Das aktuelle Wetter NRW 9°C
Nachrichten

UN-Sicherheitsrat verurteilt Angriff in syrischer Stadt Hula

28.05.2012 | 06:28 Uhr
Foto: /AP/Bassem Tellawi

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat die Tötung von mehr als hundert Menschen in der syrischen Stadt Hula verurteilt und das Regime von Präsident Baschar Assad für den Angriff verantwortlich gemacht. Nach einer Dringlichkeitssitzung in New York sprach das Gremium am Sonntagabend (Ortszeit) von einer "abscheulichen Anwendung von Gewalt", die gegen internationales Recht verstoße.

New York (dapd). Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat die Tötung von mehr als hundert Menschen in der syrischen Stadt Hula verurteilt und das Regime von Präsident Baschar Assad für den Angriff verantwortlich gemacht. Nach einer Dringlichkeitssitzung in New York sprach das Gremium am Sonntagabend (Ortszeit) von einer "abscheulichen Anwendung von Gewalt", die gegen internationales Recht verstoße. Eine direkte Zuweisung der Schuld für die "Tötung von Zivilpersonen durch Schüsse aus nächster Nähe sowie durch massive physische Misshandlung" wurde in der Mitteilung jedoch vermieden.

"Diejenigen, die für diese Gewalttaten verantwortlich sind, müssen dafür zur Rechenschaft gezogen werden", hieß es in der von den 15 Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats einstimmig verabschiedeten Erklärung an die Presse weiter. Die syrische Regierung wurde aufgefordert, sofort die Nutzung schwerer Waffen einzustellen und ihre Truppen aus bewohnten Gebieten abzuziehen. Mit dem Angriff in Hula habe das Regime gegen seine in UN-Resolutionen festgehaltene Verpflichtung zur Beendigung der Gewalt im Land verstoßen.

"Fakt ist, dass dies eine Gräueltat war, und dass sie von der syrischen Regierung begangen wurde", sagte der britische UN-Botschafter Mark Lyall Grant nach der Sondersitzung in New York. Sein deutscher Kollege Peter Wittig sprach von einer deutlichen Spur des Regimes bei dem Massaker in Hula. Der russische Diplomat Alexander Pankin hingegen sagte, es sei "noch unklar, was geschehen ist, und was dabei wodurch ausgelöst wurde".

Viele Frauen und Kinder unter den Opfern

Der Leiter der UN-Beobachtermission in Syrien, General Robert Mood, hatte den Sicherheitsrat zuvor über Einzelheiten des verheerenden Angriffs unterrichtet. Demnach wurden 108 Menschen bei dem Blutbad in der Provinz Homs getötet. Nach Angaben eines Sprechers des UN-Sondergesandten Kofi Annan waren unter den Opfern 49 Kinder und 34 Frauen.

Der Angriff in Hula gilt als eines der blutigsten Ereignisse seit Beginn des Aufstands in Syrien vor 15 Monaten. Nach Angaben von Aktivisten griffen am Freitag zunächst Regierungstruppen die Ansammlung von Ortschaften nordwestlich der umkämpften Stadt Homs an, dann stürmten regierungstreue Kriminelle die Ortschaften, überfielen Häuser und töteten Zivilisten. Die syrische Regierung hat die Verantwortung für die Taten zurückgewiesen.

(Edith Lederer ist Korrespondentin der Nachrichtenagentur AP)

© 2012 AP. All rights reserved

dapd

Facebook
Kommentare
Aus dem Ressort
Brutale Räuber schneiden 29-Jährigem in Leipzig die Haare ab
Überfall
Erst traten und schlugen sie ihn, dann klauten sie ihm die Lederjacke und sein Bargeld und schließlich wurden ihm auch noch die langen Haare abgeschnitten. Ein 29-Jähriger wurde am Montag Abend von vier Tätern besonders rabiat misshandelt, wie die Polizei berichtet. Der Mann kam ins Krankenhaus.
AfD-Kundgebung geht in Bottrop in lautem Pfeifen unter
Europawahl
Spitzenkandidat Prof. Bernd Lucke hielt eine Rede bei der Europawahl-Kundgebung der Alternative für Deutschland in Bottrop. Doch seine Rede auf dem Kirchplatz an der Cyriakuskirche ging im lauten Pfeifen von Gegendemonstranten unter. Der AfD wird vorgeworfen, rechtspopulistische Argumente...
Verfolgte Homosexuelle können Recht auf Asyl haben
Asylpolitik
Schwule und Lesben können auf Asyl in EU-Ländern hoffen - vorausgesetzt, ihnen drohen in ihrem Heimatland schwere Strafen. Das hat der Europäische Gerichtshof entschieden. Es ging um drei homosexuelle Männer aus afrikanischen Ländern, in denen auf Homosexualität mit Gefängnis bestraft wird.
Polizei findet Brandsätze bei Razzia gegen Linksextremisten
Kriminalität
Bei einer Razzia gegen Linksextremisten hat die Berliner Polizei in einem linksalternativen Wohnprojekt Brandsätze, Pyrotechnik und Stacheldraht gefunden. Erst im Juni hatten etwa 40 Vermummte in Kreuzberg Polizisten attackiert, zuvor hatten Unbekannte Fassaden von Jobcentern beschädigt.
Zu viele Protestanten - Orte müssen auf Feiertag verzichten
Mariä Himmelfahrt
Der 15. August 2014 wird in drei bayrischen Gemeinden ein Tag wie jeder andere sein: Denn Mariä Himmelfahrt ist dann dort kein gesetzlicher Feiertag mehr. Grund: Der letzte Zensus hat ergeben, dass in den Kommunen inzwischen mehr Protestanten als Katholiken leben.