Das aktuelle Wetter NRW 9°C
Nachrichten

UN-Beobachter fordern Evakuierung von Zivilisten aus Homs

18.06.2012 | 06:32 Uhr
Foto: /Ugarit News/Anonymous

Die Vereinten Nationen bemühen sich verzweifelt um eine Evakuierung von Zivilisten aus der umkämpften syrischen Stadt Homs. Der Leiter der UN-Beobachtermission in Syrien, Generalmajor Robert Mood, forderte die Konfliktparteien nachdrücklich auf, dies endlich zu ermöglichen.

Beirut (dapd). Die Vereinten Nationen bemühen sich verzweifelt um eine Evakuierung von Zivilisten aus der umkämpften syrischen Stadt Homs. Der Leiter der UN-Beobachtermission in Syrien, Generalmajor Robert Mood, forderte die Konfliktparteien nachdrücklich auf, dies endlich zu ermöglichen. Frauen, Kinder, ältere Menschen und Kranke in Homs und anderen umkämpften Regionen müssten in Sicherheit gebracht werden, erklärte er am Sonntag. Keine Seite sei jedoch bereit, das Feuer einzustellen, beklagte er.

UN-Bemühungen zur Rettung von Zivilisten und Verwundeten aus Homs in der vergangenen Woche seien erfolglos verlaufen, sagte Mood. "Dazu ist die Bereitschaft beider Seiten nötig, das Leben der Syrer zu respektieren und zu schützen", mahnte er.

Die UN-Beobachtermission hatte zuvor wegen der anhaltenden Gewalt ihre Arbeit ausgesetzt. Für die rund 300 Beobachter stellten die in den vergangenen zehn Tagen stark gestiegenen blutigen Auseinandersetzungen "beträchtliche Risiken" dar und hielten sie davon ab, ihr Mandat auszuüben, hieß es in einer Erklärung Moods.

Die UN-Mitarbeiter sollen bis auf weiteres nicht auf Patrouille gehen und in ihren Unterkünften bleiben. Das Land verlassen sollen die Beobachter aber nicht. Die Entscheidung, ihre Arbeit vorübergehend einzustellen, soll täglich neu bewertet werden.

Die Suspendierung der UN-Beobachtermission in Syrien ist nach Auffassung der größten Oppositionsgruppe des Landes ein Hinweis auf die schwindende Hoffnung der internationalen Gemeinschaft auf ein Einlenken der Regierung in Damaskus. "Die internationale Gemeinschaft muss ihre Verantwortung wahrnehmen und im Weltsicherheitsrat gemäß Kapitel 7 Entscheidungen zum Schutz von Zivilpersonen treffen", sagte der Vorsitzende des Syrischen Nationalrats, Abdulbasset Sieda, am Sonntag in der Türkei. Eine UN-Resolution nach Kapitel 7 erlaubt die Anwendung von Zwangsmitteln gegen Staaten bis hin zu militärischer Gewalt.

Bei der Berichterstattung über Gefechte zwischen Regierungstruppen und Rebellen wurde ein Videojournalist der Nachrichtenagenatur Associated Press (AP) verletzt. Der Belgier Ahmed Bahaddou wurde am Freitag im Norden Syriens von einer Kugel in die Schulter getroffen. Er wurde am Sonntag nach London gebracht und in ein Krankenhaus eingeliefert. Bahaddou und zwei weitere AP-Journalisten waren Anfang Juni von einem Nachbarland aus nach Syrien gereist, um eine direkte Berichterstattung von der anhaltenden Gewalt zu gewährleisten.

© 2012 AP. All rights reserved

dapd

Facebook
Kommentare
Aus dem Ressort
Brutale Räuber schneiden 29-Jährigem in Leipzig die Haare ab
Überfall
Erst traten und schlugen sie ihn, dann klauten sie ihm die Lederjacke und sein Bargeld und schließlich wurden ihm auch noch die langen Haare abgeschnitten. Ein 29-Jähriger wurde am Montag Abend von vier Tätern besonders rabiat misshandelt, wie die Polizei berichtet. Der Mann kam ins Krankenhaus.
AfD-Kundgebung geht in Bottrop in lautem Pfeifen unter
Europawahl
Spitzenkandidat Prof. Bernd Lucke hielt eine Rede bei der Europawahl-Kundgebung der Alternative für Deutschland in Bottrop. Doch seine Rede auf dem Kirchplatz an der Cyriakuskirche ging im lauten Pfeifen von Gegendemonstranten unter. Der AfD wird vorgeworfen, rechtspopulistische Argumente...
Verfolgte Homosexuelle können Recht auf Asyl haben
Asylpolitik
Schwule und Lesben können auf Asyl in EU-Ländern hoffen - vorausgesetzt, ihnen drohen in ihrem Heimatland schwere Strafen. Das hat der Europäische Gerichtshof entschieden. Es ging um drei homosexuelle Männer aus afrikanischen Ländern, in denen auf Homosexualität mit Gefängnis bestraft wird.
Polizei findet Brandsätze bei Razzia gegen Linksextremisten
Kriminalität
Bei einer Razzia gegen Linksextremisten hat die Berliner Polizei in einem linksalternativen Wohnprojekt Brandsätze, Pyrotechnik und Stacheldraht gefunden. Erst im Juni hatten etwa 40 Vermummte in Kreuzberg Polizisten attackiert, zuvor hatten Unbekannte Fassaden von Jobcentern beschädigt.
Zu viele Protestanten - Orte müssen auf Feiertag verzichten
Mariä Himmelfahrt
Der 15. August 2014 wird in drei bayrischen Gemeinden ein Tag wie jeder andere sein: Denn Mariä Himmelfahrt ist dann dort kein gesetzlicher Feiertag mehr. Grund: Der letzte Zensus hat ergeben, dass in den Kommunen inzwischen mehr Protestanten als Katholiken leben.