Uni-Entscheidung im Fall Guttenberg ist anrüchig
23.02.2011 | 22:17 Uhr 2011-02-23T22:17:00+0100
Bayreuth/Berlin. Die Universität Bayreuth will ihren Ex-Doktoranden Karl-Theodor zu Guttenberg schützen - und schadet ihm damit.
Die Entscheidung der Universität Bayreuth über den falschen Doktorhut des Verteidigungsministers ist 1.) logisch und 2.) anrüchig.
Logisch, weil die Beweislast objektiv überwältigend ist, die Karl-Theodor zu Guttenberg als einen Wissenschaftler erscheinen lässt, der höchst unwissenschaftlich vorzugehen beliebte bei seinem Trachten nach dem „Dr. jur.“ Es kann darüber keine zwei Meinungen geben.
Deshalb musste die Promotionskommission der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Uni Bayreuth die Doktorprüfung des CSU-Stars nachträglich für nicht bestanden erklären.
Anrüchig ist jedoch ein Satz von Unipräsident Bormann, der auf eine „Lex Guttenberg“ schließen lässt, die für den Hauptbetroffenen zum Bumerang werden könnte.
„Die Frage eines möglichen Täuschungsvorsatzes konnte die Kommission letztlich dahinstehen lassen“, sagte der erste Repräsentant der Hochschule am Abend, „für die Kommission war entscheidend, dass unabdingbare wissenschaftliche Standards objektiv nicht eingehalten worden sind.“ Dieser Logik folgend kann nach Verwaltungsverfahrensgesetz der Doktorhut kassiert werden, ohne dass ein Täuschungsvorsatz nachgewiesen werden muss.
Absichtsvoll und gezielt kopiert?
Im Falle Guttenbergs ist es aber von eminenter Bedeutung von unabhängiger Stelle zu erfahren, ob er absichtsvoll und gezielt geistiges Eigentum anderer für seine Promotion entwendet hat. Er selbst streitet das vehement ab, bietet aber nicht den Hauch eines mit Menschenverstand nachvollziehbaren Erklärungsversuchs, wie hunderte Fundstücke fremder Autoren Eingang in sein 475 Seiten langes Werk finden konnten.
In seinem Antrag für die Doktorarbeit musste Guttenberg eine „ehrenwörtliche Erklärung“ unterzeichnen, dass er „keine anderen als die von ihm angegebenen Quellen und Hilfsmittel benutzt hat“.
Tatsächlich hat er systematisch und umfänglich das Gegenteil getan, die Urheberschaft vieler Quellen ganz verschwiegen oder lückenhaft ausgewiesen. Gemeinhin darf man dies als Täuschung bezeichnen.
Bärendienst für die Wissenschafts-Gemeinde
Indem die Universität Bayreuth erkennen lässt, dass sie diesem für die Redlichkeit der Wissenschaft und für die Entwicklung des Guttenberg’schen Leumunds wichtigen Aspekt in weiteren Untersuchungen nicht mehr nachgehen will, erweist sie nicht nur der wissenschaftlichen Gemeinde einen Bärendienst.
Guttenberg wird sich weiter dem Verdacht ausgesetzt sehen, er sei ein Betrüger, Ideen-Dieb, Plagiator und wissenschaftlicher Filou. Das ist keine üble Nachrede. Er kann das Gegenteil nicht beweisen. Er will es offenkundig auch gar nicht. Er will politisch überleben und folgt dem Rat einer Boulevard-Zeitung: „Scheiß auf den Doktor.“ Ausgerechnet seine Universität hilft ihm beim Verrichten der ideellen Notdurft. Sie hat kein Interesse an der vollständigen Wahrheit. Vielleicht wird ja wenigstens das der Öffentlichkeit, die dem Baron mehrheitlich so tapfer wie staunenswert die Stange hält, eine Lehre sein.
15:10
#135 von Ruhrpottler
Ihnen auch, ein schönes Wochenende!
12:28
#136 dummmberger
Schmücken Sie von und zu bitte nicht mit fremden Titeln :-) .
Es gibt keinen Dr. Guttenberg !
09:14
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18:08
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17:38
Was ist das eigentlich für eine absurde Diskussion?
Wer immer weiter auf einen Menschen einschlägt, der am Boden liegt.....
Wo liegt denn Guttenberg am Boden?
