, von den Anfängen der amerikanischen Geschichte bis hin zu der grässlichen Gegenwart unter George W. Bush. Wie er die gesamte Amtszeit seines Vorgängers analytisch seziert und analysiert hat und direkt die Umkehr für die Zukunft eingeleitet hat.
Wie er mit jedem Satz die Bevölkerung eingestimmt hat auf all die Aufgaben, die jetzt auf die ganze Nation warten. Das war eine Rede im Stile des New Deal, ein Versprechen an die Zukunft wie unter John F. Kennedy. Es war großartig, wie er immer wieder sagte Wir/ we. Es war die Rede eines Mannes, der ein ganzes Land darauf einschwören wollte, eine große Gemeinschaftsaufgabe wahrzunehmen. Nicht der Einzelne, das Wir stand im Zentrum seiner Rede.
Großartig, die Wunden messerscharf offenzulegen und die Zuhörer trotzdem mit dem Gefühl großer Hoffnung und Zuversicht zurückzulassen.
Das muss man erst mal können.
Gratulation an President Obama, gratulation an die USA, die diesen Mann gewählt haben.
Chapeau!
22:48
An so einem Präsidenten, wie ihn die USA nun haben, kann nicht ein einziger deutscher Politiker stinken.
22:44
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Ich bin tief bewegt und hoffe, die Erwartungen an diesem Mann werden nur zur Hälfte erfüllt.
Schon dann ist er für mich der beste Präsident der USA aller Zeiten und für wieder ein Grund, die Politik der Amerikaner wahrzunehmen, was ich mir die letzten 8 Jahre nicht antun wollte.
donjon
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22:35
Allerdings haben mich die Festlichkeiten rund um die Wahl Benedikt XVI noch mehr beeindruckt.
22:19
Eine solche öffentliche Vereidigung mit militärischem Rahmen und Volksfeststimmung wünschte ich mir auch einmal in Berlin.
Und eine patriotisch Rede eines Bundeskanzlers mit einer Zukunftsvision für ein neuerlich prosperierenden Deutschland, das sich seiner Stärken besinnt und sich aus eigener Kraft aus den Fesseln von Rezession und Mutlosigkeit befreit.
Auch das Massengebet hat mir gut gefallen.
22:10
#2 nun, solche Gedanken sind gar nicht so abwegig. Wenn man seiner (B.O.) Rede genau zugehört hat, sagte er: Wir werden Euch besiegen, ... wohlgemerkt an die Adresse der Feinde der USA! Nicht an die Adresse der Feinde der Welt oder Europa,....oder Asien. Er ist kein Präsident der UNO, der Welt.... Er ist Präsident der USA und deren Interessen werden auch durchgesetzt.
22:04
Bei unserer Angi war aber nicht so viel los . ;)