Ursache für schweren Busunfall noch völlig unklar
23.09.2009 | 10:52 Uhr 2009-09-23T10:52:00+0200
Radevormwald. Die Ursache für das Busunglück in Radevormwald ist weiter unklar. Im Laufe des Tages soll die Leiche des 45-jährigen Fahrers obduziert werden. Möglicherweise waren gesundheitliche Probleme des Mannes der Auslöser für den Unfall, bei dem am Dienstag fünf Menschen ums Leben kamen.
Einen Tag nach dem folgenschweren Busunglück mit fünf Toten und sieben zum Teil schwer Verletzten in Radevormwald (Oberbergischer Kreis) laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Die Ursache für den Unfall war am Mittwochvormittag nach Angaben einer Polizeisprecherin noch völlig unklar. Im Laufe des Tages sollte die Leiche des 45-jährigen Busfahrers obduziert werden, um herauszufinden, ob möglicherweise gesundheitliche Probleme des Mannes Auslöser dafür waren, dass er die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor. Nicht ausgeschlossen werde, dass der Busfahrer einen Schwächeanfall erlitten habe. Am Unglücksort selbst dauerte die Spurensicherung noch an.
Der am Dienstagmittag verunglückte Bus sollte am Mittwoch von der Staatsanwaltschaft und einem Gutachter untersucht werden. Ein Autokran hatte das Wrack am Dienstagabend, acht Stunden nach dem Unfall, aus dem Flussbett der Wupper und auf einen Tieflader gehievt.
Ehepaar aus Schwerte unter den Opfern
Laut Polizei befanden sich zwölf Personen im Bus. Bei den Toten handelt es sich neben dem Busfahrer aus Velbert um ein Ehepaar aus Schwerte im Alter von 70 und 71 Jahren, um einen 38-jährigen Mann sowie um eine 80-jährige Frau. Der Busfahrer, der seit 15 Jahren unfallfrei unterwegs gewesen sein soll, galt als zuverlässig und ortskundig.
Den Verletzten gehe es den Umständen entsprechend etwas besser, sagte die Polizeisprecherin. Eine schwer verletzte Frau befinde sich inzwischen nicht mehr in Lebensgefahr. Die Opfer würden derzeit ebenso wie deren Angehörige von Notfallseelsorgern betreut.
Straßenwahlkampf gestoppt
Der Linienbus hatte zunächst etwa 400 Meter vor der Unfallstelle an einer Haltestelle angehalten. Nach dem erneuten Anfahren war er auf abschüssiger Strecke zu schnell geworden. In einer Kurve kam er dann von der Fahrbahn ab, durchbrach die Leitplanke und stürzte eine etwa 20 Meter tiefe Böschung in das Flussbett der Wupper hinunter.
Die Stimmung in Radevormwald mit rund 23.000 Einwohnern ist nach Angaben von Bürgermeister Josef Korsten von Trauer und Sprachlosigkeit geprägt. Die Theatervorstellungen für Mittwochabend seien abgesagt worden. Zudem hätten CDU und SPD wenige Tage vor der Bundestagswahl den Straßenwahlkampf eingestellt, sagte Korsten dem Sender N 24. (ddp)
05:16
Kennt man die Niedriglöhne und die miesen Arbeitsbedingungen bei den Busunternehmen, dann ist auch hier die mögliche Unfallursache im Rahmen des Möglichen.
00:21
Der Busfahrer kommt nicht aus Velbert sondern aus Essen