Der steht oben am Mikro und zeigt uns allen, dass er sich Dinge erlauben kann, die andere sich nicht erlauben können.
Oder Aber er ist ja bis jetzt nicht ohne Strafe davon gekommen,der menschliche Schaden, auch für seine Familie, ist enorm.
Mit dem Argument könnte man auch jeden Verbrecher freisprechen, schließlich ist er ja schon gestraft genug durch die gesellschaftliche Ächtung.
Ich stelle mir ja immer vor, was r.kant und co hier schreiben würden, wenn es nicht um Dr. Guttenberg, sondern um Dr.Gysi gehen würde.
16:57
Danke für die sachliche Diskussion. ;-)
16:53
#133 von NichtEgal
Ich bin aus einer Generation die mit Moral und Anstand erzogen wurde
Soziale Werte und ein Miteinander waren selbstverständlich.
All diese Werte gehen seid langem den Bach runter.
Respekt und Nächstenliebe (sprich auch mal etwas für andere tun) kennt doch kaum einer noch.
Kleine Kinder mit 10-11 Jahre saufen sich in Koma
andere laufen Amok (und das sind nicht nur migranten) und dann kommen Politiker die das
Betrügen hoffähig machen und angeblich 87% der Deutschen (indem diese Zahl wie alles in der bild gefälscht ist) finden das auch noch OK.
Wenn ich da keinen Arpiep in der Hose habe wann dann.
Der Mann ist für die Soldaten=Menschenleben eine Gefahr.
Deshalb müßte er meiner Meinung abtreten...
Und um auch noch mal eines klarzustellen.
Ich bin kein Kommunist und werde auch nie einer werden,ich habe die NAZIS noch am eigenen Leibe gespürt und alles was extrem ist,ist mir suspekt.
Ihnen danke für die sachliche Diskussion.
16:27
#132 von Ruhrpottler
Ich glaub schon, dass die Aberkennung des Titels eine Strafe ist, er hat ihn sich ja scheinbar aus purer Eitelkeit erschwindelt. Ich glaube auch das trifft ihn härter alsein Rücktritt vom Amt
Da sagt der Betrüger.
Würden alle Wissenschaftler so selbstkritisch mit sich umgehen, wie er es getan habe, wäre die akademische Welt eine bessere.
Das zeigt mir doch das dieser Mann nichts verstanden und keinen Funken ANSTAND hat.
Da gebe ich Ihnen vollkommen Recht, solche Aussagen kann er sich wirklich schenken, aber daran sieht man meiner Meinung nach dass er hilflos ist und keine echten Argumente zu seiner Verteidigung hat.
16:17
#131 von NichtEgal
Eine Strafe muss immer angemessen sein,aber einen erschwindelten Dr.Titel zurückgeben,ist das eine Strafe?
Ich weiß nicht ob sie die Erklärung im Bundestag gesehen haben,für mich war das eine Farce sondergleichen.
Da sagt der Betrüger.
Würden alle Wissenschaftler so selbstkritisch mit sich umgehen, wie er es getan habe, wäre die akademische Welt eine bessere.
Das zeigt mir doch das dieser Mann nichts verstanden und keinen Funken ANSTAND hat.
NichttEgal,dass was sie versuchen ihren Kindern beizubringen, tritt dieser Mann mit den Füssen und das macht mich traurig und wütend.
Und wenn dieser Mann nicht Guttenberg,sondern Gabriel oder Gysi heißen würde,was meinen sie was hier los wäre.
Und das nenne ich Pharisäertum.
15:56
#130 von Ruhrpottler
Ich stimme Ihnen ja zu, dass solche Diskussionen aufkommen können. Aber er ist ja bis jetzt nicht ohne Strafe davon gekommen,der menschliche Schaden, auch für seine Familie, ist enorm. Zu Recht, gar keine Frage. Ich möchte für Nix in der Welt mit KT tauschen. Aber Strafe muss auch angemessen sein, ein Minister der Polizisten körperlich angreift und verletzt (in der Vergangenheit) steht nicht wirklich besser da, im Gegenteil (nur meine Meinung)
Ich bringe meinem Kind aber auch bei, andere Menschen auch dann noch menschlich mit Würde zu behandeln wenn sie falsch gehandelt haben. Das sind Werte die unbezahlbar sind.